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Polyarthrose

Mehr als 20 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Gelenkschmerzen. Diagnose? Arthrose. Der Gelenkverschleiß kann jedes Gelenk des Körpers betreffen, manchmal auch mehrere zugleich. Wenn dies der Fall ist, spricht man von einer Polyarthrose.

Polyarthrose kann jeden treffen

Arthrose ist eine fortschreitende Erkrankung, bei der sich nach und nach der stoß- und reibungsdämpfende Knorpel zwischen den Gelenkschichten abbaut. Bei der häufigsten Form, der Polyarthrose, sind die Gelenke der Finger und das Daumensattelgelenk betroffen. Auch eine Arthrose des Handgelenks ist möglich.

Für die Entstehung der Erkrankung ist meist ein Zusammenspiel aus verschiedenen Faktoren verantwortlich. Eine ungesunde Lebensweise, wie beispielsweise Rauchen, Alkoholkonsum und Bewegungsmangel, aber auch Sportverletzungen oder genetische Veranlagung können eine Polyarthrose begünstigen.

Bei Frauen nach den Wechseljahren tritt die Erkrankung in den Finger- und Handgelenken bis zu zehnmal häufiger auf als bei Männern. Grund dafür sind möglicherweise hormonelle Veränderungen.

Wie sich eine Polyarthrose bemerkbar macht

Diffuse Schmerzen in Finger- und Handgelenken, Schwellungen oder Knötchen an den Fingern, können auf eine Polyarthrose hinweisen. Die Erkrankung durchläuft verschiedene Stadien und ist mit einer zunehmenden Schmerzintensität verbunden.

  • Im Frühstadium macht sich die Erkrankung bei jedem Vierten durch Schmerzen bei alltäglichen Belastungen bemerkbar. Zum Beispiel beim Greifen oder Halten von Gegenständen, das Bilden einer Faust oder dem Aufschrauben einer Wasserflasche. Das Tückische: Polyarthrose kann zu Beginn genauso gut schmerzfrei verlaufen. Man spricht dann von einer stummen Arthrose.
  • Ist die Krankheit weiter fortgeschritten, beginnen die Finger- und Handgelenke bereits zu versteifen. Schmerzen treten häufiger und schneller bei Belastung auf. Nach längeren Ruhephasen, vor allem morgens, macht sich ein sogenannter „Anlaufschmerz“ bemerkbar. Dieser lässt zunächst mit zunehmender Bewegung wieder nach, bevor er nach fortschreitender Belastung wieder zunimmt. Auch können die Gelenke phasenweise angeschwollen, gerötet und erwärmt sein (aktivierte Arthrose). An den Fingerendgelenken können sich knotenartige Zysten bilden, aus denen eventuell Flüssigkeit austritt. Der Alltag wird immer beschwerlicher.
  • Im stark fortgeschrittenen Stadium sind Fehlstellungen, knöcherne Verdickungen  und eine vollständige Versteifung einzelner Fingergelenke möglich. Schmerzen äußern sich nun dauerhaft, auch in Ruhephasen.

Diagnose einer Polyarthrose

Einige der beschriebenen Krankheitszeichen kommen Ihnen bekannt vor und Sie sind unsicher, ob Sie unter einer Polyarthrose leiden? Über bildgebende Verfahren wie Röntgen, Ultraschall oder MRT der Finger kann die Krankheit und ihr Ausmaß festgestellt werden. Es lohnt sich, nicht zu lange zu warten und mit einem Arzt oder einer Ärztin Kontakt aufzunehmen.

Je früher die Gelenkerkrankung erkannt wird, desto erfolgreicher können Ihre Beschwerden gelindert und eine Operation vermieden werden.

Behandlungsmöglichkeiten bei Polyarthrose

Welche Maßnahmen zur Behandlung einer Hand- und Fingergelenksarthrose zum Einsatz kommen, hängt vom individuellen Ausmaß der Erkrankung ab.

Grundsätzliche Ziele der Behandlung sind:

  • Die Linderung von Schmerzen
  • Die Hemmung von Entzündungsprozessen
  • Die Beweglichkeit der Gelenke verbessern und erhalten
  • Dem weiteren Gelenkverschleiß entgegenwirken

Da verlorengegangenes Knorpelgewebe nicht wieder aufgebaut werden kann, gilt die Erkrankung als nicht heilbar. Nichtsdestotrotz lässt sie sich mit geeigneten, an den Symptomen orientierten, Maßnahmen behandeln.

Je nach Krankheitsstadium und betroffenen Gelenken kommen folgende Behandlungsoptionen infrage:

  • Im Anfangsstadium der Erkrankung geht es vor allem darum, Überanstrengungen und Fehlbelastungen in Alltag, Sport und Beruf zu verringern. Ergotherapeuten helfen den Betroffenen dabei, Alltagsbewegungen – etwa das Greifen von Gegenständen, möglichst gelenkschonend durchzuführen. Auch spezielle Hilfsmittel, zum Greifen von Stiften und Besteck, oder zum Öffnen von Gläsern und Flaschen, kommen hier zum Einsatz. Physiotherapeuten helfen dabei, die Gelenke beweglich und funktionstüchtig zu halten. Ist das Daumensattelgelenk betroffen, kann eine Schiene angelegt werden, um das Gelenk zu stabilisieren und Schmerzen zu reduzieren.
  • Bei akuten Schmerzen und Entzündungen kann die Gabe von geeigneten schmerz- und entzündungshemmenden Medikamenten sinnvoll sein.

Wenn die Schmerzen zu stark sind und die Krankheit zu weit fortgeschritten ist, kann eine Operation in Erwägung gezogen werden. Operationsmöglichkeiten werden, auch wie bei der Behandlung, vom betreffenden Gelenk abhängig gemacht.

Operationsmöglichkeiten der Handchirurgie

  • Debridement: eine Gelenkspiegelung und -reinigung
  • Denervation: (teilweise) Unterbrechung der schmerzleitenden Nervenbahnen zur Schmerzbekämpfung
  • Entfernung an oder Entfernung von Handwurzelknochen
  • Letzte Option: Ersatz des Gelenkes durch Prothesen

Bewegung ist Trumpf!

Dass die Erkrankung durch zu viel Bewegung im Gelenk verursacht wird, ist ein Irrtum. Im Gegenteil: Wird das Gelenk häufig bewegt, werden schädliche Abfallprodukte aus dem Gelenkspalt herausgepresst, um zu verhindern, dass sich diese anreichern und das Knorpelgewebe schädigen.

Bewegung ist daher umso wichtiger: Sowohl um einer Arthrose vorzubeugen, als auch einer bereits bestehenden Erkrankung entgegenzuwirken.

Indem Sie speziell auch Ihre Finger- und Handgelenke regelmäßig bewegen, können Sie einen wesentlichen Teil zur Linderung Ihrer Beschwerden beitragen. Aber auch eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung, sowie der Verzicht auf Alkohol und Tabakrauch, wirken sich günstig auf den Krankheitsverlauf aus.

Experten raten, sich möglichst fleischarm, obst- und gemüsereich zu ernähren.

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