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Biopsie Prostata

In Deutschland erkranken jährlich rund 60.000 Männer an Prostatakrebs. Diese Form des Krebses zählt zu den häufigsten Todesursachen bei Männern.1 Der Verdacht, ein Prostatakarzinom zu haben, bereitet vielen Männern und deren Angehörigen Angst und Sorge. Wird der Tumor jedoch rechtzeitig entdeckt, sind die Aussichten auf Heilung gut.

Gerade zu Beginn werden sich die Informationen häufen. Um nicht den Überblick über die diagnostischen Vorgehensweisen zu verlieren und die Notwendigkeit einer Biopsie bei Verdacht auf Prostatakarzinom zu verstehen, soll der folgende Artikel helfen.

Untersuchungen bei Verdacht auf ein Prostatakarzinom

Um den Verdacht auf ein Prostatakarzinom abzuklären, gibt es verschiedene Verfahren, die Diagnose zu bestätigen oder zu verwerfen. Die gesetzliche Krankenversicherung gewährt Männern ab 45 Jahren jährliche eine rektale Tastuntersuchung als Früherkennungsmaßnahme. Zusätzlich zu dieser Untersuchung kann eine Blutentnahme Aufschluss über den Gesundheitszustand im Allgemeinen, als auch der Organe geben, sowie einen präzisen prostataspezifischen Antigen Wert (PSA-Wert) liefern.

Ist der PSA-Wert erhöht, das heißt, liegt der Wert über 3 bis 4ng/ml oder konnte der Arzt bereits bei der Tastuntersuchung Auffälligkeiten feststellen, besteht das Risiko, zu 20 Prozent an einem Prostatakarzinom zu leiden. Eine anschließende MRT Untersuchung kann dabei helfen, den Verdacht zu bestätigen oder auszuräumen. Wird im MRT ein karzinomverdächtiger Bereich entdeckt, empfiehlt es sich, eine Biopsie durchzuführen.

Lässt sich in den weiteren Untersuchungen wirklich ein Tumor feststellen, so sind die Aussichten auf Heilung noch recht hoch (85 Prozent), da sich der Tumor in der Regel noch in einem frühen Stadium befindet.

Liegt der PSA Wert bereits bei Werten von 10ng/ml, steigt das Risiko, an Prostatakrebs erkrankt zu sein, auf 50 Prozent. Meist ist die Erkrankung dann bereits so weit fortgeschritten, dass eine Heilung nur noch bei der Hälfte der Fälle möglich ist.2

Wann eine Biopsie der Prostata notwendig ist

Konnte im Rahmen der Tastuntersuchung oder Blutuntersuchung ein auffälliger Befund gestellt werden, bringt eine Biopsie der Prostata die notwendige Gewissheit.

Die Gewebeentnahme findet im Krankenhaus unter örtlicher Betäubung statt. Ein Krankenhausaufenthalt ist jedoch nicht notwendig. Bevor die Untersuchung durchgeführt werden kann, muss der Patient über Nutzen, Risiken und mögliche Konsequenzen aufgeklärt werden.

Ablauf einer Biopsie der Prostata

Ist die Vorbereitung auf die bevorstehende Untersuchung abgeschlossen, erfolgt die Biopsie der Prostata mit Hilfe einer dünnen Nadel. Diese wird mit einem Ultraschallkopf über den Enddarm in Richtung Prostata geführt. Das Ultraschallgerät hilft hierbei, die Nadel exakt zu verfolgen und ermöglicht die präzise Entnahme von Gewebeproben in Form von kleinen Gewebezylindern aus der Prostata.

Wurde vorab kein MRT durchgeführt, sollten bei der Biopsie zwölf Proben entnommen werden. Hierfür sticht der Arzt mit der Nadel in verschiedene Abschnitte der Prostata und entnimmt die Gewebezylinder.

