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Fußschmerzen: Die 5 häufigsten Ursachen

Unsere Füße tragen uns buchstäblich durchs Leben - Schritt für Schritt. Kein Wunder, dass sie durch ihre hohe Beanspruchung auch besonders anfällig für Belastungserscheinungen und Unfälle sind. Fast alle Menschen haben daher früher oder später in ihrem Leben einen schmerzenden Fuß. Wir stellen Ihnen 5 häufige Ursachen von Fußschmerzen vor und zeigen ebenfalls, wie sie sich erkennen, behandeln und bestenfalls vermeiden lassen.

1. Ursache: Umknicken

Fast jeder kennt es: Ein falscher Schritt und der Fußknöchel knickt um, schwillt an und beginnt zu schmerzen. Man spricht dann von einer Verstauchung des Sprunggelenks, einer der häufigsten Verletzungen, die zu Fußschmerzen führen. Bei Sportarten, bei denen die Bänder besonders starken Kräften ausgesetzt sind, wie beispielsweise Fußball, Bouldern, Volley- oder Basketball ist dies häufiger der Fall.

Manchmal genügt aber auch schon ein unkonzentrierter Schritt im Alltag oder beim Sport und der Fuß knickt um. Was genau verbirgt sich hinter einem „verstauchten Fuß“? Wie kann man der Verletzung vorbeugen und wie ist sie zu behandeln?

medneo ist offizieller Diagnostikpartner von Borussia Mönchengladbach
medneo ist offizieller Diagnostikpartner von Borussia Mönchengladbach

Verstauchung – das passiert im Sprunggelenk

Wenn der Fuß im Sport oder Alltag umknickt, werden die Bänder im Sprunggelenk überdehnt. Diese sorgen normalerweise dafür, dass der Fußknöchel unter Belastung und in Bewegung stabil bleibt. Ist die Krafteinwirkung auf das Gelenk jedoch zu groß, können die Bänder dem Widerstand unter Umständen nicht standhalten. Sie werden passiv gedehnt und können im schlimmsten Fall sogar (an)reißen.

Auch werden kleine Blutgefäße verletzt, wodurch der Knöchel anschwillt und zu schmerzen beginnt. Man spricht dann von einer Verstauchung, die von unterschiedlichem Ausmaß sein kann. Hierbei kann man drei Schweregrade unterscheiden:

  • In den meisten Fällen kommt es beim Umknicken des Fußes zu einer leichten Verstauchung. Die Bänder sind überdehnt, aber nicht gerissen. Der Fuß ist weiterhin stabil und die Schmerzen sind mäßig.
  • Sind eines oder mehrere Bänder im Sprunggelenk angerissen, spricht man von einer mittelschweren Verstauchung. Die Verletzung ist schmerzhafter, die Beweglichkeit ist eingeschränkt und das Fußgelenk etwas instabil.
  • Bei einer schweren Verstauchung oder einem Bänderriss sind eines oder mehrere Bänder gerissen und das Fußgelenk ist instabil. Der Fuß schmerzt sehr stark und lässt sich kaum noch bewegen.

Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Fußschmerzen

Kommt es zu einer schmerzhaften Verstauchung des Sprunggelenks, hat sich als Sofortmaßnahme die „PECH“-Regel bewährt:

  • Pause: Beenden Sie so schnell wie möglich jede belastende Tätigkeit.
  • Eis: Kühlen Sie den Fußknöchel, um Schwellungen und Entzündungen vorzubeugen.
  • Compression: Legen Sie einen Kompressionsverband an.
  • Hochlagern: Lagern Sie Ihren Fuß hoch.

Bei leichteren Verstauchungen lässt sich der Fuß innerhalb weniger Tage meist wieder normal bewegen und die Verletzung heilt innerhalb von zwei Wochen vollständig aus. Auch, wenn der Fuß noch etwas weniger belastbar sein kann.

Dauern die Beschwerden allerdings ohne Verbesserung über mehrere Tage an, spricht dies dafür, dass eines oder mehrere Bänder (an)gerissen sind. Spätestens jetzt sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Ärztliche Diagnose und Behandlung bei Fußschmerzen

Durch ein Anamnesegespräch mit Ihnen und eventuell bildgebende Verfahren wie Röntgen, Ultraschall oder einem MRT kann der Arzt das Ausmaß der Verletzung feststellen.

Als Behandlungsmaßnahmen bei stärkeren Verstauchungen eignen sich Orthesen, Schienen oder ein fester Verband, um den Fuß vorrübergehend zu stabilisieren. Darüber hinaus sollte der Fuß nicht zu lange ruhig gehalten werden. Frühzeitiges, sanftes Mobilisieren und bestenfalls eine ergänzende Physiotherapie sorgen dafür, dass die Muskeln gekräftigt und ein erneutes Umknicken verhindert werden. Bei einem schweren Bänderriss werden auch operative Maßnahmen in Erwägung gezogen.

Die Krux beim Umknicken

Leider ist ein Knöchel, der einmal umgeknickt und verstaucht ist, in den nächsten Jahren umso anfälliger für erneute Verletzungen am Sprunggelenk. Das ist insbesondere der Fall, wenn die genannten belastenden Sportarten ausgeübt werden.

