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Kniearthrose (Gonarthrose)

Schmerzen im Knie beim Hocken oder Treppensteigen, können auf eine Kniearthrose, die sogenannte Gonarthrose hinweisen. Woran Sie die Erkrankung erkennen und wie sie sich behandeln lässt, erfahren Sie hier.

Wenn das Knie Sie in die Knie zwingt

Im gesunden Kniegelenk sind die knöchernen Gelenkpartner von einer schützenden und stoßdämpfenden Knorpelschicht umgeben. Der intakte Knorpel sorgt für eine gleichmäßige Druckverteilung bei Bewegungen im Gelenk. Bei einer Arthrose im Knie kommt es zu einer Schädigung, bis hin zum Abbau der Knorpelschicht. Die knöchernen Gelenkpartner reiben nun ungeschützt aneinander, was zu Schmerzen, Entzündungen und Einschränkungen bei Bewegungen führt.

Bis man eine Arthrose bemerkt, ist die Krankheit meist schon fortgeschritten. Aber auch jetzt ist es keineswegs zu spät für einen Gang zum Arzt.

Je früher die Erkrankung bemerkt wird, desto besser kann sie behandelt und der Gelenkverschleiß gestoppt werden!

Volkskrankheit Gonarthrose

Kniearthrose ist eine „Volkskrankheit“ und die häufigste Form der Arthrose. Fast die Hälfte aller Arthrosefälle betreffen das Knie! Grund dafür ist, dass dieses Gelenk bei Arbeit und Sport besonders hohen Belastungen und Verletzungsrisiken ausgesetzt ist. Auch müssen die Kniegelenke einen erheblichen Teil des Körpergewichts tragen, was sie anfälliger für einen schleichenden Abbau der Knorpelsubstanz macht.

Wen trifft die Krankheit am häufigsten?

  • Besonders weit verbreitet ist die Kniearthrose bei Menschen über 50 Jahren.
  • Frauen sind wesentlich häufiger betroffen als Männer.
  • Meistens liegt die Arthrose in beiden Knien vor oder entwickelt sich im Laufe der Zeit beidseitig.
  • Die häufigste Form ist die mediale Kniearthrose, bei der der Knorpel im inneren Teil des Kniegelenks betroffen ist. Sie wird begünstigt durch eine O-Bein-Fehlstellung.

Wie kommt es zu einer Arthrose im Knie?

Verschleißerscheinung im Kniegelenk nehmen zwar mit dem Alter zu, sind aber nicht zwangsläufig altersbedingt. Während die primäre Arthrose ohne erkennbaren Grund auftritt, sind bei einer sekundären Arthrose auslösende Faktoren für den Gelenkverschleiß ersichtlich. Jedoch gibt es auch hier zumeist nicht nur eine verantwortliche Ursache, sondern mehrere begünstigende Faktoren. Dazu zählen:

  • Übergewicht, da dieses den Stoffwechsel belastet und den Druck auf die Gelenke erhöht.
  • Anhaltende Überlastungen der Gelenke, etwa durch schwere körperliche Arbeit oder intensives Training.
  • Angeborene oder erworbene Fehlstellungen wie O- oder X-Beine.
  • Verletzungen oder Unfälle wie Kreuzbandriss, Meniskusschäden oder Brüche.
  • Entzündliche Gelenkerkrankungen.
  • Familiäre Veranlagung.
  • Langfristige Einnahme bestimmter Medikamente, die den Knorpel schädigen können.

Anzeichen einer Gonarthrose

Im frühen Stadium verläuft die Krankheit oft beschwerdefrei. Das liegt unter anderem daran, dass Knorpel selbst schmerzunempfindlich ist und Bewegungen erst dann zu Schmerzen führen, wenn dieser bereits zu größeren Teilen verschwunden ist. Umso wichtiger ist es, möglichst schnell auf erste Beschwerden zu reagieren und diese ärztlich abklären zu lassen.

