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Brustkrebsvorsorge

Brustkrebs verursacht zu Beginn keine Schmerzen oder Beschwerden und wird oft erst spät entdeckt. Um die Erfolgsaussichten einer ärztlichen Behandlung zu verbessern, empfiehlt sich eine regelmäßige Untersuchung zur Früherkennung.

Das Wort Brustkrebsvorsorge bedeutet nicht, dass eine regelmäßige Untersuchung vor Brustkrebs schützen kann, sondern bezeichnet eher die persönliche Vorbeugung durch einen gesunden Lebensstil und die Vermeidung von Risikofaktoren. Die zusätzliche Vorsorge durch Früherkennungsmaßnahmen kann dabei helfen, eine mögliche Veränderung an der Brust rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln. Sie schützt aber nicht davor.

Risikofaktoren für Brustkrebs

Warum Frauen an Brustkrebs erkranken, lässt sich oft nicht genau erklären. Neueren Erkenntnissen zufolge, können etwa 25% der Brustkrebsneuerkrankungen² durch einen gesünderen Lebensstil verhindert werden. Dieser gesunde Lebensstil zeichnet sich aus durch eine fettarme Ernährung, Nikotinvermeidung, geringem Alkoholkonsum und einer regelmäßigen körperlichen Aktivität.

Die folgenden Risikofaktoren können demzufolge zwar die Entstehung von Brustkrebs begünstigen, können aber wiederum auch durch einen gesunden Lebensstil beeinflusst werden:

  • Erhöhtes Körpergewicht
  • Fehlende Bewegung
  • Ernährung*
  • Übermäßiger Konsum von Alkohol
  • Übermäßiger Konsum von Tabak
  • Behandlung mit bestimmten Hormonersatztherapien
  • Schlafmangel

* Empfohlen wird eine ballaststoffreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse. Alternativ bietet sich eine mediterrane Diät als Teil einer ausgewogenen Lebensführung an.

Neben diesen Risikofaktoren, die beeinflusst werden können, gibt es allerdings auch einige Risikofaktoren, die nicht zu ändern sind. Diese können aber eine engere Überwachung der Frau bedingen. Zu diesen Faktoren zählen:

  • Ein höheres Alter
  • Familiäre Krebserkrankungen
  • Nachgewiesene genetische Veränderungen (BRCA1, BRCA2 u. a.)

Früherkennung als Brustkrebsvorsorge

Um bereits frühzeitig dem Brustkrebs den Kampf anzusagen, gibt es die Möglichkeit der Früherkennung. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen Frauen ab 30 Jahren die regelmäßigen Brustkrebsfrüherkennungsuntersuchungen. Diese Untersuchungen werden in der Regel von Fachärzten und Fachärztinnen für Gynäkologie, d. h. von Frauenärzten/-innen, durchgeführt.

Je nach Alter der Frau, unterscheiden sich die Früherkennungsprogramme wie folgt:

Frauen zwischen 30 und 49 Jahren sowie ab 70 Jahren können sich einmal jährlich einer körperlichen Tastuntersuchung unterziehen. Hierbei werden die Brustdrüsen und Lymphknoten in den Achselhöhlen sowie am Schlüssel- und Brustbein abgetastet. Zusätzlich werden die Form und Größe der Brust und Brustwarzen einer Kontrolle unterzogen.

Frauen zwischen 50 und 69 Jahren wird als Ergänzung zu der jährlichen körperlichen Tastuntersuchung ein Mammographie-Screening angeboten. Die Kosten werden von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Für Frauen, die alterstechnisch nicht in diese Zielgruppe passen und keine Symptome aufweisen, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen diese Kosten nicht. Bei auffälligen Tastbefund werden die Kosten übernommen.

Methoden der Früherkennung

Da Brustkrebs oft sehr lange unerkannt bleibt, empfiehlt es sich, sich regelmäßig einer Selbstuntersuchung zu unterziehen. Das heißt, spätestens ab dem 30. Lebensjahr sollte jede Frau ihre Brust einmal im Monat selbst abtasten. Der beste Zeitpunkt ist acht Tage nach der Menstruation, da die Brust dann weicher ist.

Die meisten Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind, konnten mit Hilfe dieser regelmäßigen Selbstuntersuchung den Knoten in ihrer Brust entdecken. Der Frauenarzt / die Frauenärztin kann dabei helfen, die Selbstuntersuchung zu erlernen. Broschüren mit Bildern und Anleitung können die Umsetzung Zuhause zudem erleichtern.

