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Thrombose: Anzeichen und Symptome

Das Wort Thrombus stammt aus dem Griechischen und steht für einen Klumpen beziehungsweise Pfropf. Als eine Art Blutgerinnsel kann es zu Verstopfungen der Blutgefäße kommen. Eine Thrombose frühzeitig zu erkennen, kann einen Verschluss mit Lebensgefahr verhindern.

Die Gefahr eines Blutgerinnsels

Insbesondere die tiefen Bein- und Beckenvenen stellen eine Gefahr dar. Kommt es in diesen Venen zu einem Blutgerinnsel, kann es passieren, dass sich ein Teil davon löst und über den Blutstrom bis in die Lunge gelangt. Passiert dies, wird die Atmung behindert und eine lebensbedrohliche Lungenembolie (Blutgerinnsel in den Lungengefäßen) entsteht.

Die Emboliegefahr nimmt mit zunehmenden Trombosealter ab. Das liegt daran, dass der Thrombus im Verlauf der geweblichen Organisation mit der Zellwand verwächst und sich nicht mehr bewegen kann. Das heißt, das Risiko einer Lungenembolie sinkt.

Neben dem Herzinfarkt und dem Schlaganfall stellt die Lungenembolie die dritthäufigste Todesursache im Bereich der Herz-Kreislauf-Erkrankungen dar.1

Verschiedene Arten einer Thrombose

Eine Thrombose bezeichnet die Bildung von Blutpfropfen in einem gesunden oder vorgeschädigten, venösen oder arteriellen Blutgefäß. Diese bestehen aus Bestandteilen des Blutes und können einen teilweisen bis kompletten Verschluss des Lumens der Blutgefäße bedingen. Da ein Blutgerinnsel ein störendes Hindernis für den Blutstrom darstellt, kann es in manchen Fällen zu einer Lungenembolie kommen.

Je nach Art des Blutgefäßes lassen sich bei der Thrombose verschiedene Formen unterscheiden:

  • Arterielle Thrombose
  • Venöse Thrombose
  • Herzthrombose

Bei der arteriellen Thrombose kann der Verschluss der Arterien entweder akut oder subakut sein.

Bei der venösen Thrombose können die Thromben entweder im oberflächlichen (Thrombophlebitis) oder im tiefen (Phlebothrombose) Venensystem entstehen.

Die Häufigkeit einer Thrombose ist in den Venen deutlich größer als in den Arterien. Zurückzuführen ist das auf den anatomischen Aufbau der Venen: Die Wände der Venen sind zarter als in den Arterien und das venöse Blut hat eine geringere Fließgeschwindigkeit. Etwa 60.000 Menschen bekommen jährlich eine Venenthrombose.2

Bei der Herzthrombose sind mögliche Orte der Thrombenbildung an den Herzklappen, im Ventrikel oder im Vorhof, am häufigsten jedoch im linken Herzohr.

Die venöse Thrombose im Detail

In den meisten Fällen bilden sich Thrombosen in den tief gelegenen Bein- und Beckenvenen. Es gibt zwei Formen, zwischen denen man unterscheiden muss: Die oberflächliche Thrombophlebitis und die tiefe Bein- und Beckenvenenthrombose.

Oberflächliche Thrombophlebitis

Die Thrombophlebitis bezeichnet in der Regel eine Entzündung und Thrombose. Die Thrombose befindet sich in den oberflächlichen Venen der Beine (zu 90%)3 und stellt eine typische Komplikation bei Krampfadern dar. Aber auch gesunde Gefäße können betroffen sein.

Die Entzündung betrifft insbesondere kürzere Venensegmente und äußert sich in Form von Überwärmung, Schwellung, Rötung und Schmerz. Kennzeichen dieser Erkrankung ist das rasche Abklingen der Entzündung und das anschließend erneute Auftreten in gleicher Form an einer anderen Stelle.

Diese schubweise Erkrankung mit Intervallen von Wochen oder Monaten bedarf einer gründlichen ärztlichen Abklärung.

Tiefe Beinvenenthrombose

Bei dieser Form der Thrombose entwickeln sich zu Beginn kleinere Gerinnsel, die jedoch schnell heranwachsen und so zu einem längeren Gefäßverschluss führen können. Betroffen ist hier meistens der Bereich der Wadenmuskelvenen.

Wandert die Thrombose bis in die tiefen Venen der Kniekehle oder sogar in die Venen des Oberschekels, liegt eine tiefe Beinvenenthrombose vor.

