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Die Immuntherapie

Letzte Aktualisierung: 02/02/24

Immuntherapie

Die Immuntherapie ist eine Art der Krebsbehandlung, die sich in den letzten Jahren dank der Einführung neuer Medikamente und der Verfeinerung der bereits vorhandenen schnell weiterentwickelt hat. Diese Therapie kann bei der Behandlung einer breiten Palette von Krebsarten helfen, von Hautkrebs bis hin zu Leukämie.

Um die Immuntherapie besser zu verstehen, muss man zunächst wissen, was das Immunsystem ist und wie es funktioniert. Man kann es als ein komplexes Netzwerk von Zellen, Geweben und Organen beschreiben, die zusammenarbeiten, um den Körper vor Infektionen und anderen Krankheiten zu schützen. Die wichtigsten Bestandteile des Immunsystems sind die Antikörper, die weißen Blutkörperchen, die Milz, das Lymphsystem, das Komplementsystem, das Knochenmark und der Thymus. Jedes Element spielt eine wichtige Rolle.

Bei der Immuntherapie wird das eigene Immunsystem des Patienten zur Krebsbekämpfung eingesetzt. Es gibt verschiedene Arten der Immuntherapie zur Krebsbekämpfung. Wie die Therapie funktioniert, hängt also von der gewählten Methode ab. Dazu gehören:

• Immun-Checkpoint-Inhibitoren
• T-Zell-Transfer-Therapie
• monoklonale Antikörper
• Behandlungsimpfstoffe
• Modulatoren des Immunsystems

Die am häufigsten eingesetzte Art der Immuntherapie ist die mit Immun-Checkpoint-Inhibitoren. Diese Inhibitoren wirken auf weiße Blutkörperchen, die Lymphozyten. Lymphozyten sind wichtige Bestandteile des Immunsystems, denn wenn sie aktiv sind, können sie Krebszellen anvisieren und angreifen. Sie können aber auch inaktiv werden, wenn sie Signale von anderen Zellen erhalten, so dass sie den Körper nicht mehr vor Krebszellen schützen können. Ziel der Immun-Checkpoint-Inhibitoren ist es, die Signale zu blockieren, die die Lymphozyten ausschalten, damit sie ihre Arbeit tun können. Dazu heften sie sich an den Lymphozyten oder die Krebszelle.

Obwohl die in der Immuntherapie verwendeten Medikamente zur Behandlung verschiedener Krebsarten zugelassen sind, wird die Therapie nicht so häufig eingesetzt wie andere Krebsbehandlungen wie Chirurgie, Chemotherapie und Strahlentherapie. Das liegt daran, dass dieses Gebiet noch neu ist und sich ständig weiterentwickelt.
Während die Immuntherapie bei einigen Patienten sehr wirksam sein kann, sind andere möglicherweise keine guten Kandidaten für sie. Ob eine Person für eine Immuntherapie geeignet ist oder nicht, wird von einem Team aus Gesundheitsexperten entschieden, dass die medizinische Familiengeschichte des Patienten und seinen allgemeinen Gesundheitszustand berücksichtigt.

Immuntherapie

Immuntherapie Nebenwirkungen

Wie jede andere Therapie, die zur Behandlung von Krebs eingesetzt wird, hat auch die Immuntherapie einige Nebenwirkungen, über die sich Patienten von Anfang an im Klaren sein müssen. Sie können je nach Art der Immuntherapie und auch je nach Ort und Art des Krebses, an dem der Patient leidet, variieren. Auch sein allgemeiner Gesundheitszustand ist ein Faktor, der berücksichtigt werden muss.

Zu den häufigsten Nebenwirkungen einer Immuntherapie gehören Kopfschmerzen, Husten, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Muskelschmerzen, Erbrechen und so weiter. Diese Nebenwirkungen werden als geringfügig angesehen, sodass es keinen Grund gibt, die Behandlung abzubrechen. Stattdessen können bei Bedarf Anpassungen vorgenommen werden.

Es ist wichtig, daran zu denken, dass diese Nebenwirkungen von Person zu Person unterschiedlich ausfallen können. Was zum Beispiel den Zeitpunkt des Auftretens dieser Nebenwirkungen angeht, so treten einige direkt nach der Behandlung auf, während andere erst Wochen oder sogar Monate nach der Behandlung auftreten.
Nicht alle Nebenwirkungen, die mit einer Immuntherapie einhergehen, sind leicht; einige von ihnen können die Lebensqualität einer Person stark beeinträchtigen und sogar zu einer gefährlichen Situation führen. Einige dieser Nebenwirkungen sind (1):
• Kolitis
• Hepatitis
• Entzündung der Lunge (Pneumonitis)
• Nierenversagen
• Myokarditis oder Entzündung des Herzens
• Neuropathie, Lähmung, Meningitis oder Enzephalitis
• Bauchspeicheldrüsenentzündung
• Schwere Infektionen
• Schwere Hautreaktionen
Typ-1-Diabetes

Jede Art von Immuntherapie hat ihre eigenen Nebenwirkungen, die mit ihr verbunden sind. Immun-Checkpoint-Inhibitoren können zum Beispiel Hautprobleme wie Ausschlag und Juckreiz, Darmentzündungen, arthritisartige Schmerzen, Nierenschäden und in den gefährlichsten Fällen sogar Nierenversagen verursachen (2). Weitere seltene, aber mögliche Nebenwirkungen dieser Therapie sind solche, die das Nervensystem betreffen und zu Neuropathie führen können.

