MRT Finger

Anatomisch gesehen besteht die Hand aus 37 Knochen, die über unterschiedlich geformte Gelenke in Verbindung stehen. Hinzu kommen Bänder, Sehnen, Sehnenscheiden, Muskeln und Gelenkkapseln, die allesamt sowohl die einzigartige und filigrane Beweglichkeit als auch die Stabilität von Handwurzel und Fingern gewährleisten. Doch jedes dieser Elemente kann bei einer Schädigung ganz eigene Beschwerden hervorrufen – kein Wunder, dass Fingerschmerzen ein Krankheitsbild mit vielen Gesichtern ist.

Fingerschmerzen – per MRT zur Diagnose

Häufig sind Fingerbeschwerden auf eine Überbelastung – beispielsweise durch dauerhaftes Tippen auf einer Tastatur – zurückzuführen. Doch auch feststehende Krankheitsbilder können Fingerschmerzen auslösen.

Zu den häufigsten Ursachen zählen:

  • Arthrose
  • Karpaltunnelsyndrom – ein Engpasssyndrom im Bereich der Handwurzel, bei dem ein Nerv eingeklemmt wird
  • Rheuma, Arthritis und Gicht
  • Sehnenscheidenentzündungen

Eine erste Vermutung, worum es sich bei Ihren Schmerzen handelt, wird Ihr behandelter Arzt oftmals bereits klinisch haben – also aufgrund der genauen Lokalisation der Beschwerden und Ihrer Wahrnehmung der Schmerzen beispielsweise als stechend, brennend oder drückend. Doch je nach Verdachtsdiagnose wird er weitere spezielle Untersuchungen veranlassen. Eine davon ist eine Magnetresonanztomographie (MRT) der Hand.

So funktioniert die MRT Untersuchung der Finger

Bei der Magnetresonanztomographie handelt es sich um ein bildgebendes Verfahren, bei dem – im Gegensatz zu Röntgen- oder CT-Bildern – das Körperinnere ohne den Einsatz von Röntgenstrahlen dargestellt werden kann. Stattdessen kommen starke Magnetfelder und Radiowellen zum Einsatz. Der Körper wird dabei schichtweise gescannt.

Das bedeutet, dass zunächst in sehr kleinen, regelmäßigen Abständen zweidimensionale Schnittbilder durch Ihren Körper aufgenommen werden – Schicht für Schicht. Anschließend können diese am Computerbildschirm betrachtet werden, was einen dreidimensionalen Eindruck vermittelt. Zusätzlich ist allerdings auch eine rechnerische 3D-Rekonstruktion der Bilder am Computer möglich, sodass diese anschließend aus jedem beliebigen Blickwinkel betrachtet werden können.

Die MRT besticht dabei durch ihr Detailreichtum und den hohen Weichteilkontrast. Insbesondere bei Untersuchungen der Hand bzw. der Finger ist dies von besonderer Bedeutung, denn hier müssen auch kleinste Strukturen darstellbar sein. Zur Aufnahme der Bilder gibt es MRT-Geräte mit unterschiedlich starken Magnetfeldern. Die sogenannte Feldstärke wird in der Einheit Tesla (T) angegeben.

In der Diagnostik von Erkrankungen von Hand und Fingern werden 3-Tesla-Scanner gegenüber 1,5-Tesla-Geräten bevorzugt. Durch die höhere Feldstärke ist das bei der Magnetresonanztomographie zur Bildaufnahme gemessene Signal stärker. Dies wiederum bietet die Möglichkeit einer höheren Auflösung.

Wunderwaffe bei vielen Fragestellungen

Bei vielen klinischen Fragestellungen ist die Magnetresonanztomographie anderen bildgebenden Verfahren wie z.B. Röntgen und Ultraschall überlegen. Dennoch gilt es einiges zu beachten. Neben diversen metallischen Implantaten, die eine MRT-Untersuchung aufgrund des Magnetfeldes unmöglich machen können, gibt es auch Fragestellungen, bei denen eine andere Methode besser geeignet ist. Insbesondere das Weichteilgewebe des Körpers – inklusive Muskeln, Bändern, Sehnen und Gelenkkapseln – kann mittels Magnetresonanztomographie ausgezeichnet dargestellt werden.

Dies ermöglicht die frühzeitige Diagnose degenerativer, traumatischer, entzündlicher und tumoröser Veränderungen in diesen Gewebeanteilen und in Gelenken. Zur Erfassung der knöchernen Feinstrukturen liefern jedoch oftmals andere Methoden wie beispielsweise die Computertomographie bessere Bilder.

Bei der Magnetresonanztomographie können außerdem verschiedene Parameter variiert werden, was je nach Einstellung unterschiedliche Bilder ergibt, auf denen die verschiedenen Gewebe unterschiedlich hell oder dunkel erscheinen. In der Radiologie spricht man dabei von sogenannten Wichtungen, wobei im Wesentlichen die sogenannte T1-, T2- und PD-gewichtete Sequenz unterschieden werden.

Als prinzipielle Merkregel gilt:

  • bei T1-Gewichtung erscheint Fett hell und Wasser sowie Muskelgewebe dunkel
  • bei T2-Gewichtung Wasser hell und Muskelgewebe dunkel.

Bei Schmerzen in den Fingern kann die MRT zur Diagnose zahlreicher Erkrankungen und Verletzungen zielführend sein. Dazu zählen beispielsweise:

  • Verletzungen und Überlastungen von Bändern und Sehnen wie z.B. Sehnenentzündungen (Tendinitis) und Sehnenscheidenentzündungen (Tendovaginitis)
  • Arthritis
  • Rheuma
  • Knorpelschäden und degenerative Veränderungen wie Arthrose
  • Verletzungen und Überlastungsschäden an den Knochen
  • Entzündungen
  • Tumoren an Knochen sowie an Weichteilen

Insbesondere zur Darstellung von Ödemen und Ergussbildungen beispielweise im Rahmen von Entzündungen, aber auch zur Unterscheidung von Zysten und soliden Tumoren eignet sich aufgrund der kontrastreicheren Abbildung von Flüssigkeiten die T2-gewichtete-Sequenz.

Quellen

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