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Herzkatheter

Eleganter Zugang zum Herzen: Der Herzkatheter 

Eine Herzkatheteruntersuchung ermöglicht es, ohne einen großen Aufwand, die inneren Anteile des Herzens auf einem Bildschirm darzustellen und gegebenenfalls sogar bestimmte Krankheitsbilder zu therapieren.

Das Herz ist ein in etwa faustgroßes komplexes Hohlorgan, das mit seinen rhythmischen Bewegungen für den lebensnotwendigen Blutfluss sorgt. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, ist das Herz raffiniert konstruiert. Es besteht aus vier Hohlräumen und vier Herzklappen sowie einem verzweigten System aus arteriellen und venösen Blutgefäßen.  

Herzkatheter

Im eigentlichen Sinne bezeichnet der Begriff „Herzkatheter“ einen langen, feinen und biegsamen Kunststoffschlauch, der bei der Intervention unter Röntgenkontrolle durch ein Blutgefäß von Arm oder Bein bis zum Herzen vorgeschoben wird. Dabei werden allgemein zwei Arten der Katheter Untersuchung unterschieden:

Der Rechtsherzkatheter, bei dem der Schlauch über eine Vene in die rechte Hälfte des Herzens vorgeschoben wird, und der Linksherzkatheter, bei dem der Schlauch über eine Arterie zunächst die Hauptschlagader und schließlich die linke Herzseite erreicht. Je nach medizinischer Fragestellung kommt der Herzkatheter somit in unterschiedlicher Form zur Anwendung.  

Universalwerkzeug: Wann wird ein Herzkatheter eingesetzt? 

Beschwerden wie Kurzatmigkeit, Brustschmerzen und Beklemmungsgefühle sollten unbedingt medizinisch abgeklärt werden. Auch bei Verdacht auf Veränderungen und Funktionsstörungen der Herzklappen ist dringend eine Diagnostik empfohlen. In der Regel erfolgt dazu zunächst eine nicht-invasive Bildgebung wie ein Herzultraschall, eine Computertomographie oder eine Magnetresonanztomographie.

Falls diese Untersuchungen nicht ausreichend sind und durch eine Herzkatheteruntersuchung wichtige Hinweise zu erwarten sind, die eine therapeutische Konsequenz mit sich bringen, sollte diese im Anschluss an die initialen bildgebenden Verfahren erfolgen. 

 Die häufigsten Indikationen sind hier noch einmal zusammengefasst:  

  • Herzklappenfehler 
  • Koronare Herzerkrankung 
  • Herzrhythmusstörungen  
  • Herzinsuffizienz 
  • Kontrolle nach Stent-Implantation  

Bei einem akuten Koronarsyndrom wie dem Herzinfarkt kann eine Herzkatheteruntersuchung auch unmittelbar als primäres diagnostisches Verfahren eingesetzt werden. Dabei ist es auch möglich, im Rahmen der Untersuchung sofort eine therapeutische Behandlung durchzuführen. Bestätigt sich z.B. der Verdacht auf verengte oder verstopfte Gefäße, kann die Engstelle direkt mithilfe eines über den Katheter eingeführten Ballons oder einer Gewebestütze aus Metall (Stent) geweitet und offengehalten werden.  

Welche Vorbereitungen sind nötig bei dem Herzkatheter MRT?  

Bei der Vorbereitung zur Untersuchung der Herzkatheter geht es darum, das individuelle Risiko der Patientin oder des Patienten für die Intervention mittels Katheters zu beurteilen. Neben einer ausführlichen Anamnese und körperlichen Untersuchung sollten dafür die bekannten Vorerkrankungen und eingenommenen Medikamente mit der Ärztin oder dem Arzt besprochen werden.

Wichtige Krankheitsbilder sind hier z.B. eine vorliegende Gerinnungsstörung, ein Diabetes, eine Schilddrüsenfunktionsstörung, eine Nierenerkrankung oder bestimmte Allergien.

Darüber hinaus sind vor dem Eingriff eine Reihe von Voruntersuchungen nötig. So werden standardmäßig u.a. ein EKG sowie eine Labor Untersuchung durchgeführt und diese je nach Fragestellung durch weitere Diagnostik ergänzt. Auch ist es von wesentlicher Bedeutung, dass die Patientinnen und Patienten vor der Untersuchung ausführlich über deren Ablauf und mögliche Risiken aufgeklärt wurden und keine offenen Fragen zurückbleiben.   

So läuft eine Herzkatheteruntersuchung ab 

Der Eingriff erfolgt in einem sogenannten Herzkatheter Labor einer Klinik, kann aber auch ambulant durchgeführt werden. Obwohl die Herzkatheteruntersuchung einen invasiven Eingriff darstellt, ist sie formal keine Operation, sondern fällt unter den Fachbereich der interventionellen Kardiologie.  