Die Erfahrungen mit der Immuntherapie sind bei jedem Menschen anders: Selbst, wenn zwei Patienten die gleiche Behandlung erhalten, haben sie nicht immer mit den gleichen Nebenwirkungen zu kämpfen. Deshalb können nur die medizinischen Fachkräfte, die den Behandlungsplan entwickelt haben, den Patienten helfen, besser mit den Nebenwirkungen umzugehen, die sie erleben. Die Patienten müssen sie darüber informieren, wann die Nebenwirkungen zum ersten Mal auftreten und ob sie sich im Laufe der Behandlung verschlimmern oder verbessern.

Verbotene Lebensmittel bei Immuntherapie: Was Sie vermeiden sollten

Viele Studien haben gezeigt, dass die Ernährung eine wichtige Rolle für den Erfolg der Immuntherapie spielt. Je nachdem, welche Lebensmittel sie zu sich nehmen, hat sich der Zustand von Patienten, die eine Immuntherapie erhalten, verschlechtert oder verbessert. Deshalb sollte die Planung der Mahlzeiten vor und nach der Behandlung eine Priorität für alle Patienten sein, die sich in dieser Situation befinden. Eine ausgewogene Ernährung kann auch Fettleibigkeit und Nahrungsentzug reduzieren, die sich nachweislich auf das Ansprechen der Patienten auf die Therapie auswirken, auch wenn die Zahl der Studien, die dies belegen, begrenzt ist (3).

Eine weitere interessante Studie, die von Forschern des UMCG (University Medical Center Groningen) in Zusammenarbeit mit dem Kings College London durchgeführt wurde, hat gezeigt, dass der Verzehr einer mediterranen Ernährung mit einem besseren Ansprechen auf eine Immuntherapie bei Patienten mit Melanom, einer schweren Form von Hautkrebs, verbunden ist (4). Im Rahmen der Studie wurden 91 Patienten mit Checkpoint-Inhibitoren behandelt und die Wirkung der Medikamente über einen Zeitraum von 12 Monaten verfolgt.

Am Ende der Studie kamen die Forscher zu dem Schluss, dass die Patienten, die sich mediterran ernährten, besser auf die Immun-Checkpoint-Inhibitoren ansprachen. Sie hatten auch eine bessere Überlebensrate nach 12 Monaten. Diese Art der Ernährung hat das Potenzial, auch bei anderen Krebsarten das Ansprechen auf eine Immuntherapie zu verbessern.
Es gibt auch bestimmte Lebensmittel, die während einer Immuntherapie vermieden werden sollten, weil sie die Wirksamkeit der Behandlung beeinträchtigen können. Zum Beispiel können große Mengen Grapefruit oder Grapefruitsaft mit einigen Medikamenten der Immuntherapie interagieren und die Nebenwirkungen verstärken. Verarbeitete Lebensmittel, zuckerhaltige Getränke und fettreiche Speisen tragen zu Entzündungen bei und schwächen das Immunsystem.

Welche Lebensmittel während einer Immuntherapie empfohlen werden, erfährt man am besten, indem man vor der Behandlung mit einem Spezialisten spricht, der je nach Art der Medikamente, die man einnimmt, weitere Informationen geben kann. Personalisierte Ernährungspläne können den Patienten helfen, ihre täglichen Bedürfnisse zu erfüllen, ohne die Wirksamkeit der Immuntherapie zu beeinträchtigen.

Immuntherapie Ablauf: Was Sie vor, während und nach der Behandlung erwarten können
Vor der Immuntherapie muss sich der Patient einer medizinischen Untersuchung unterziehen, die bestätigen kann, dass er ein guter Kandidat für die Behandlung ist. Diese Untersuchung umfasst verschiedene diagnostische Tests, wie zum Beispiel bildgebende Untersuchungen und Bluttests. Das Ziel dieser Untersuchungen ist es, mehr Informationen über die Größe und die Lage des Tumors sowie über das Ausmaß der Ausbreitung des Krebses zu erhalten.

Methoden wie CT, MRT, PET, Knochenscan und Ultraschall sind nützliche Methoden, um die Krankheit zu diagnostizieren. Mit einer MRT-Untersuchung kann zum Beispiel festgestellt werden, ob der Krebs lokal begrenzt ist und nicht auf andere Organe im Körper übergegriffen hat. Wenn dies der Fall ist, ist der Patient ein guter Kandidat für eine Immuntherapie.

Vor der Therapie besprechen die Ärzte den individuellen Behandlungsplan mit den Patienten. Dieser Plan kann auch andere Behandlungsmethoden wie Chemo- oder Strahlentherapie beinhalten, wenn diese notwendig sind, um die besten Ergebnisse zu erzielen. Je nach Art der Immuntherapie müssen manche Patienten bestimmte Medikamente meiden oder fasten.

