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Iliosakralgelenk (ISG)

Wenn das Becken schmerzt: Weltweit leiden viele Menschen an Rückenschmerzen – doch der Grund ist nicht bei allen gleich. Ein häufiges Krankheitsbild ist das sogenannte Iliosakralgelenkssyndrom, kurz ISG-Syndrom. Doch was versteckt sich hinter diesem Begriff? Wo treten die Schmerzen konkret auf? Und wie wird man die Beschwerden wieder los? Wir haben die Antworten!

Kreuzbein und Iliosakralgelenk (ISG)

Eigentlich aus fünf zusammengewachsenen Wirbelknochen bestehend, bildet das Kreuzbein den hinteren Teil des Beckens (Pelvis). Dieser keilförmige Knochen sitzt am Ende der Wirbelsäule und ist rechts und links mit dem knöchernen Becken verbunden. Zwischen dem Kreuzbein und den Beckenschaufeln des Darmbeins sitzen die Kreuzdarmbeingelenke sowie die Iliosakralgelenke (ISG) und sorgen für die Beweglichkeit des Beckens.

Erkrankungen des Iliosakralgelenk

ISG-Blockade

  • Bei einer ISG-Blockade liegt eine mechanische Störung des ISGs vor, bei der das Zusammenspiel der Gelenkpartner – also ihre Position oder ihre funktionelle Zusammenarbeit – beeinträchtigt ist

ISG-Schmerzen

  • Schmerzen im Gelenk können durch eine ISG-Blockade, aber auch durch nicht-mechanische Faktoren wie Entzündungen ausgelöst werden.

ISG-Syndrom

  • Unter dem ISG-Syndrom versteht man ein Zusammenschluss mehrerer Krankheitssymptome unter Beteiligung des ISGs, bei der die Ursache unklar ist.

Symptome einer Erkrankung des Iliosakralgelenks

Betroffene leiden meistens unter einseitigen Schmerzen, die in die Leistengegend, in das Bein oder in den Fuß ausstrahlen können. Typischerweise ist das ISG von unruhigem Sitzen begleitet, da das Sitzen in der gleichen Position die Schmerzen verstärken kann. Auch das Drehen oder Beugen des Beines kann schmerzhaft sein.

Achtung vor Verwechslungsgefahr: Beschwerden im ISG äußern sich in Bereichen, die auch bei Erkrankungen der Lendenwirbelsäule auftreten können. Deshalb werden Erkrankungen des ISG häufig mit einem Hexenschuss oder einem Bandscheibenvorfall im unteren Rücken verwechselt.

Ursachen einer Erkrankung des Iliosakralgelenks

Die Ursachen für Schmerzen im ISG können vielfältig sein. Zu den häufigsten Gründen zählen u.a.:

  • Rheumatische Erkrankungen
  • Arthrose
  • Entzündungen
  • Stressfakturen im Beckenbereich
  • Wirbelsäulenversteifungen
  • Asymmetrische Belastungen z.B. bei verändertem Gangbild oder einer Beinlängendifferenz

 

Diagnostisches Vorgehen bei Erkrankungen des Iliosakralgelenks

Der behandelnde Orthopäde kann auf verschiedene Untersuchungsmethoden zurückgreifen, um Erkrankungen am ISG festzustellen. Zuerst erfolgt eine ausführliche Anamnese hinsichtlich Beschwerden, Vorgeschichte und möglicher auslösender Ereignisse.

Bei Verdacht auf eine ISG-Erkrankung folgen dann spezielle Tests. Eine alleinige Anamnese reicht nicht aus, da ISG-Schmerzen sehr variabel sind und die Beschwerden denen anderer Erkrankungen des Rückens gleichen.

Schmerz-Provokationstest

Hierbei versucht der Arzt durch bestimmte Bewegungsabläufe des Beins bei dem Patienten den Schmerz auszulösen. Einer oder mehrere positive Schmerz-Provokationstest deuten auf das ISG als Ursache der Schmerzen hin.

FABER-Test

Der FABER-Test steht für Flexion, Abduktion und externe Rotation der Hüfte. Hier wird Zugkraft aus dem ISG des Patienten ausgelöst. Dafür kreuzt der Arzt in Rückenlage den Fuß der betroffenen Seite über den Oberschenkel des anderen Beines. Drückt der Arzt nun das Knie der betroffenen Seite leicht herunter, kann das Schmerzen im ISG hervorrufen.

Tight-Trust-Test

Bei diesem Test übt der Arzt Druck über den Oberschenkel auf das ISG aus. Dafür liegt der Patient in Rückenlage und hat das Bein der betroffenen Seite angewinkelt. Der Arzt drückt dann die Oberschenkelachse gleichmäßig und zunehmend von oben nach unten.

Zusätzlich zu diesen Tests können bildgebende Verfahren wie ein MRT Aufschluss darüber geben, wieso das ISG schmerzt. Insbesondere eine Arthrose des ISG ist auf einer MRT-Aufnahme erkennbar.

Behandlung einer Erkrankung des Iliosakralgelenks

Grundsätzlich richtet sich die Behandlung von Schmerzen im ISG nach der Ursache. Bei entzündlichen Krankheiten wird diesen entgegengewirkt. Einer Dysbalance des Beckens kann mit ausgleichendem Schuhwerk therapiert werden, insbesondere wenn Betroffene unterschiedlich lange Beine haben.

Bei einer mechanischen Dysfunktion des ISGs werden konservative Therapien angewendet. Patienten wird geraten, sich regemäßig moderat zu bewegen, z.B. bei Spaziergängen oder beim Schwimmen.

Auch Wärmeanwendungen können zu Lockerungen der Muskeln und Bänder um das ISG führen.

Oftmals kann eine geeignete Physiotherapie Linderung verschaffen.

 

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