Warnzeichen einer Arthrose im Knie:

  • Chronische Knieschmerzen, die über mehrere Wochen oder Monate andauern.
  • Steifheit und Schmerzen im Knie nach längeren Ruhephasen, wie morgens nach dem Aufstehen oder nach längerem Sitzen. Man spricht vom Anlaufschmerz. Die Schmerzen lassen nach kurzer Zeit wieder nach und nehmen bei Belastung wieder an Intensität zu.
  • Schmerzen im Knie beim Treppensteigen, Gehen auf unebenem Gelände und beim Hocken.
  • Verstärkte Beschwerden beim Tragen von schweren Gegenständen.
  • Knirschende und knackende Geräusche des Knies bei Bewegungen, wie dem Radfahren.
  • Empfindlichkeit gegenüber nass-kaltem Wetter.
  • Ein zeitweise gerötetes, geschwollenes und dann auch dauerhaft schmerzendes Knie.
  • Eine Verringerung der Strecke, die Sie beschwerdefrei gehen können.
  • Ein nachlassendes Gefühl von Stabilität und Trittsicherheit.

Abhängig davon, welcher Teil des Kniegelenks genau betroffen ist, können eher die Innen- oder die Außenseite oder der Bereich hinter der Kniescheibe schmerzen. Mit der Zeit werden die Schmerzen häufiger und intensiver, bis sie schließlich auch im Ruhezustand auftreten und den Schlaf stören.

Nun tritt zunehmend eine Steifigkeit im Kniegelenk ein, die den Alltag, gemeinsam mit Schmerzen und Schlafmangel, immer stärker einschränkt.

Kommt es im Zuge der Beschwerden zu einer Schonung des Gelenks, bauen sich die umliegenden, stützenden Muskeln ab, wodurch sich das Knie zunehmend instabil anfühlt.

Bei einigen Menschen kommt es auch zu akuten Arthroseschüben, bei denen das betroffene Knie vorübergehend anschwillt, warm und steifer wird.

Verantwortlich für eine sogenannte aktivierte Arthrose sind Entzündungsprozesse, die mit pulsierenden, stechenden Schmerzen einhergehen. Nach einigen Tagen lässt der Schub in der Regel nach.

Sie erkennen einige der oben beschriebenen Anzeichen bei sich wieder? Dann zögern Sie nicht, den Verdacht ärztlich abklären zu lassen. Diagnostiziert wird die Arthrose durch ein ärztliches Gespräch und einem bildgebenden Verfahren wie beispielsweise das Röntgen.

Nachhaltig mehr Lebensqualität mit richtiger Behandlung

Leider ist die Krankheit, wie alle Formen von Arthrose, nicht heilbar. Daher zielt die Behandlung darauf ab, den fortschreitenden Abbau des Knorpels zu verlangsamen und bestenfalls zu stoppen. Auch geht es wesentlich darum, die auftretenden Schmerzen zu lindern sowie die Gelenkbeweglichkeit zu verbessern.

Um diese Ziele zu erreichen, stehen unterschiedliche Behandlungsmaßnahmen zur Verfügung. Welche ergriffen bzw. miteinander kombiniert werden, wird der Arzt im Einzelfall abwägen.