Während der Behandlung kann die Immuntherapie auf verschiedene Arten verabreicht werden, zum Beispiel intravenös, subkutan oder oral. Je nach Behandlung können die Häufigkeit und die Dauer der Immuntherapie-Sitzungen unterschiedlich sein. Manche Patienten erhalten zum Beispiel eine tägliche Dosis über einen längeren Zeitraum, während andere die Behandlung einmal alle paar Wochen erhalten. Die Ärzte verfolgen die Fortschritte des Patienten.
Nach Abschluss der Immuntherapie müssen die Patienten regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen gehen, damit die Ärzte die Nebenwirkungen überwachen und frühe Anzeichen eines Rückfalls erkennen können. Die Wirksamkeit der Behandlung ist unterschiedlich. Wenn die Ergebnisse nicht den Erwartungen des Patienten entsprechen, kann der Arzt andere Therapien empfehlen.

Immuntherapie Lebenserwartung

Die Lebenserwartung von Patienten, die sich einer Immuntherapie unterziehen, lässt sich nur schwer vorhersagen. Wie bereits in diesem Artikel erwähnt, hat sich die Therapie in den letzten Jahren dank der vielen Forschungsarbeiten zu diesem Thema verbessert. Laut einem Artikel aus dem Jahr 2022 (5) ist die Immuntherapie der Grund dafür, dass die durchschnittliche Überlebenszeit von Patienten mit fortgeschrittenem Melanom heute drastisch besser ist als noch vor Jahrzehnten. Dr. Jedd D. Wolchok, der in den 2000er Jahren mit der Behandlung von Melanom Patienten begann, als die durchschnittliche Überlebensrate für Patienten im Stadium 4 bei etwa sieben Monaten lag, hat diese Veränderung bemerkt.

Einige der Faktoren, die die Lebenserwartung von Patienten, die sich einer Immuntherapie unterziehen, beeinflussen können, sind die Art des Krebses, mit dem sie zu tun haben, der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten und die Wirksamkeit der Behandlung. Es hat Fälle gegeben, in denen sich die Prognose eines Patienten dank der Therapie stark verbessert hat. Bei fortgeschrittenen Krebserkrankungen verstärkt sie die Wirksamkeit anderer Behandlungen.

Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass nicht alle Patienten gut auf die Immuntherapie ansprechen. Außerdem kann es zu verschiedenen Nebenwirkungen kommen, von denen einige gefährlicher sind als andere. Deshalb müssen die Patienten alle Vor- und Nachteile der Therapie besprechen, bevor sie mit ihr beginnen. In manchen Fällen kann ein anderer Ansatz erfolgreicher sein, um die Lebenserwartung zu verbessern, als eine Immuntherapie.

Wie die Immuntherapie die Prognose für Krebspatienten verbessert

Im Gegensatz zu anderen traditionellen Krebsbehandlungsmethoden regt die Immuntherapie das Immunsystem an, Krebszellen zu erkennen und effizient zu zerstören. Das ist ein anderer Ansatz, als diese Zellen direkt anzugreifen. Auch nach Beendigung der Behandlung greift das Immunsystem die Krebszellen weiter an, was zu einer dauerhaften Reaktion führt.

Immuntherapie bei Lungenkrebs

Die Lunge ist das wichtigste Organ des Atmungssystems und ihre Hauptaufgabe ist es, den gesamten Körper mit Sauerstoff zu versorgen. Lungenkrebs entsteht, wenn abnorme Zellen in der Lunge unkontrolliert wachsen. Eine der häufigsten Ursachen ist der Tabakrauch, aber es gibt noch viele andere Faktoren, die das Risiko einer Erkrankung erhöhen können.

Eine Studie aus dem Jahr 2015 zeigte, dass Lungenkrebs die Ursache für 25% der Krebstodesfälle bei Männern in Deutschland ist und für 14% bei Frauen (6). Obwohl die Überlebensrate im Vergleich zu anderen europäischen Ländern relativ hoch ist, gibt es bei der Behandlung von Lungenkrebs noch Verbesserungspotenzial. Da immer mehr Investitionen im medizinischen Bereich getätigt werden, verbessert sich die Prognose für Patienten, die an Lungenkrebs und anderen ähnlichen Krankheiten leiden.

Lungenkrebs kann nicht immer durch eine Operation geheilt werden, vor allem wenn er sich auf andere Organe im Körper ausgebreitet hat. Deshalb empfehlen Ärzte andere Behandlungen wie Chemotherapie, Strahlentherapie und Immuntherapie.

Die meisten Fortschritte bei der Behandlung von Lungenkrebs durch Immuntherapie wurden mit Immun-Checkpoint-Inhibitoren erzielt (7). Die beiden anderen Optionen, die den Patienten zur Verfügung stehen, sind Krebsimpfstoffe und die adoptive T-Zell-Therapie. Die Medikamente werden über eine Infusion in die Venen verabreicht, und die meisten Patienten unterziehen sich der Immuntherapie so lange, wie der Krebs gut anspricht.