Die Linksherz-Katheter Untersuchung erfolgt über eine Arterie im Oberarm, Unterarm oder über die Leiste. Dafür wird die Punktionsstelle zunächst lokal betäubt. Eine richtige Narkose wird gewöhnlich nicht angewendet, es kann aber im Bedarfsfall ein Beruhigungsmittel verabreicht werden.

Im Anschluss an die lokale Betäubung kann die entsprechende Arterie mit einer Kanüle punktiert und ein Führungsdraht vorgeschoben werden, über den eine sogenannte Schleuse im Blutgefäß platziert wird. Im weiteren Verlauf wird der Katheter über die Schleuse bis zum Herzen vorgeschoben. Nun können verschiedene Untersuchungen wie eine Druckmessung oder eine Kontrastmittel-Röntgenaufnahme durchgeführt werden.

Nach Abschluss aller notwendigen Maßnahmen kann der Katheter wieder zurückgezogen und die Schleuse entfernt werden. Anschließend wird ein Druckverband über die Punktionsstelle gelegt, der eine ausreichende Kompression gewährleistet. Darüber hinaus folgt eine Überwachung mit regelmäßigen Kontrollen der Punktionsstelle, Blutdruck, Herzfrequenz und möglicher verzögerter allergischer Reaktionen auf das Kontrastmittel.

Bei komplikationslosem Verlauf können die Patientinnen und Patienten die Klinik in der Regel noch am gleichen oder am folgenden Tag verlassen. In der Woche nach der Untersuchung sollten dann schwere körperliche Tätigkeiten (z.B. Lasten heben, Sport) vermieden werden, um die Punktionsstelle am Unterarm oder in der Leiste zu schonen. 

Wie schmerzhaft ist eine Herzkatheteruntersuchung?  

Normalerweise ist der einzige schmerzhafte Schritt der Untersuchung die Punktion der Arterie ganz zu Beginn. Allerdings sorgt die lokale Betäubung in der Regel dafür, dass der Einstich mit der Kanüle nur als leichter Piks wahrgenommen wird.

Manche Patientinnen und Patienten empfinden zudem das Vorschieben des Katheters als etwas unangenehm. Durch die Gabe von Kontrastmittel bei der Röntgenuntersuchung entsteht darüber hinaus ein Hitzegefühl, das nach kurzer Zeit allerdings wieder abklingt.  

Ist eine Herzkatheteruntersuchung gefährlich?  

Die Untersuchung mittels Herzkatheter wird als minimalinvasiv bezeichnet, da für ihre Durchführung keine großen Schnitte und Gewebeverletzungen nötig sind. Dieser Umstand bringt einige Vorteile gegenüber einer invasiven Operation mit sich. Allgemein gilt sie daher als sicheres Untersuchungsverfahren und Komplikationen treten sehr selten auf. Falls Zwischenfälle vorkommen, können sie allerdings mitunter schwerwiegend sein, denn immerhin handelt es sich um einen Eingriff am Herzen.

Zu den Risiken gehören u.a. Nachblutungen an der Punktionsstelle, allergische Reaktionen auf das Kontrastmittel, Verletzungen der Blutgefäße, aber auch Herzrhythmusstörungen oder in sehr seltenen Fällen das Auslösen eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls.

Allgemein steigt das Risiko für schwere Komplikationen oder Todesfälle, wenn schon vor dem Eingriff schwere Herz- oder Begleiterkrankungen bestehen. Um auf diese Fälle vorbereitet zu sein, werden die Patientinnen und Patienten sorgfältig überwacht und in manchen Fällen werden auch bestimmte Medikamente verabreicht, die z.B. einer Verklumpung von Blut vorbeugen können.

Aufgrund der genannten Risiken und auch einer Strahlenbelastung durch die Röntgenaufnahme sollte die Indikation zur Herzkatheteruntersuchung durch die Ärztinnen und Ärzte mit Bedacht gestellt werden. In den meisten Fällen überwiegt aber der Nutzen der Intervention dem individuellen Risiko. 

Quellen

Referenzen: 

  • Das Herzkatheterbuch. Lapp H, Hrsg. 5., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Thieme; 2019. doi:10.1055/b-006-160381 
  • Das Herzkatheterlabor, Winkhardt M, Hrsg. 3, Springer Berlin Heidelberg 
  • https://flexikon.doccheck.com/de/Herzkatheter (zuletzt zugegriffen am 14.06.2022) 
  • https://www.gesundheitsinformation.de/was-passiert-bei-einer-herzkatheter-untersuchung.html (zuletzt zugegriffen am 14.06.2022) 
  • https://www.herzstiftung.de/infos-zu-herzerkrankungen/koronare-herzkrankheit/herzkatheteruntersuchung (zuletzt zugegriffen am 14.06.2022) 
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