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Schulterarthrose

Wenn die Schulter schmerzt, oder es zu Bewegungseinschränkungen in der Schulter kommt, kann eine fortgeschrittene Schulterarthrose dahinterstecken. Wird sie jedoch rechtzeitig erkannt, kann der Verlauf der Erkrankung günstig beeinflusst und kontrolliert werden.

Aufbau eines gesunden Schultergelenks

Das sehr bewegliche Schultergelenk ist ein Kugelgelenk. Es setzt sich aus dem runden Kopf des Oberarmknochens und einer, nach innen gewölbten, Pfanne des Schulterblatts, passgenau zusammen. Die beiden Gelenkflächen sind von einer dünnen Knorpelschicht umgeben, damit sie nicht aneinander reiben. Durch ihre Zusammensetzung wirkt die Knorpelschicht wie ein Stoßdämpfer und verteilt den Druck gleichmäßig auf die Gelenkknochen.

Was bei einer Schulterarthrose passiert

Bei einer Arthrose kommt es zum Aufweichen des Gelenkknorpels, wodurch dieser abgerieben wird und sogar ganz verschwinden kann. Das sorgt dafür, dass die Knochen schutzlos aufeinander reiben und das Gelenk weniger gleitfähig ist. Der Knorpelabrieb kann weiter durch knöcherne Anbauten, die durch den Reibungsprozess entstehen, vorangetrieben werden.

Wenn dies zwischen Oberarmkopf und Schulterblatt auftritt, spricht man von einer Schulterarthrose (fachlich: Omarthrose). Ursache dafür sind häufig falsche oder zu starke Belastungen des Schultergelenks. Viele jüngere Menschen haben lange keine schmerzhaften Beschwerden, da die Schulter verhältnismäßig wenig Körpergewicht trägt. Dadurch bleibt die Erkrankung über einen längeren Zeitraum unentdeckt und unbehandelt.

Wenn aber bereits Schmerzen oder Schwellungen im Schultergelenk vorhanden sind, haben sich wahrscheinlich, durch den Eintritt von Gelenkflüssigkeit ins Knochengewebe, Hohlräume, sogenannte Zysten, gebildet. Auch Entzündungsprozesse sind ein unliebsamer Begleiter der Erkrankung.

Eine weitere Form der Schulterarthrose

Gerade haben wir von einer Arthrose zwischen Schulterblatt und Oberarmkopf gesprochen. Wenn das Gelenk zwischen Schulterblatt und Schlüsselbein betroffen ist, spricht man hingegen von einer Acromio-Clavicular-Gelenk-Arthrose, kurz ACG-Arthrose. Diese Form ist häufiger als die Omarthrose (Knorpelabrieb im Schultergelenk) und betrifft überwiegend Männer.

Durch Schmerzen beim Austrecken der Arme nach vorne, lässt sie sich von der Omarthrose unterscheiden.

So äußert sich die Schulterarthrose

Ein schleichender Prozess: Das Greifen in ein hohes Regal, das nach hinten Greifen in die Hosentasche, Überkopfbewegungen wie Haare waschen oder föhnen, sowie Wurfbewegungen, zählen zu den ersten Bewegungsabläufen, die sich für Betroffene erschwert anfühlen. Auch nächtliche Schmerzen können auftreten.

Der typische Verlauf

  • Am Anfang der Erkrankung treten Gelenkschmerzen nur bei belastenden, ungewohnten Anstrengungen auf.
  • Im weiteren Verlauf können, nach längeren Ruhephasen des Gelenks, Anlaufschmerzen auftreten. Das Gelenk muss erst „warm“ werden. Dieser Schmerz verschwindet zunächst und kehrt dann nach längerer Belastung wieder zurück. Alltägliche Aktivitäten werden allmählich beeinflusst.
  • Im späteren Stadium der Erkrankung wird die Bewegung des Gelenks merklich eingeschränkt. Das Gelenk versteift sozusagen. Die Knorpelabnutzung wird durch knirschende oder knackende Geräusche hörbar. Auch in Ruhe können nun dauerhaft Schmerzen auftreten.
  • Ein Teufelskreis: Schmerzen können zu Schonhaltung führen, was weiter Funktionseinschränkungen nach sich zieht.

Daher gilt: Erkrankung frühzeitig erkennen und behandeln! Nur so lässt sie sich kontrollieren.

Damit Ihre Schulter wieder stark genug zum Anlehnen ist

Die verlorenen Knorpelmasse lässt sich zwar nicht mehr aufbauen, ein weiterer Abbau aber durch nicht operative Maßnahmen gut kontrollieren.

Ziel jeder Behandlung ist es ...

  • Den Krankheitsverlauf abmildern
  • Beschwerden lindern
  • Entzündungsprozesse hemmen
  • Die Schulter kräftigen und stabilisieren

Behandlung der Schulterarthrose

Eine individuelle Kombination aus den folgenden Behandlungen hat sich bewährt:

  • Physiotherapie, d. h. Übungen für zu Hause, welche die Beweglichkeit des Schultergelenks fördern und Beschwerden lindern.
  • Medikamente gegen Entzündungen und Schmerzen bei zeitgleicher Einnahme eines Magenschutzes, sodass die Verdauung nicht beeinträchtigt wird.
  • Bewegung, um Schonhaltung entgegen zu wirken.
  • Physikalische Therapien, um die Durchblutung sowie die natürlichen Heilungsprozesse des Gelenkes zu fördern. Wärme-, Kälte- oder Stromreize sowie Massagen kommen dabei zum Einsatz.
  • Schulterorthesen positionieren und das Gelenk stabilisieren.

Der letzte Schritt: Die Operation des Schultergelenks

Hierbei kommen zwei unterschiedliche Verfahren in Betracht:

  • Gelenkreinigung: In früheren Krankheitsstadien kann, durch eine operative Entfernung des erkrankten Gewebes, mittelfristige Schmerzlinderung erzeugt werden. Der Krankheitsfortschritt bleibt aber dennoch leider unaufhaltsam.
  • Gelenkprothese: Wenn die Schulterarthrose soweit fortgeschritten ist, dass sich eine Selbstständigkeit im Alltag schwierig gestaltet, kann ein künstliches Gelenk Abhilfe schaffen.
  • Die so genannte „Endoprothese“ kann als Voll- oder Teilprothese eingesetzt werden und gibt Betroffenen ihre Gelenkbeweglichkeit zurück.
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