Konnte bereits im Rahmen einer multiparametrischen MRT (mpMRT) Untersuchung ein karzinomverdächtiger Bereich entdeckt werden, kann die Biopsie auch direkt gezielt in dieser Region durchgeführt werden. Um auch in diesem Falle die höchstmögliche Sicherheit zu erlangen, sollten auch bei der zielgerichteten Biopsie zwölf Proben, jedoch speziell aus dem karzinomverdächtigen Bereich, entnommen werden.2

Da während der Untersuchung eine örtliche Betäubung angewandt wird, sollten trotz der Nadelstiche zur Probenentnahme so gut wie keine oder nur geringe Schmerzen zu merken sein.

Die Analyse der Biopsie der Prostata

Im Anschluss an die Biopsie der Prostata untersucht ein speziell dafür ausgebildeter Arzt, der sogenannte Pathologie, die Gewebeprobe unter dem Mikroskop auf Krebszellen. Dies wird als histologische Untersuchung bezeichnet.

Das Ergebnis der histologischen Untersuchung liegt meist innerhalb weniger Tage vor. Der Pathologe kann im Anschluss Auskunft darüber geben, ob das auffällige Gewebe einen gut- oder bösartigen Tumor darstellt. Ist der Tumor bösartig, lässt sich zudem abschätzen, wie aggressiv der Tumor ist.3

Wiederholungen einer Biopsie

Es kann vorkommen, dass bei der Biopsie keine Krebszellen gefunden werden konnten und der pathologische Befund unauffällig ist. Es bleibt dann zu klären, warum der PSA-Wert erhöht und der Tastbefund auffällig war. Eine Ursache könnte z. B. eine Entzündung der Prostata sein.

Da jedoch kein diagnostisches Verfahren zu 100 Prozent sicher ist, ist es wichtig, den PSA-Wert weiterhin zu beobachten. Bleibt der PSA-Wert erhöht oder steigt weiter oder zeigen sich Risikofaktoren, die eine Krebserkrankung begünstigen, muss die Biopsie eventuell nach sechs Monaten wiederholt werden. Vorab erfolgt eine Untersuchung mittels mpMRT. Die Untersuchung kann weitere Informationen liefern, aber stellt keinen Ersatz einer Biopsie dar. Durch den Einsatz des mpMRT kann eine erneute Biopsie allerdings wesentlich zielgerichteter erfolgen.4

Risiko einer Biopsie der Prostata

Die Biopsie der Prostata stellt in der Regel einen harmlosen, sicheren und einfachen Eingriff dar. Komplikationen sind selten. Da der Zugang über den Enddarm erfolgt, muss im Anschluss vorbeugend ein Antibiotikum genommen werden, so dass keine Entzündung entstehen kann.

Ein anschließendes Druckgefühl nach der Untersuchung ist normal. Auch Blut im Urin, im Stuhl oder der Samenflüssigkeit sind kein Grund zur Sorge. Die Ursache liegt darin begründet, dass bei der Untersuchung Blutgefäße leicht verletzt werden können. Der Körper repariert diese aber schnell wieder.

Sollte es nach der Untersuchung zu Fieber oder Schüttelfrost kommen, sollte jedoch unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Alternativen zu einer Biopsie der Prostata

Muss eine Biopsie bei Verdacht auf Prostatakarzinom durchgeführt werden, stellt sich oft die Frage, ob es nicht auch eine Alternative gibt. Die Untersuchung mittels multiparametrischem MRT (mpMRT) stellt zwar einen großen Vorteil im Rahmen der Diagnostik dar, dient aber primär dazu, Krebsherde zu identifizieren. Bei Verdacht auf Prostatakrebs muss anschließend eine Biopsie durchgeführt werden. Nur mit Hilfe einer Biopsie kann der Krebsverdacht bestätigt und der Grad der Bösartigkeit des Tumors eingeschätzt werden.4

Einmal zum Urologen und nie wieder?

War die Biopsie unauffällig, kann man zwar zunächst aufatmen. Ein unauffälliger Befund heißt jedoch nicht, dass man zukünftig nicht mehr zum Arzt gehen muss. Eine Vorsorge sollte regelmäßig erfolgen und nicht nur einmal. Nur so kann rechtzeitig ein Prostatakarzinom entdeckt und frühzeitig behandelt werden.

Quellen

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