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Impingement Syndrom

Als Impingement Syndrom (dt. Engpass-Syndrom) bezeichnet man die schmerzhafte Einklemmung von Weichteilgewebe – wie beispielsweise Sehnen oder Anteilen der Gelenkkapsel – im Gelenkspalt. Besonders häufig davon betroffen ist das Schultergelenk, gefolgt vom Hüftgelenk.

Ursachen des Impingement Syndroms

Man unterscheidet jeweils zwischen primärem und sekundärem Impingement-Syndrom: Während die primäre Form durch strukturelle Veränderungen wie einen Knochensporn oder degenerative Kalkablagerungen in Sehnen bedingt ist, entsteht die sekundäre Form als Folge einer vorangegangenen Erkrankung. Dies kann im Rahmen einer Schleimbeutelentzündung oder Sehnenruptur passieren. In beiden Fällen kommt es zur Verengung des Gelenkspalts, was schmerzhafte Einklemmungen begünstigt.

Wie macht sich ein Impingement Syndrom bemerkbar?

Impingement Syndrom im Schultergelenk

Etwa 10 Prozent der deutschen Bevölkerung leiden an einem Impingement Syndrom des Schultergelenks. Männer und Frauen um das 50. Lebensjahr sind dabei etwa gleich häufig betroffen. Im Schultergelenk trifft der Kopf des Oberarmknochens auf die Gelenkpfanne des Schulterblattes. Nach oben ist das Gelenk durch das sogenannte Schulterdach begrenzt, welches sich aus zwei Knochenvorsprüngen des Schulterblattes und einer verbindenden Bandstruktur zusammensetzt.

Beim Impingement Syndrom haben Muskeln, Sehnen oder Nerven nicht mehr genug Platz unter dem Schulterdach. Kommt es zur Einklemmung, äußert sich dies insbesondere durch Schmerzen, die beim seitlichen Anheben des Armes zwischen 60° und 120° verstärkt auftreten, kurz gesagt Painful Arc.

Impingement Syndrom im Hüftgelenk

Über das Hüftgelenk ist der Rumpf mit den Beinen verbunden. Hier liegt der Kopf des Oberschenkelknochens in der Gelenkpfanne des Beckens. Beim Impingement Syndrom der Hüfte können knöcherne Veränderungen dementsprechend entweder am Oberschenkelknochen oder am Becken vorliegen.

Ist die Hüftgelenkspfanne deformiert, wirkt dies wie eine Zange auf den Kopf des Oberschenkelknochens. Man spricht deshalb vom sogenannten Pincer-Impingement. Hiervon sind vermehrt Frauen betroffen.

Ist hingegen der Schenkelhalsknochen durch eine Wucherung deformiert, spricht man vom Cam-Impingement der Hüfte. Hierunter leiden häufiger junge, sportlich aktive Männer – insbesondere Fußballspieler.

Die Folge ist in beiden Fällen eine mechanisch bedingte Beeinträchtigung des Hüftgelenks. Dadurch kommt es vor allem zu bewegungsabhängigen Schmerzen an der Hüftvorderseite und in der Leistengegend, welche in den Oberschenkel ausstrahlen können.

Je nach Schweregrad der Erkrankung an Schulter- oder Hüftgelenk können aber auch in Ruhe beispielsweise nachts Schmerzen auftreten, was ein Liegen auf der betroffenen Seite unmöglich machen kann.

Durch die Verengung können Sehnen nicht mehr frei im Gelenkraum gleiten. Langfristig kann dies zu degenerativen Veränderungen führen, welche die Beweglichkeit des Gelenks beeinträchtigen. Darüber hinaus steigt durch eine anhaltende Kompression das Risiko für Muskelrisse und ein Absterben von Gewebe – unter anderem auch von Nerven.

Diagnostisches Vorgehen bei Impingement Syndrom

Wenn Ihnen die beschriebenen Beschwerden bekannt vorkommen, sollten Sie nicht zögern, einen Orthopäden aufzusuchen. Dieser wird Sie zunächst ausführlich zu Ihren Symptomen befragen, denn diese können bereits wertvolle Hinweise liefern. Ihn wird besonders interessieren, wo und seit wann Sie Schmerzen haben und wie sich diese anfühlen. Ergänzend ist relevant, ob das Gelenk zum Zeitpunkt des Schmerzbeginns besonders stark belastet oder verletzt wurde und ob Sie bereits Bewegungseinschränkungen bemerken.

Anschließend wird er Sie körperlich untersuchen und dabei die Beweglichkeit des betroffenen Gelenks testen. Zusätzlich wird er Sie bitten, Arme und Beine gegen Widerstand zu bewegen, um einen Nervenschaden auszuschließen.

Unterstützend können verschiedene bildgebende Methoden zum Einsatz kommen: Das Mittel der ersten Wahl ist hier die Röntgenaufnahme. Darauf lassen sich insbesondere knöcherne Strukturveränderungen gut erkennen. Ergänzend kann Ihr Arzt mittels eines Ultraschalls mögliche Flüssigkeitsansammlungen innerhalb der Schleimbeutel feststellen. Zur Untersuchung des Weichteilgewebes (Muskeln, Sehnen, Schleimbeutel) ist die Kernspintomografie (MRT) jedoch deutlich überlegen.

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Behandlungsmöglichkeiten: Physiotherapie oder Operation?

Prinzipiell sollte beim Impingement-Syndrom zunächst eine konservative Behandlung mit entzündungshemmenden Schmerzmitteln und Physiotherapie im Vordergrund stehen. Sollte sich damit jedoch keine Besserung ergeben, muss für eine dauerhafte Heilung die Ursache behoben werden – wofür je nach Form des Impingement Syndroms eine Operation notwendig sein kann.

Heutzutage wird hierfür in der Regel ein minimal-invasives arthroskopisches Operationsverfahren angewendet. Über zwei bis drei kleine Hautschnitte werden dabei die nötigen Operationsinstrumente sowie eine Kamera mit integrierter Lichtquelle in das Gelenk eingeführt. So kann sich der Arzt zunächst einen Überblick über das gesamte Gelenk verschaffen und anschließend eventuelle Knochenvorsprünge direkt abschleifen.

Bei der Mehrzahl der Patienten lassen sich die Schmerzen allerdings durch Schonung und gezielte physiotherapeutische Übungen nach mehreren Wochen und Monaten gut kontrollieren.

Quellen

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