Es gibt aber Möglichkeiten, um einer chronischen Instabilität des Fußgelenks entgegenzuwirken und das Verletzungsrisiko beim Sport und im Alltag zu minimieren:

  • Aufwärmen und Dehnen, insbesondere der Wadenmuskulatur.
  • Kräftigungs-, Balance- und Koordinationstraining über mehrere Monate.
  • Ausgleichstraining, um eine einseitige Belastung der Muskulatur zu vermeiden.
  • Fußgelenk stabilisieren durch Bandagen/Tapeverbände oder entsprechendes Schuhwerk, vor allem, wenn es häufig zum Umknicken kommt.

2. Ursache: falsches Schuhwerk

Besonders durch Schuhe mit hohen Absätzen, aber auch durch zu enge, zu kleine oder zu große Schuhe können Fußschmerzen und dauerhafte Schäden wie Fehlstellungen ausgelöst werden.

So können Sie Beschwerden durch falsches Schuhwerk vermeiden:

  • Ein guter Schuh unterstützt den Fuß beim Laufen und fühlt sich dabei nicht unangenehm an. Treffen Sie die Wahl Ihrer Schuhe nicht ausschließlich aufgrund modischer Aspekte.
  • Achten Sie beim Kauf Ihrer Schuhe darauf, dass die Zehen genug Spielraum haben, die Ferse passend umschlossen wird und der Fuß beim Gehen gut abrollen kann.
  • Auch wenn es schwerfällt: Wenn Sie Schmerzen ausschließlich beim Tragen eines bestimmten Schuhwerks wahrnehmen, trennen Sie sich von diesen Schuhen.
  • Gehen Sie häufiger barfuß. Auf hartem Boden trainiert Barfußgehen den Fuß – ein gut trainierter Fuß kommt zeitweise auch in Schuhen mit hohen Absätzen gut zurecht.
  • Wenn Sie berufsbedingt häufiger Schuhe mit hohen Absätzen tragen müssen, gönnen Sie Ihren Füßen in Ihrer Freizeit Auszeiten durch flaches, besonders bequemes Schuhwerk und Barfußgehen auf weichem Boden.
  • Achten Sie darauf, dass die Schuhe Ihres Kindes nicht zu klein geworden sind. Kinderfüße wachsen manchmal schubartig.

3. Ursache: die Überbelastung

Wenn Sie in Ihrem Fuß einen plötzlich einsetzenden, stechenden Schmerz beim Auftreten vernehmen, ohne dass eine Verletzung oder ein Unfall stattgefunden hat, ist dies ein Hinweis auf eine Ermüdungserscheinung Ihres Fußes infolge einer Überbelastung.

Schmerzen durch Überbelastung sollten ernstgenommen werden, denn möglicherweise sind sie Vorboten eines so genannten Ermüdungsbruchs.

Folgen der Überbelastung

Der Ermüdungsbruch ist genau genommen kein klassischer Knochenbruch, sondern eine schleichende Veränderung der Knochenstruktur durch übermäßiges Sporttreiben, dauerhafte, gleichförmige Belastung oder auch eine Osteoporose. Es kommt dabei zunächst zu einer veränderten Anordnung der Knochenbälkchen und anschließend zu einem Anschwellen der benachbarten Knochenhaut, wodurch Schmerzen entstehen.

Wenn die Belastung nicht eingestellt wird, kann die stabile Knochenrinde auch brechen. Behandelt wird der Ermüdungsbruch durch Entlastung des Knochens.

Treten stechende Schmerzen im Bereich der Ferse auf, ist häufig ein Fersensporn (medizinisch: Plantarfasziitis) die Ursache. Hierbei handelt es sich um eine schmerzhafte Entzündung und Verknöcherung der Sehnenplatte der Fußsohle (Plantarfaszie), die durch eine dauerhafte Überbelastung der Ferse, etwa durch Übergewicht, Sport oder berufliche Belastung zustande kommt.

Typisch für die Beschwerden ist, dass die stechenden Schmerzen vor allem morgens nach dem Aufstehen und nach längeren Ruhepausen sowie unter Belastung auftreten. Die Behandlung des Fersensporns erfolgt in erster Linie physiotherapeutisch und nur als letzte Maßnahme operativ.

4. Ursache: Fehlstellungen des Fußes

Weitere Ursachen für Fußschmerzen können Fehlstellungen (z.B.: Knickfuß, Senkfuß, Spreizfuß, Hohlfuß oder Plattfuß) sein, die unbeachtet zu dauerhaften Problemen und Folgeschäden führen können. Zur Prävention von Fehlstellungen im Kindesalter empfiehlt sich, die Kinder viel barfuß laufen zu lassen und auf leichte, ausreichend große Schuhe mit flexibler Sohle zurückzugreifen. Liegt eine Fußfehlstellung vor, kann die Fußmuskulatur mittels gymnastischer Übungen trainiert und die Fehlstellung ggf. verbessert werden. Ist eine orthopädische Behandlung nötig, kommen spezielle Einlagen zum Einsatz.

5. Ursache: Chronische Krankheiten

Auch gibt es eine Reihe von chronischen Erkrankungen, die mit Fußschmerzen einhergehen. Dazu gehören etwa Rheuma oder Gicht, bei denen schmerzhafte Entzündungsprozesse im Fußgelenk vorliegen. Auch eine Arthrose, ein schleichender Verschleiß des Gelenkknorpels, kann Schmerzen im Fuß hervorrufen. Diese äußern sich typischerweise morgens nach dem Aufstehen oder nach längerem Liegen bzw. Sitzen („Anlaufschmerzen“) sowie bei Belastung.

Die Behandlung von Fußschmerzen in Zusammenhang mit chronischen Erkrankungen ist abhängig vom Krankheitsbild und dessen jeweiliger Ausprägung.

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