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MRT Schwanger

Im Laufe des Lebens kann es passieren, dass die Ursachen für Schmerzen oder das Ausmaß eines Unfalls nicht genau einzuschätzen oder erkennbar sind.

Möchte der behandelnde Arzt eine bestimmte Erkrankung ausschließen oder feststellen, muss man sich oft einigen Behandlungen unterziehen. So kann es z. B. sein, dass eine Untersuchung mit einem bildgebenden Diagnoseverfahren wie dem Magnetresonanztomographen (MRT) durchgeführt werden muss.

Was ist jedoch, wenn die Frage nach einer bestehenden Schwangerschaft nicht verneint werden kann? Ist eine MRT Untersuchung unter diesen „Umständen“  überhaupt möglich?

Bildgebende Verfahren

In der heutigen hochmodernen Zeit sind bildgebende Verfahren kaum noch wegzudenken. Hierbei lassen sich z. B. folgende Verfahren unterscheiden: Röntgen, Computertomographie, Ultraschall und Magnetresonanztomographie.

Doch was passiert, wenn man zu dem vorgesehenen Untersuchungszeitpunkt schwanger ist? Wie sicher sind diese Verfahren? Ist eine Bildgebung in dieser Zeit möglich?

Ionisierende Strahlung bei der Computertomographie (CT)

Die Computertomographie stellt ein Verfahren dar, welches mit ionisierender Strahlung arbeitet. Ionisierende Strahlung kann Zellen bleibend schädigen. Ist nun eine Frau schwanger und wird mit dieser Form von Strahlung belastet, kann es bei dem ungeborenen Kind zu Fehlbildungen und Entwicklungsstörungen kommen.

Inwiefern sich die Strahlung auswirken kann, ist abhängig von der ausgesandten Energie. Das heißt, ein möglicher Schaden beim Ungeborenen ist davon abhängig, wie hoch die Strahlendosis ist und in welchem Entwicklungsstadium es sich befindet.

Geringe Strahlendosen können Jahre und Jahrzehnte später zu Schäden führen. Diese sind darauf zurückzuführen, dass die Strahlung genetische Zellinformationen verändern kann. Krebserkrankungen und Leukämien können durch diese Veränderungen ausgelöst werden.

Solche Arten von Spätschaden sind umso wahrscheinlicher, je höher die damals erhaltene Strahlendosis war. Das Risiko eines Spätschadens ist in jedem Entwicklungsstadium des Ungeborenen ähnlich hoch.

Ist eine Schwangerschaft bekannt, bedarf es einer kritischen Prüfung, ob und wie notwendig eine Untersuchung mit einem bildgebenden Verfahren wie der Computertomographie ist. Hierbei muss nicht nur das strahlenbedingte Risiko des ungeborenen Kindes betrachtet werden, sondern auch der mögliche Nutzen für die Mutter.

Im Idealfall wird auf Strahlenanwendung verzichtet.

Die Gefahren einer Computertomographie (CT) Untersuchung

Bei der Durchführung einer Computertomographie kann die ionisierende Strahlung zu langfristigen Schäden bei dem ungeborenen Kind einer Schwangeren führen. Diese sind nicht nur abhängig von der Strahlendosis, sondern auch von dem Entwicklungsstadium des Kindes.1

Die Auswirkungen auf unterschiedliche Entwicklungsphasen

  • Erster Tag der letzten Regelblutung: Es kann zu fehlerhafter Einnistung oder Absterben der befruchteten Eizelle kommen.
  • Vier Wochen nach der letzten Regelblutung: Es kann zu Fehlbildungen kommen. In dieser Entwicklungszeit kommt es zur Zelllteilung und -differenzierung sowie zur Bildung der Organanlagen.
  • Zehn Woche nach der letzten Regelblutung: Es kann zu Fehlentwicklungen des Gehirns kommen.

Da die Computertomographie in der fragilen Zeit der Schwangerschaft viele Risiken birgt, sollten stets alternative Untersuchungsverfahren zu Rate gezogen werden.

Hierzu eignen sich die Ultraschalldiagnostik, die sogenannte Sonographie, aber auch die Magnetresonanztomographie.

Die nicht-invasive Magnetresonanztomographie (MRT)

Nicht selten ist der Goldstandard bei Schwangeren daher eine Untersuchung mit dem Magnetresonanztomographen, kurz MRT. Insbesondere bei Beschwerden an Kopf, Knie und Wirbelsäule, aber auch bei Verdacht auf Tumore oder Entzündungen kann die Untersuchung bei der Diagnosefindung helfen.