Zusätzlich zu der Selbstuntersuchung gibt es, wie bereits erwähnt, die Möglichkeit, sich jährlich einer ärztlicher Tastuntersuchung beim Frauenarzt zu unterziehen. Konnte im Rahmen der Selbstuntersuchung oder bei der Tastuntersuchung durch den Arzt ein auffälliger Befund gestellt werden, gibt es weitere Möglichkeiten, die Diagnose abzuklären.

Hierzu zählen:

  • die Mammographie (die Röntgenuntersuchung der Brust)
  • die Mammasonographie (die Ultraschalluntersuchung der Brust)
  • die Magnetresonanztomographie, kurz MRT
  • die Biopsie (Gewebeentnahme)

Gut zu wissen: Fibroadenome sind die häufigsten gutartigen Tumore der weiblichen Brust. Sie können mit Brustkrebs verwechselt werden, stellen aber im Endeffekt kein Krebs dar. Bei der Selbstuntersuchung können die Knoten leicht ertastet werden, sie sind leicht zu verschieben und haben klar begrenzte Ränder. In der Regel sind Fibroadenome schmerzlos.

Sollten die Symptome und Schmerzen jedoch zunehmen, werden die Knoten normalerweise entfernt. Fibroadenome kommen häufig wieder. Wurden bereits einige Knoten entfernt und als gutartig eingestuft, kann von wiederholten Eingriffen abgesehen werden. Eine regelmäßige Kontrolle auf Veränderungen sollte dennoch stattfinden.⁵

 

Untersuchungen bei Verdacht auf Brustkrebs

Besteht der Verdacht, an Brustrebs erkrankt zu sein, gilt die Devise: je schneller zum Arzt, umso besser! Auch wenn der Verdacht angsteinflößend ist und der Besuch beim Arzt daher gern auf die lange Bank geschoben wird, ist es wichtig, die bemerkte Veränderung abzuklären. Je früher eine bösartige Erkrankung entdeckt werden kann, umso besser sind oftmals die Heilungs- und Überlebenschancen!

Haben Sie den Weg zum Arzt auf sich genommen, wird der Arzt zu Beginn ein ausführliches Gespräch mit Ihnen führen. Die Anamnese beinhaltet Fragen zu den aktuellen Beschwerden und deren Dauer, über Vor- und Begleiterkrankungen und eventuelle bestehende Einnahme von Medikamenten. Der Arzt wird zusätzlich mögliche Risikofaktoren abklären.

Um einen möglichen Tumor beurteilen zu können, wird der Arzt eine ausführliche körperliche Untersuchung durchführen. Den Beginn stellt eine körperliche Tastuntersuchung dar. Hierbei werden die Brüste und Achselhöhlen auf mögliche vorhandene Lymphknotenmetastasen abgetastet.

Um verdächtige Tastbefunde genauer untersuchen zu können, kann die Mammographie Aufschluss geben. Diese spezielle Röntgenuntersuchung kann dem Arzt zeigen, ob der Befund tatsächlich Brustkrebs ist. Zudem liefert diese Untersuchung genauere Informationen bezüglich der Lage und Größe des Knotens.

Zur Ergänzung der Mammographie kann die Mammasonographie, d. h. die Ultraschalluntersuchung der Brust, durchgeführt werden. Diese dient dazu, die unterschiedlich dichten Gewebe der Brust zu untersuchen. Die Untersuchungsmethode hilft dabei, verändertes von normalem Brustgewebe zu unterscheiden. Ermöglicht wird dies dadurch, dass die unterschiedlichen Gewebe der Brust die Ultraschallwellen unterschiedlich stark zurückwerfen bzw. reflektieren.

Dadurch können noch genauere Informationen über die Lage, Größe und Beschaffenheit des Tumors erlangt werden. Zusätzlich kann die Frage geklärt werden, ob obendrein auch Lymphknoten betroffen sind. Die Mammasonographie kann also zur Ergänzung der Diagnostik angewandt werden.

Konnten die klinische Untersuchung, die Mammographie und die Mammasonographie keine eindeutigen Ergebnisse liefern, kann als Ergänzung die Magnetresonanztomographie (MRT) herangezogen werden. Die hohe räumliche Auslösung kann dabei helfen, bereits sehr kleine Herde in der Brust erkennbar zu machen.

Um die Diagnose anschließend endgültig zu klären, ist immer eine Gewebeentnahme, d. h. Biopsie, notwendig. Nicht jeder Knoten und nicht jede Auffälligkeit in der Brust ist automatisch mit Brustkrebs gleichzusetzen und bedarf daher sehr genauer Abklärung. Konnte die Diagnose Brustkrebs bestätigt werden, hilft die Biopsie zudem dabei, das weitere therapeutische Vorgehen zu planen.

Ohne Biopsie kann und darf nicht mit der Behandlung begonnen werden!

 

Quellen

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