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Herzinsuffizienz: Symptome und Behandlung

Bei der Herzinsuffizienz, auch als Herzschwäche bekannt, ist die Leistungsfähigkeit des Herzens eingeschränkt. Das Herz ist nicht mehr im Stande, ausreichend Blut durch den Körper zu pumpen. Dies führt dazu, dass Organe, Muskeln und andere Gewebe mit weniger Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden und es zu Beschwerden kommt.

Wenn sich der Zustand innerhalb von Stunden oder Tagen ändert, handelt es sich um eine akute Herzinsuffizienz. Dies stellt einen medizinischen Notfall dar. Eine chronische Herzinsuffizienz entwicklt sich dahingegen schleichend über Monate oder Jahre. Bluthochdruck oder eine koronare Herzkrankheit können die Entstehung begünstigen.

Wie sich Herzinsuffizienz bemerkbar macht

Eine Herzinsuffizienz kann sich unterschiedlich äußern, folgende Symptome können Anzeichen sein:

  • Atemnot bei Anstrengung
  • schnellere Ermüdbarkeit und Erschöpfung
  • geringere Belastbarkeit
  • Flüssigkeitseinlagerungen, zum Beispiel in den Knöcheln oder Beinen

Da sich eine Herzinsuffizienz zu Beginn sehr unspezifisch zeigen kann und die Syptome auch andere Ursachen haben können, tun Betroffene ihre Beschwerden oft als vorübergehende Erschöpfung oder gar als Alterserscheinung ab. Bei einer beginnenden Herzinsuffizienz gilt daher, so früh wie möglich mit der Behandlung zu starten und infolgedessen langfristige Schäden zu reduzieren und die Lebenserwartung als auch -qualität zu verbessern.

Ursachen einer Herzinsuffizienz

Für die Entstehung einer Herzinsuffizienz gibt es unterschiedliche Gründe. Zu den häufigen Ursachen zählen ein unbehandelter Bluthochdruck (Hypertonie) oder eine koronare Herzerkrankung. In 70-90% der Fälle sind diese beiden Ursachen im Einzelnen oder in Kombination verantwortlich für eine Herzschwäche.

Zu den selteneren Ursachen gehören beispielsweise Herzklappenfehler, Perikarderkrankungen, Arrhythmien oder Alkoholmissbrauch.

Risikofaktoren für eine Herzinsuffizienz

Die chronische Herzinsuffizienz ist nicht als eigenständige Krankheit, sondern eher als Folge verschiedener anderer Erkrankungen anzusehen. Die Risikofaktoren stehen daher im engen Kontakt mit den Ursachen einer Herzinsuffizienz.

Wichtige Risikofaktoren

Bestimmte Arzneimittel sowie die familiäre Disposition können ebenfalls Einfluss nehmen und das Risiko einer Herzinsuffizienz erhöhen.

Schweregrade der Herzinsuffizienz

Gemäß den Empfehlungen der New York Heart Association (NYHA) lässt sich die Herzinsuffizienz in vier verschiedene Schweregrade einteilen. Die Zuteilung zu einem Stadium erfolgt ausschließlich anhand der Leistungsfähigkeit des Patienten. Dies ermöglicht eine Prognose und die Auswahl der stadiengerechten Behandlungsmöglichkeiten sowie Verlaufskontrollen.

  • NYHA Stadium 1: Die Herzerkrankung verursacht noch keine körperlichen Einschränkungen wie Erschöpfung, Luftnot, Angina Pectoris oder Rhythmusstörungen.
  • NYHA Stadium 2: Die Herzerkrankung wird bei Belastungen erkennbar, z. B. beim Treppensteigen, Bergaufgehen oder raschem Gehen. Es zeigen sich leichte Einschränkungen der körperlichen Leistungsfähigkeit. Es kommt vermehrt zur Erschöpfung, Atemnot und Müdigkeit.
  • NYHA Stadium 3: Die Herzerkrankung schränkt den Alltag deutlich ein. Durch die höhergradige Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit sind nur noch leichte körperliche Belastungen beschwerdefrei möglich. Bereits geringe körperliche Belastungen führen zu großer Erschöpfung und Luftnot.
  • NYHA Stadium 4: Die Herzerkrankung führt bereits bei geringster körperlicher Aktivität als auch in Ruhe zu Beschwerden. Es kommt gehäuft zur Bettlägerigkeit und verminderter Lebensqualität.

