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MRT Pankreas

Innovativ, strahlenfrei, detailreich: Die MRT der Pankreas

Damit unsere Verdauung richtig funktioniert ist unsere Bauchspeicheldrüse, auch Pankreas genannt, unerlässlich. Mittels MRT der Pankreas kann diese nun auch näher unter die Lupe genommen werden.

Sie liegt quer im Oberbauch zwischen Magen, Milz und Leber und misst 15-20 Zentimeter. Eine der wesentlichen Aufgaben des Pankreas ist die Produktion von zahlreichen Verdauungsenzymen, die anschließend über den Bauchspeicheldrüsengang in den Zwölffingerdarm abgegeben werden. Dazu zählen beispielsweise die Amylase und die Lipase, die dabei helfen, Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate aufzuspalten, so dass sie von der Darmwand aufgenommen werden und ins Blut übertreten können.

MRT Pankreas

Die zweite Funktion des Pankreas liegt in der Produktion von Hormonen. Die wohl bekanntesten Vertreter dürften das Insulin und Glucagon sein, welche entscheidend für die Aufnahme von Glukose zur Energiegewinnung sind – ein Vorgang der bei Diabetes mellitus gestört ist. Darüber hinaus werden aber auch die Hormone Somatostatin, Ghrelin, Serotonin sowie das pankreatische Polypeptid in unserer Bauchspeicheldrüse gebildet.

Neben dem Diabetes mellitus, gibt es aber noch weitere Erkrankungen, die das Pankreas betreffen können. Oftmals sind verschiedene klinische Tests und Laboruntersuchung zur Diagnosestellung wegweisend, doch je nach Beschwerdebild, können auch bildgebende Verfahren notwendig sein. Eines davon ist die Magnetresonanztomographie (MRT) des Pankreas.

Radiowellen und Magnetfelder statt Strahlung: Die Technik hinter der MRT des Pankreas

Für MRT des Pankreas gilt wie für alle anderen MR-Untersuchungen: Mittels starker Magnetfelder und Radiowellen werden schichtweise Bilder des Körperinneren aufgenommen. Dabei kommt die MRT im Gegensatz zum konventionellen Röntgen und zur Computertomographie (CT) gänzlich ohne Strahlenbelastung aus. Bei der MRT werden zunächst in sehr kleinen, regelmäßigen Abständen zweidimensionale Schnittbilder durch Ihren Körper angefertigt, welche anschließend am Computerbildschirm übereinandergelegt und betrachtet werden können, was einen dreidimensionalen Eindruck vermittelt.

Die MRT besticht dabei durch ihr Detailreichtum und den besonders hohen Weichteilkontrast. Dadurch eignet sich dieses Verfahren insbesondere zur Beurteilung der Organe unseres Körpers, wie beispielsweise des Pankreas, und ist anderen bildgebenden Verfahren häufig deutlich überlegen.

Meistens wird bei der MRT des Pankreas auch Kontrastmittel (KM) eingesetzt. Dies ist in der Regel gadoliniumhaltig und wird über eine Vene verabreicht. Anschließend reichert es sich in manchen Geweben stärker und in manchen schwächer and, sodass verschiedene anatomische Strukturen am und um das Pankreas hervorgehoben werden. Insbesondere bei der Suche nach Pankreastumoren, die auf den nativen MRT-Aufnahmen nicht schon deutlich abgrenzbar sind kann eine sogenannte „dynamische“ KM-MRT hilfreich sein.

Dabei werden bei angehaltenem Atem mehrere Aufnahmen in verschiedenen Zeiträumen nach der Kontrastmittel-Injektion angefertigt. Verschiedene Tumore zeigen dabei entweder eine rasche, stärkere oder eine verzögerte und geringere KM-Aufnahme als gesundes Pankreasgewebe.

Zusätzlich kann in der MRT des Pankreas auch noch eine Sequenz angewandt werden, bei der das Signal des Fettgewebes spezifisch unterdrückt wird. Diese ist insbesondere bei der Lokalisationsdiagnostik endokrin aktiver Pankreastumoren, die aus hormonbildenden Zellen entstehen, vorteilhaft, da sich diese teilweise sehr schlecht gegen das peripankreatische Fettgewebe abgrenzen lassen.

Im Gegensatz dazu lassen sich mittels sogenannter stark T2-gewichtetet MRT-Aufnahmen Flüssigkeiten besonders gut darstellen. Dadurch werden sowohl das stark wasserhaltige Pankreassekret im Gangsystem aber auch die Flüssigkeit in Zysten und Abszessen mit einem hohen Signal hervorgehoben.

Die MRCP – eine nicht-invasive Alternative

Soll das Pankreasgangsystem noch genauer dargestellt werden, bietet sich eine sogenannte Magnetresonanz-Cholangiopankreatikografie (MRCP) an. Bislang galt die sogenannte endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikographie (ERCP) als Goldstandard für diese Fragestellungen. Doch die MRCP ist nicht invasiv und damit deutlich schonender und bietet außerdem eine strahlungsfreie Alternative zur ERCP.