Operationsfreie Möglichkeiten der Behandlung

  • Gesunde Lebensweise: Ein gesundes Leben mit viel Bewegung und ausgewogener, fleischarmer Ernährung, ist die beste Arthrosebehandlung. Sie sorgt für einen besseren Stoffwechsel, ein geringeres Gewicht auf den beanspruchten Gelenken und wirkt entzündlichen Prozessen entgegen.
  • Physiotherapie: Unterstützend helfen Physiotherapeuten Betroffenen dabei, ihre Muskeln und Bänder zu stärken und dadurch das Gelenk stabil und beweglich zu halten. Hierdurch können Schmerzen gelindert, der Stoffwechsel angeregt und Entzündungen abgebaut werden.
  • Schmerztherapie: Medikamente, die Schmerzen und zugleich Entzündungen lindern, kommen häufig in Kombination mit Magenschutztabletten zum Einsatz. Durch Schmerzlinderung kann einer Schon- oder Fehlhaltung vorgebeugt werden.
  • Kortisonspritzen: Auch können Kortisonspritzen die Beschwerden bei Hüftarthrose für einige Wochen lindern. Durch stärkere Nebenwirkung eignet sich diese Therapie nur zur kurzzeitigen Behandlung.
  • Physikalische Therapien: Physikalische Reize wie Wärme, Kälte, niederfrequente elektrische Ströme oder Stoßwellen verbessern die Bedingungen im geschädigten Gelenk.
  • Akupunktur: In Studien konnte die schmerzlindernde Wirkung von Akupunktur bei Menschen mit Kniearthrose nachgewiesen werden.
  • Orthopädische Hilfsmittel: Spezial angefertigte Schuhe oder entsprechende Einlagen sowie Orthesen können helfen, das Gelenk zu entlasten.

Sind die konservativen Behandlungsformen nicht erfolgreich, werden operative Maßnahmen in Erwägung gezogen.

  • Osteotomie: Ist die Ursache für die Arthrose auf eine X- oder O-Bein-Fehlstellung zurückzuführen, kann im frühen Stadium eine operative Umstellung der Beinachse sinnvoll sein, um das Gelenk dauerhaft zu entlasten.
  • Künstliches Kniegelenk: Bei stark fortgeschrittener und sehr belastender Kniearthrose kommt ein künstlicher Gelenkersatz infrage. Dank verbesserter Operationstechniken und Implantate ist diese Maßnahme mittlerweile sehr erfolgsversprechend, um Beschwerden im fortgeschrittenen Krankheitsstadium deutlich zu lindern. Das ermöglicht natürliche, schmerzfreie Bewegungsabläufe. Dafür ist nach der Operation allerdings eine aktive Rehabilitation nötig. Zudem kann es einige Wochen bis Monate dauern, bis sich der Körper an die Knieprothese gewöhnt hat.

Mit Bewegung was bewegen

Auch wenn es paradox erscheinen mag: Bewegung ist bei einer Kniearthrose nicht etwa schädlich, sondern leistet einen ganz wesentlichen Beitrag zur Prävention und Verbesserung von Gelenkschäden. Eine Schonhaltung hingegen bringt nur weitere Beschwerden durch geschwächte und verspannte Muskeln mit sich.

Experten raten daher, sich auch bei einer schmerzenden Kniearthrose regelmäßig zu bewegen. Eine individuelle, ärztliche Beratung kann bei der Wahl der richtigen Bewegung helfen.

Einige einfache, kniefreundliche Bewegungsprinzipien möchten wir Ihnen aber gerne schon mit auf den Weg geben:

  • Beim Treppensteigen aufwärts: Gehen Sie mit dem gesunden Knie voraus, das kranke Knie folgt.
  • Beim Treppensteigen abwärts: Gehen Sie mit dem erkrankten Knie voraus, das gesunde Knie folgt.
  • Vermeiden Sie es, bergab zu gehen. Bergauf gehen stärkt die Muskulatur und entlastet das Kniegelenk.
  • Vermeiden Sie langes Sitzen! Stehen Sie häufiger auf, wechseln Sie die Position und strecken Sie Ihre Beine, wenn möglich, immer aus.
  • Orthopädische Schuheinlagen helfen, Ihre Knie bei Alltagsaktivitäten gelenkschonend zu belasten.
  • Vermeiden Sie Arbeiten in der Hocke und Last auf dem gebeugten Knie.
  • Gymnastikübungen, wie Radfahren auf dem Rücken, hält die Kniegelenke beweglich und fördert Stoffwechsel und Knorpelernährung.

Gelenkschonende Sportarten wie Radfahren, Walking, Kraulschwimmen und Aqua-Jogging tragen zur Kniegesundheit bei und helfen, Gewicht zu reduzieren.

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