Diagnostisches Vorgehen bei Herzinsuffizienz

Die Herzinsuffizienz gehört in Deutschland zu den häufigsten Todesursachen. Typische Symptome wie Erschöpfung, Luftnot oder Flüssigkeitsretention (d. h. Flüssigkeitsansammlungen im Körper) können zwar auf eine Herzinsuffizienz hinweisen, sind aber auch die Ursachen vieler anderer Erkrankungen. Es ist daher notwendig, die Diagnose durch einen Arzt abzusichern.

Neben dem Vorliegen typischer klinischer Symptome erfolgt im Rahmen eines ausführlichen Gespräches (Beschwerden und gesundheitliche Vorgeschichte) zusätzlich eine gründliche körperliche Untersuchung.

Der Arzt hört hierbei Herz und Lunge ab, tastet den Bauch ab und untersucht den Füllungszustand der Halsvenen. Wassereinlagerungen in der Lunge, dem Bauchraum oder den Beinen lassen sich so durch den Arzt erkennen.

Besteht der Verdacht auf eine Herzinsuffizienz, können zusätzlich verschiedene Blutwerte bestimmt werden, ein EKG (Elektrokardiogramm) zur Untersuchung des Herzrhythmus und der Herzströme durchgeführt werden oder eine Echokardiografie (Ultraschalluntersuchung) angewandt werden, um Aufschluss über Veränderungen an HerzklappenHerzmuskel oder Herzbeutel zu geben.

Therapiemöglichkeiten bei Herzinsuffizienz

Während die akute Herzinsuffizienz einen medizinischen Notfall darstellt und sofort behandelt werden muss, kann die chronische Herzinsuffizienz in der Regel nicht geheilt werden. Das Ziel der Therapie ist es, schädigende Faktoren zu reduzieren und das Herz somit zu entlasten.

Grundlegend basiert das Behandlungskonzept einer Herzinsuffizienz auf verschiedenen Bereichen:

  • Ursachenbekämpfung (z. B. Behandlung eines nicht eingestellten Bluthochdrucks)
  • Medikamente (z. B. ACE Hemmer, Betablocker und Diuretika zur Entlastung des Herzens)
  • Sport (z. B. eine angepasste Bewegungstherapie, spezielle Sportprogramme zur Stärkung des Herzkreislaufsystems)

Empfehlungen für ein Leben mit Herzinsuffizienz

Eine effektive Therapie der Herzinsuffizienz beinhaltet nicht nur eine stetige Medikamenteneinnahme durch den Patienten, sondern auch eine Anpassung des Lebensstils. Folgende Empfehlungen können dabei helfen, einer Herzinsuffizienz vorzubeugen, aber auch bereits eine bestehende chronische Herzinsuffizienz und somit die Herzgesundheit zu verbessern.

  • Verzicht auf Tabak
  • Geringer Alkoholkonsum
  • Reduzierung von Stress
  • Regelmäßige Gewichtskontrolle
  • Reduktion von Übergewicht
  • Körperliche Aktivität
  • Kontrollierte Trinkmenge

Insbesondere die regelmäßige Kontrolle des Körpergewichts und eine reduzierte tägliche Trinkmenge können einen positiven Effekt gegen die schnelle Erschöpfung haben und Wassereinlagerungen reduzieren.

Zusätzlich empfiehlt es sich, das eigene Wissen über die Erkrankung und Therapiemöglichkeiten durch Schulungen zu vertiefen und den persönlichen Umgang dadurch im alltäglichen Leben stetig zu verbessern.

Quellen

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