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MRT Brust

Keine Schmerzen und keine Beschwerden – Brustkrebs wird oft erst spät entdeckt. Eine regelmäßige Untersuchung zur Früherkennung kann dabei helfen, Veränderungen in der Brust zu entdecken und die Erfolgsaussichten einer ärztlichen Behandlung zu verbessern. Erfahren Sie in folgendem Artikel, wie z. B. die MRT der Brust herangezogen werden kann!

Methoden der Früherkennung

Da der Brustkrebs oftmals zu Beginn unentdeckt bleibt, gibt es Programme zur Früherkennung. Ab dem 30. Lebensjahr zahlen die gesetzlichen Krankenkassen jeder Frau einmal im Jahr Brustkrebsfrüherkennungsuntersuchungen. Durchgeführt werden diese in der Regel von Fachärzten und Fachärztinnen für Gynäkologie, d. h. von Frauenärzten/-innen.

Neben der monatlichen Selbstuntersuchung, die jede Frau ab ihrem 30. Lebensjahr eigenständig Zuhause durchführen sollte, besteht bei Frauen zwischen 30 und 49 Jahren sowie ab 70 Jahren jährlich die Möglichkeit der körperlichen Tastuntersuchung beim Arzt. Frauen zwischen 50 und 69 Jahren werden zusätzlich einmal im Jahr zur Mammographie eingeladen.

Konnte im Rahmen der Selbstuntersuchung und/oder der körperlichen Tastuntersuchung durch einen Arzt eine auffällige Veränderung entdeckt werden, bieten sich weitere diagnostische Verfahren an, um die Verdachtsdiagnose abzuklären.

Hierzu zählen:

  • die Mammographie (die Röntgenuntersuchung der Brust)
  • die Mammasonographie (die Ultraschalluntersuchung der Brust)
  • die Magnetresonanztomographie, kurz MRT
  • die Biopsie (Gewebeentnahme)

 

Ablauf MRT der Brust

Die Kernspintomographie / Magnetresonanztomographie ist ein Verfahren, das mit Hilfe von einer Magnetwirkung arbeitet. Es ist nicht schmerzhaft und funktioniert gänzlich ohne Strahlenbelastung. Die Untersuchung findet liegend auf einem Tisch statt, der in eine Röhre bzw. engen Tunnel gefahren wird. Das MRT ist so konzipiert, dass in dieser Röhre ein Magnetfeld eingebaut ist. Eine Spule sendet Radiowellen in den Körper. Diese werden durch die Strukturen im Körper verändert und wieder von der Spule aufgefangen. Aus der Veränderung dieser Radiowellen lassen sich Bilder mit einer sehr hohen Auflösung berechnen.

Die MRT Untersuchung kann in verschiedenen Fällen zur Anwendung kommen.

Bestehen zum Beispiel trotz klinischer Untersuchung, Mammographie und Mammasonographie Zweifel an der Diagnose, kann die Magnetresonanztomographie (MRT) Aufschluss geben. Die Untersuchung kann diese beiden bildgebenden Verfahren nicht ersetzen, sondern dient nur als Ergänzung. Mittels dieser diagnostischen Untersuchungsmethode können bereits sehr kleine Herde in der Brust erkennbar gemacht werden. Ermöglicht wird dies durch die hohe räumliche Auflösung.

Liegen Tumormetastasen unklaren Ursprungs vor, soll ein Rückfall ausgeschlossen oder ein Implantat nach Wiederaufbau der Brust auf die korrekte Lage untersucht werden, empfiehlt sich ebenfalls die Untersuchung mittels MRT.

Das MRT findet zudem Anwendung bei Frauen mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko (vor allem bei Trägerinnen des BRCA-Gens) und dient der intensivierten Früherkennung. Die Untersuchung kann auch für Frauen mit sehr dichtem Brustgewebe (vor allem bei Frauen unter 40 Jahren) durchgeführt werden.

Die Untersuchungsdauer beträgt zwischen 15 bis 60 Minuten.

 

Kontrastmittel

In der Regel bedarf es keiner besonderen Vorbereitung für die MRT Untersuchung. Die vorherige Gabe von Kontrastmitteln wird von Experten jedoch empfohlen und hilft dabei, aufschlussreiche Bilder im Rahmen der Untersuchung zu gewinnen. Diese wird vorab ins Blut gespritzt und hilft dabei, den Kontrast der verschiedenen Gewebe zu erhöhen.

Ohne Kontrastmittel können auffallende Veränderungen nur schwer beurteilt werden.2

Die Gabe von Kontrastmitteln kann demzufolge dabei helfen, Veränderungen in der Brust zu entdecken und zu differenzieren. Kommt es zu einer raschen Anreicherung des Kontrastmittels in bestimmten Bereichen kann dies als Leitfaden dafür dienen, bösartige Herde klarer abzugrenzen.

Wird in einem unklaren Herd kein Kontrastmittel angereichert, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen gutartigen Tumor. Da allerdings auch gutartige Tumore ab und zu Kontrastmittel anreichern, lassen sich so bösartige von gutartigen Tumoren nicht immer klar und eindeutig voneinander unterscheiden.

Kosten einer MRT Untersuchung der Brust

Ein MRT der Brust wird nur in sehr wenigen Fällen von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt. Hierfür muss der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) diese Untersuchung empfehlen.

Eine Untersuchung wird seitens des GBA jedoch nur empfohlen, wenn der diagnostische und therapeutische Nutzen sowie die medizinische Notwendigkeit und Wirtschaftlichkeit nachweisbar sind.

Eine Untersuchung mittels MRT entspricht demzufolge nur diesen Vorgaben, wenn der Verdacht besteht, dass der Tumor zurückgekehrt ist und die Mammographie sowie Mammasonographie allein nicht genügen.

Regelmäßige MRT Untersuchungen werden im Rahmen der Nachsorge also nur anerkannt und gezahlt, wenn diese medizinisch begründbar sind.

Das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen schränkt somit mit einem Urteil vom März 2021 die Nachsorgeuntersuchung von an Brustkrebs erkrankten Frauen ein.³

Eine MRT Untersuchung kostet in der Regel zwischen 230 und 600 Euro.⁴

 

Der Nutzen einer MRT Untersuchung der Brust

Obwohl das MRT ganz ohne Strahlenbelastung auskommt, ist die Gabe von Kontrastmitteln mit Nebenwirkungen verbunden. Es können so zum Beispiel Übelkeit, Kopfschmerzen oder Schwindel auftreten. Gelegentlich kann es zu Überempfindlichkeitsreaktionen kommen. Sehr selten können heftige Immunreaktionen oder Nierenschäden auftreten.

Das MRT als Ergänzung oder Alternative zum Mammographie-Screening wird seit Jahren heiß diskutiert. Auf Grund der Gabe von Kontrastmitteln wird das Schadenspotenzial der MRT Untersuchung sogar von einigen Wissenschaftlern als wesentlich höher als das Strahlungsrisiko im Rahmen der Mammographie bewertet.

Als ein sehr sensibles Verfahren können durch die MRT Untersuchungen zwar vermutlich mehr Tumore gefunden werden, dies ist aber nicht direkt damit gleichzusetzen, dass dadurch auch die Überlebensraten der Erkrankten höher sind. Insbesondere die vielen falsch positiven Befunde geben Anlass zur Kritik.

Vielmehr geht es im Rahmen der Früherkennungsmethoden also darum, rechtzeitig die frühen noch behandelbaren Tumore zu finden und sie davon abzuhalten, sich zu tödlichen Gefahren weiterzuentwickeln.3

Quellen

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