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Osteoporose

Letzte Aktualisierung: 02/02/24

Osteoporose 2

Brüchige Knochen rechtzeitig erkennen und behandeln

Osteoporose ist eine chronische Erkrankung der Knochen, die über sechs Millionen Menschen in Deutschland betrifft. Viele Betroffene wissen jedoch lange nicht, dass ihr Knochengewebe instabil und brüchig ist. Erst, wenn ein kleiner Unfall zu einem schwerwiegenden Bruch führt, wird die Krankheit erkannt und behandelt. Hier erfahren Sie, wie sich eine Osteoporose frühzeitig erkennen lässt und was getan werden kann, um Knochenbrüche zu vermeiden.

Osteoporose – was ist das?

Bei einer Osteoporose verringert sich die Knochenmasse durch einen verstärkten Abbau der Knochensubstanz. Diese Veränderung betrifft das gesamte Skelett und nicht nur einzelne Knochen. Da die Knochendichte natürlicherweise ab dem 30. Lebensjahr abnimmt, erkranken vor allem ältere Menschen.

Frauen sind häufiger betroffen als Männer, da ihr Knochenabbau durch die Wechseljahre früher einsetzt und schneller voranschreitet. Ein Abbau der Knochensubstanz ist also ein natürlicher Teil des Alterungsprozesses. Wenn aber der Rückgang der Knochenmasse pro Jahr ein Prozent überschreitet, spricht man von einer Osteoporose.

Genetische Voraussetzungen und die Lebensweise sind für die Geschwindigkeit des Abbaus mitentscheidend. Andererseits kann aber auch die Einnahme von Medikamenten (z.B. Glukokortikoiden) oder eine Begleiterkrankung, wie ein Diabetes mellitus oder eine Schilddrüsenüberfunktion, zu einem verstärkten Knochenabbau führen. Man spricht dann von einer sekundären Osteoporose, die alters- und geschlechtsunabhängig ist.

Erhöhtes Risiko für Knochenbrüche

Bei einer Osteoporose verlieren die Knochen allmählich, und oft lange unbemerkt, an Mineralgehalt, Stabilität und Dichte. Sie werden dadurch poröser und fragiler. Schon eine geringfügige Verletzung, etwa ein Sturz aus Standhöhe oder eine alltägliche Belastung, können dann zum Knochenbruch führen. Besonders häufig passiert dies an Oberschenkelknochen, Ober- und Unterarmen, Rippen oder Wirbelsäule. Sind die betroffenen Personen älter, braucht der Bruch umso länger, um zu heilen.

Solange keine Knochenbrüche aufgetreten sind, gilt eine Osteoporose genau genommen nicht als Erkrankung, sondern als Risikofaktor. Die Veränderung des Knochengewebes ist also nicht per se schädlich, sondern erhöht das Verletzungsrisiko.

Osteoporose

Das eigene Risiko (er)kennen – lieber früher als später

Wenn die Krankheit frühzeitig erkannt und angemessen behandelt wird, lassen sich die allermeisten Knochenbrüche verhindern.

Welche Möglichkeiten zur Früherkennung gibt es?

Die Messung der Knochenmineraldichte ist eine Möglichkeit. Hierbei ermittelt der Arzt mit niedrigdosierter Röntgenstrahlung den mineralischen Gehalt der Knochensubstanz. Mit diesen Ergebnissen wird der T-Score bestimmt, dessen Wert entscheidet, ob eine Osteopenie, also eine verminderte Festigkeit des Knochens vorliegt oder aber eine Osteoporose. Davon ausgehend und unter Einbezug weiterer Faktoren wie sportliche Aktivität und der allgemeine Gesundheitszustand kann das Risiko für Knochenbrüche bestimmt werden. Liegen begründete Risikofaktoren für eine Osteoporose vor, werden die Kosten für Leistungen von den Krankenkassen übernommen.

Behandlung und Vermeidung von Knochenbrüchen

Es gibt verschiedene Wege eine diagnostizierte Osteoporose zu behandeln.

Dabei greifen die folgenden Therapiebausteine ineinander:

  • Basistherapie mit Kalzium und Vitamin D: Während Kalzium die Knochen stärkt und wichtige Körperfunktionen intakt hält, sorgt Vitamin D dafür, dass Kalzium aus dem Darm aufgenommen und in die Knochen eingebaut werden kann. Beide Stoffe sind daher grundlegend für die Behandlung einer Osteoporose. Die Versorgung sollte einerseits durch eine gesunde Ernährung, andererseits durch Einzel- oder Kombipräparate sichergestellt werden.
  • Medikamente: Eine Langzeitbehandlung mit Medikamenten, die den Knochenabbau bremsen und/oder den Knochenaufbau stärken, kann je nach Ausmaß der Osteoporose und regelmäßiger ärztlicher Neubeurteilung sinnvoll sein. Auch Schmerzmittel können zum Einsatz kommen.
  • Bewegung und gesunde Lebensweise: Sie können selbst viel dazu beitragen, Ihre Knochen gesund zu halten und einem Abbau der Knochensubstanz entgegenzuwirken! Regelmäßige körperliche Aktivität stärkt die Muskulatur, verringert schmerzhafte Verspannungen und fördert die Knochengesundheit. Auf diese Weise wirkt sie nicht nur den Ursachen von Osteoporose entgegen, sondern hilft auch dabei, Stürze zu vermeiden. Weiterhin unterstützen Sie Ihre Knochengesundheit, indem Sie nicht rauchen, kalziumreich essen und viel Zeit an der frischen Luft verbringen.
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Symptome und Risikofaktoren

Körperlich macht sich der Abbau der Knochensubstanz zunächst nicht bemerkbar. Eine fortgeschrittene Osteoporose kann sich durch eine gebückte Haltung und Rückenschmerzen sowie durch eine geringere Körpergröße äußern. Verantwortlich hierfür sind Brüche an den Wirbelkörpern, welche die Wirbelsäule zusammensacken lassen. Oft werden diese Brüche aber gar nicht bemerkt, sodass eine Diagnose und Behandlung erst sehr spät erfolgt.

Hilfreicher ist es hingegen, die Risikofaktoren für Osteoporose genauer zu betrachten. Wenn Sie mehrere dieser Faktoren bei sich wiedererkennen, kann es sinnvoll sein, einen Arzt aufzusuchen und um seine Risikoeinschätzung zu bitten.

Die wichtigsten Risikofaktoren für Osteoporose sind:

  • Erhöhtes Alter (> 50 Jahre)
  • Weibliches Geschlecht, insbesondere nach der Menopause
  • Niedriger Body-Mass-Index
  • Kalziummangel
  • Vitamin-D-Mangel
  • Bewegungsmangel
  • Familiäre Veranlagung
  • Ungesunde Lebensweise: Rauchen, starker Alkoholkonsum, Bewegungsmangel
  • Langfristige Einnahme von Kortison
  • Vorerkrankungen wie eine Schilddrüsenüberfunktion, ein Diabetes mellitus, das Cushing-Syndrom oder ein Wachstumshormonmangel.