Typische Symptome einer tiefen Beinvenenthrombose stellen Schwellen, druckartige Schmerzen und eine bläuliche Verfärbung dar.

Ursachen einer Thrombose

An der Entstehung einer Thrombose sind verschiedene Faktoren beteiligt. Rudolph Virchow beschrieb 1856 die Ursachen der Thromboseentstehung.2 Diese sind heutzutage bekannt als „Virchowsche Trias“:

  • Verletzungen der Blutgefäßinnenwand (Verletzungen, Entzündungen, Gefäßsklerose)
  • Verlangsamung der Blutströmung (Bettlägerigkeit, Herzschwäche, Krampfadern)
  • Veränderung der Blutzusammensetzung / Blutgerinnungsstörung (Thrombozytose, Thrombophilie)

Welche Faktoren das Entstehen einer Thrombose begünstigen

Die Zusammensetzung des Blutes kann sich durch bestimmte Einflüsse verändern. Schwangerschaften, Einnahme der Pille, Hormonersatztherapie, Blutgerinnungsstörungen, Herzprobleme (z. B. chronische Herzschwäche) und Tumor- bzw. Krebserkrankungen können Auslöser einer Thrombose werden.

Die Ausbildung einer Thrombose kann zudem durch weitere Risikofaktoren wahrscheinlicher werden:

  • Rauchen
  • Bewegungsmangel
  • Immobilisierung
  • Überwicht (Adipositas, BMI >30)
  • Diabetes Mellitus
  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Erhöhter Cholesterinspiegel
  • Veränderungen des Hormonhaushalts
  • Gestörter Lipidstoffwechsel
  • Infektionskrankheiten
  • Verletzungen
  • Operationen 

Insbesondere eine bereits vergangene Venenthrombose oder Lungenembolie (Blutgerinnsel in den Lungengefäßen), eine Thrombophilie (Neigung zur Bildung von Blutgerinnseln) oder bestehende Varikosen (Krampfadern) können das Risiko einer Thrombose erhöhen.

In diesem Fall muss man besondere Vorsicht walten lassen. Mit Hilfe einer Blutuntersuchung lässt sich feststellen, ob eine ererbte Gerinnungsstörung der Auslöser sein könnte.

Die Gefahr einer Thrombose ist zudem erhöht, wenn sich Blut in den Beinen anstaut. Das kann bei bettlägerigen Patienten der Fall sein oder bei Druck- und Gipsverbänden. Auch eine Flugreise über drei Stunden Dauer, bei der sich längere Zeit nicht bewegt werden kann, führt zur Erhöhung der Thrombosegefahr.

Liegen ein oder mehrere der oben genannten Risikofaktoren vor, ist es empfehlenswert, sich von einem Arzt zum persönlichen Thromboserisiko beraten zu lassen.

Anzeichen einer Thrombose

Eine Thrombose zu erkennen, ist leider gar nicht so einfach. Oft sind die Symptome unspezifisch oder fehlen sogar gänzlich.

Erste Anzeichen einer Thrombose können daher folgende sein:

  • Blauverfärbung der Haut des Beins
  • Überwärmung des geschwollenen Beins
  • Schwellungen am Fußknöchel, Unterschenkel oder ganzen Bein
  • Spannungsgefühl oder muskelkaterähnliche Schmerzen in den Gliedmaßen
  • Schmerzende Waden bei Beugung des Fußes (Homans-Zeichen) oder auf Druck (Meyer-Zeichen)
  • Druckschmerz an der Innenseite des Fußes (Payr-Zeichen)

Sollten Sie ein oder mehrere dieser Anzeichen wahrnehmen, sollten Sie aufhorchen und zur Vorsorge einen Facharzt für Venenerkrankunen, den sogenannten Phlebologen, aufsuchen.

Auf dem Weg zur Diagnose

Um bei Verdacht auf eine Thrombose zielgerichtet und wirksam behandeln zu können, ist eine sorgfältige ärztliche Untersuchung sowie Diagnosestellung essenziell.

Zu Beginn stehen eine gründliche Anamnese sowie eine körperliche Untersuchung im Fokus. Hierbei wird die betroffene Extremität auf Schwellungen, Ödeme und sich deutlich abzeichnende Venen untersucht und abgetastet. Auch Schmerzen und Spannungsgefühle sind Anzeichen einer Thrombose.