Die MRCP beruht auf einer speziellen MRT-Sequenz, die bei angehaltenem Atem aufgenommen wird. Dabei zeigt sich ein sehr deutlicher Kontrast zwischen wässrigen Lösungen (hohes Bildsignal) wie dem Pankreassekret im Pankreasgangsystem und Weichgeweben (niedriges Bildsignal). So lässt sich das Gangsystem detailliert darstellen und optimal beurteilen. Eine intravenöse KM-Gabe ist hierfür nicht notwendig.

Bei diesen Erkrankungen kann eine MRT des Pankreas sinnvoll sein

In der Diagnostik von Pankreastumoren gilt die MRT als ein der CT gleichwertiges bildgebendes Verfahren. Insbesondere bei der Diagnostik von Pankreastumoren, die aus die aus hormonbildenden Zellen entstehen (endokrine Tumore) und oft sehr klein sind, gilt sie aufgrund des höheren Weichteilkontrastes als das überlegene Verfahren.

Auch eine akute Pankreatitis, also eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse, kann mittels MRT diagnostiziert werden. Allerdings schränken die im Vergleich zur CT und Sonografie deutlich längeren Untersuchungszeiten den Einsatz der MRT bei akuten entzündlichen Erkrankungen deutlich ein.

Da Verkalkungen, die typisch für eine chronische Pankreatitis sind, in der MRT erst ab einer Größe von ca. 5 mm sicher erkannt werden können, gestaltet sich deren Nachweis bei Verdachtsfällen in der MRT etwas schwieriger als in der CT. Andererseits lassen sich jedoch die fibrotischen Umbauten des Pankreasgewebes im Rahmen der chronischen Pankreatitis mit der MRT oft besser dargestellt als mit der CT.

Bei der Routinediagnostik von Unregelmäßigkeiten der Pankreasgänge, die als Folge von Entzündungen, Pankreassteinen oder Tumoren auftreten können, hat sich die MRCP in den letzten Jahren weitgehend gegen die anderen bildgebenden Verfahren durchgesetzt.

So läuft eine MRT des Pankreas ab

Für die MRT des Pankreas liegen sie auf dem Rücken auf einer Untersuchungsliege. Diese wird anschließend in die MRT-Röhre gefahren. Wichtig ist dabei, dass sich das Pankreas – also die Oberbauchregion – möglichst zentral im Gerät liegt, um eine bessere Bildqualität zu erreichen.

Die Untersuchung dauert etwa 20-30 Minuten und ist völlig schmerzfrei. Allerdings kommt es durch die Magnetfelder zu lauten Klopfgeräuschen. Damit die Untersuchung dennoch so angenehm wie möglich für Sie ist, werden sie mit Ohrstöpseln und Kopfhörern ausgestattet. Sie werden die ganze Zeit überwacht und können jederzeit Kontakt zu den betreuenden Assistenten aufnehmen. Wichtig ist, dass sie während der Untersuchung möglichst still liegen, da die Aufnahmen sonst verwackeln und nicht mehr gut beurteilbar sind.

Metall vs. MRT: Dann ist die Untersuchung der Pankreas nicht möglich

Unter Umständen kann eine MRT-Untersuchung des Pankreas allerdings nicht möglich sein. Dies ist insbesondere der Fall, wenn Sie metallische Implantate im Körper haben, die nicht MRT-tauglich sind. Hierzu zählen:

  • Herzschrittmacher und Defibrillatoren
  • Cochlea-​Implantate
  • Neurostimulatoren
  • implantierte Insulinpumpen
  • Blasenschrittmacher
  • diverse Gelenkprothesen bzw. Metallimplantate zur Knochenstabilisierung
  • Zahnimplantate
  • kupferne Verhütungsspiralen

Auch größere Tätowierungen oder Permanent-Make-up können ein Ausschlussgrund sein, da sich die betroffenen Stellen bei der MRT-Untersuchung stark erwärmen können sofern metallhaltige Farbstoffe verwendet wurden. Außerdem müssen Sie unmittelbar vor der Untersuchung sämtliche Metallteile wie Brillen, Uhren, Schmuck, Haarnadeln, Piercings, Kleidung mit Gürtelschnallen, BHs mit Bügeln ablegen. Das die Untersuchung betreuende Personal wird diese Dinge jedoch vorab mit Ihnen durchgehen und sicherstellen, dass sie keine metallischen bzw. magnetischen Gegenstände mehr bei sich tragen.

Darüber hinaus kann auch Angst vor engen Räumen (sog. Klaustrophobie) beim MRT des Pankreas zum Problem werden, da Sie 20-30 Minuten komplett still in der Röhre liegen müssen. Hier kann ein offenes MRT-Gerät eine Alternative sein. Dabei verläuft die Magnetspule nicht kreisförmig um den Patienten herum, sondern besteht aus zwei Blöcken zwischen denen er liegt, was einen freien Blick „nach draußen“ ermöglicht. Die Untersuchung dauert bei den offenen Geräten jedoch oft etwas länger, die Verfügbarkeit ist begrenzt und die Bildqualität etwas schlechter.

Quellen

Referenzen:

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