Ein großer Vorteil der MRT Untersuchung stellt ein nicht-invasiv und schmerzfreies Vorgehen dar. Die Untersuchung verzichtet im Vergleich zur Computertomographie vollständig auf ionisierende Strahlung.

Das heißt, der Patient ist keiner Strahlenbelastung ausgesetzt. Dies liegt darin begründet, dass die Magnetresonanztomographie anstelle von ionisierender Strahlung mit Magnetwirkung arbeitet.

Wie gefährlich ist eine MRT Untersuchung in der Schwangerschaft?

Während die Computertomographie durch ihre ionisierende Strahlung schädigend für das Ungeborene sein kann, wird es während der MRT Untersuchung verschiedenen elektromagnetischen Feldern ausgesetzt.

Bislang gibt es wenige Studien, jedoch konnten diese keine schädlichen Effekte zeigen. Auf Grund der geringen Fallzahlen sollte allerdings auch bei diesem bildgebenden Verfahren eine sorgfältige Abwägung des Risikos und Nutzens für die Schwangere und das Ungeborene erfolgen.

Wird das MRT ohne Kontrastmittelverstärkung durchgeführt, gelten das zweite und dritte Schwangerschaftsdrittel als unbedenklich. Im ersten Schwangerschaftsdrittel sollte auf eine Untersuchung bestmöglich verzichtet werden. In dieser Zeit können die elektromagnetischen Wellen das noch sehr sensible Gewebe des Fetus erwärmen. Zudem können die starken Begleitgeräusche während der Untersuchung zusätzlichen Stress verursachen.

Kontrastmittel ja / nein?

Einer großen retrospektiven Kohortenstudie2 zufolge wurden ungeborene Kinder im ersten Drittel der Schwangerschaft untersucht. Ziel war es, das Ausmaß der Sicherheit der MRT Untersuchung für den Fetus sowie etwaige Folgeschäden durch Kontrastmittelgabe abzuschätzen.

Den Ergebnissen zufolge könnten Kontrastmittel im ersten Drittel zu Fehlbildungen führen. Im weiteren Verlauf der Schwangerschaft könnte das Kontrastmittel nephrotoxisch wirken. Das heißt, es kann die Nieren des Ungeborenen schädigen. Im schlimmsten Falle kann es im Erwachsenenalter zu einer nephrogenen systemischen Fibrose (NSF) kommen.

In der Studie von Ray und Kollegen2 wird davon ausgegangen, dass ein MRT Untersuchung in der frühen Schwangerschaft kein erhöhtes Risiko für das Ungeborene darstellt. Bei dem Einsatz eines Kontrastmittels könnte dies allerdings anders aussehen. Von 1000 untersuchten Kindern kam es im Verlauf bei knapp 18 untersuchten Frauen nach MRT Untersuchung mit Kontrastmittel zum Tode des Kindes bei oder kurz nach der Geburt. Wird während der MRT Untersuchung kein Kontrastmittel verwandt, kann es im Durchschnitt zu 7 von 1000 Totgeburten kommen.

Das heißt, der Einsatz von Kontrastmitteln während einer MRT Untersuchung kann das Risiko erhöhen, eine Totgeburt zu erleiden.

Der Einsatz eines Kontrastmittels ist zu jedem Zeitpunkt der Schwangerschaft mit einem erhöhten Risiko für Erkrankungen als auch einer frühen Sterblichkeit des ungeborenen Kindes verbunden.

Von der Anwendung von einem gadoliniumhaltigen Kontrastmittel sollte daher nach Möglichkeit verzichtet werden.

Fazit zu einer MRT Untersuchung in der Schwangerschaft

Anhand der bisherigen Studienlage lässt sich zusammen, dass eine MRT Untersuchung während der Schwangerschaft möglich ist und keine Kontraindikation darstellt. Das bildgebende Verfahren kann in Problemfällen eine gute Ergänzung bei der Diagnosefindung sein.

Auf ein Kontrastmittel sollte auf Grund oben genannter Gründe verzichtet werden.

Eine Kosten-Nutzen-Abwägung sowie eine Aufklärung der Schwangeren sollten jedoch stets in jedem Fall erfolgen.

Quellen

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