Untersuchungsmöglichkeiten bei Verdacht auf Thrombose

Auf Grund der vielfältigen Symptomatik einer Thrombose ist es wichtig, zusätzlich bildgebende Verfahren anzuwenden. Um die Diagnose zu sichern, kann zunächst eine Ultraschalluntersuchung (Duplex-Sonografie) helfen. Anhand dieser lassen sich die Venen und eventuell vorhandene Blutgerinnsel gut sichtbar machen.

Im Verlauf der Ultraschalluntersuchung kann die Kompressionssonograpfie die Diagnose unterstützen. Hierbei wird mit der Sonde des Ultraschallgeräts die thromboseverdächtige Vene zusammengedrückt. Kann die Vene vollständig zusammengedrückt werden, liegt kein Blutgerinnsel vor. Ist dies nur noch teilweise oder gar nicht möglich, ist das ein Hinweis auf eine Thrombose.

Ein weiterer Indikator für eine Thrombose liegt vor, wenn in verschiedenen Venenabschnitten kein Blutfluss zu erkennen ist.

Sind nicht alle Abschnitte der Beinvenen im Rahmen der Ultraschalluntersuchung zu erkennen und zu beurteilen, kann eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel (Phlebographie) helfen. Das Kontrastmittel erleichtert es, das Blutgerinnsel auf dem Röntgenbild sichtbar zu machen. Die Gabe des Kontrastmittels erfolgt über eine oberflächliche Vene des Fußrückens.

Um die Beckenvenen und die untere Hohlvene besonders gut darstellen zu können, eignen sich zusätzlich die Computertomographie (CT) und die Magnetresonanztomographie (MRT).

Klagt der Patient beim Einatmen über Schmerzen oder Luftnot zusätzlich zu den bestehenden Beinbeschwerden, kann eine Lungenembolie vorliegen. Eine Untersuchung mittels Computertomographie (CT) kann dabei helfen, den Verdacht zu bestätigen oder zu verwerfen.

Besteht nach diesen Untersuchungen noch Zweifel an der Diagnose, hilft eine Blutentnahme. Anhand einer Blutprobe lässt sich der D-Dimer Wert bestimmen. Dieser Wert gibt Auskunft über die Fibrinspaltprodukte. Liegt eine akute Thrombose vor, ist der Wert für Tage oder auch Wochen erhöht.

Behandlung einer Thrombose

Hat sich der Verdacht einer Thrombose bestätigt, ist es wichtig, umgehend mit der Behandlung zu beginnen. Die tiefe Venenthrombose stellt einen akuten Notfall dar, da es nur innerhalb der ersten fünf Tage nach Entstehung möglich ist, das Gerinnsel komplett oder zumindestens größtenteils zu beseitigen.

Das heißt: Je früher die Behandlung einer Thrombose beginnt, umso höher sind die Behandlungschancen.

Ziel der akuten Behandlung ist es, das Fortschreiten der Thrombose aufzuhalten und das Entstehen einer Lungenembolie abzuwenden. In den meisten Fällen können Medikamente dabei helfen, die Blutgerinnsel aufzulösen (Thrombolyse). Sie sind Mittel der ersten Wahl.

Ist eine große Oberschenkel- oder Beckenvene verschlossen, kann eine Operation (Thrombektomie) hilfreich sein. Dies ist jedoch nur zu Anfang und auch nur begrenzt möglich.

Thromboseprophylaxe

Ist das Thromboserisiko beispielsweise durch eine Operation erhöht, sind verschiedene Maßnahmen zur primären Thromboseprophylaxe wichtig.

Als Vorbeugung werden vor der Operation Kompressionsstrümpfe angezogen und ein Anti-Thrombose-Mittel (Heparin) als Spritze (in den Bauch oder Oberschenkel) verabreicht.

Im Anschluss an die Operation wird die medikamentöse Thromboseprophylaxe bis zu 10 Tagen fortgesetzt. Eine frühe Mobilisierung und Bewegungsübungen sind nach der Operation unerlässlich für die Blutzirkulation.

Vorbeugung einer Thrombose

Grundlegend ist es bei der Thrombose wie bei jeder Erkrankung: Ein gesunder Lebensstil kann vorbeugen und Bewegung ist das A und O. Dinge wie Spazierengehen, Treppen steigen, Wandern, Schwimmen oder Radfahren können dabei helfen, die Gesundheit der Venen zu erhalten und die Durchblutung zu verbessern.

Neben ausreichend Bewegung kann auch eine gesunde Ernährung einen positiven Einfluss haben.

Quellen

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