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Brustkrebs

Die Diagnose Brustkrebs gilt als die mit Abstand häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Bei 70.000 Frauen wurde im Jahr 2014 Brustkrebs festgestellt. Das Durchschnittsalter liegt bei 64 Jahren.1 Über 17.000, die die Diagnose Brustkrebs bekommen haben, sterben jährlich.

Brustkrebs ist zwar die fünfthäufigste Todesursache, in der Regel jedoch nicht die gefährlichste Krebsart. Wird der Brustkrebs rechtzeitig erkannt und behandelt, sind die Heilungsaussichten gut.

Entstehung von Brustkrebs

Warum Frauen jedoch an Brustkrebs erkranken, lässt sich bis heute nicht explizit erklären. Zum einen kann es an bestimmten jedoch beeinflussbaren Risikofaktoren liegen, die die Entwicklung von Brustkrebs begünstigen. Zum anderen kann es bereits genetisch nicht zu ändernde Faktoren geben, die die Entstehung stark beschleunigen können.

Ein gesunder Lebensstil mit einer fettarmen Ernährung, Nikotinvermeidung, geringem Alkoholkonsum und einer regelmäßigen körperlichen Aktivität kann neueren Erkenntnissen zufolge in etwa 25 % der Brustkrebsneuerkrankungen2 verhindern. Dies stellen die Risikofaktoren dar, die beeinflussbar sind.

Ein höheres Alter, familiäre Krebserkrankungen oder nachgewiesene genetische Veränderungen (BRCA1, BRCA2 u. a.) sind im Gegenzug Risikofaktoren, die nicht zu ändern sind. Liegen diese vor, bedarf es einer engmaschigen Kontrolle der Frau, um so im Falle dessen dem Brustkrebs rechtzeitig den Kampf ansagen zu können.

Wie fühlt sich Brustkrebs an?

Da Brustkrebs zu Beginn keine Beschwerden oder Schmerzen verursacht, kann die Erkrankung lange unentdeckt bleiben. Nicht selten ist es der Fall, dass Frauen, die einen verdächtigen Befund haben, sich bis zu diesem Zeitpunkt gesund gefühlt und nichts geahnt haben.

Wie kann man Brustkrebs rechtzeitig entdecken? Kann man Brustkrebs doch irgendwie spüren? Das lässt sich nicht eindeutig beantworten, es gibt jedoch Anzeichen, die ein Hinweis für das Vorliegen von Krebs sein können. Es hilft also achtsam mit dem eigenen Körper zu sein, um Veränderungen wahrnehmen zu können.

Bei den folgenden Auffälligkeiten sollte man einen Arzt aufsuchen und nicht die nächste Vorsorgeuntersuchung abwarten:

  • Verhärtungen in der Brust
  • Knoten in der Brust
  • Schwellungen in der Achselhöhle
  • Schwellungen unterhalb des Schüsselbeins
  • Schwellungen neben dem Brustbein
  • Veränderungen der Form und Größe der Brüste
  • Veränderungen der Brustwarze
  • Veränderungen der Haut

Da sich nicht immer Krebs hinter einer Auffälligkeit zeigen muss, gilt trotzdem die Empfehlung, die Veränderung schnellstmöglich abzuklären, d. h. zum Arzt zu gehen und die Veränderungen untersuchen zu lassen. Je eher der Krebs entdeckt werden kann, umso besser sind auch die Chancen auf Heilung.

Methoden der Brustkrebs Früherkennung

Ab dem Alter von 30 Jahren zahlen die gesetzlichen Krankenkassen Frauen die regelmäßige Brustkrebsvorsorge in Form von Brustkrebsfrüherkennungsuntersuchungen. In der Regel werden diese Untersuchungen von Fachärzten und Fachärztinnen für Gynäkologie, d. h. von Frauenärzten/-innen, durchgeführt.

Zusätzlich zu der im Idealfall monatlichen Selbstuntersuchung gibt es für Frauen zwischen 30 und 49 Jahren so die Möglichkeit, sich jährlich einer körperlichen Tastuntersuchung durch einen Arzt zu unterziehen. Frauen zwischen 50 und 69 Jahren haben außerdem die Möglichkeit, eine Mammographie, d. h. eine Röntgenuntersuchung der Brust, durchzuführen.

Weitere Informationen zum Thema Früherkennung finden Sie im Artikel Wissenswertes zur Mammadiagnostik

Einteilung von Brustkrebs

Wenn sich der Verdacht bestätigt hat und die Diagnose Brustkrebs vorliegt, ist es wichtig, das Stadium des Tumors zu definieren. Als Hilfsmittel dienen hierzu die bisherigen durchgeführten Untersuchungen.

Die Mammographie und der Ultraschall können helfen, die Größe und Lage des Tumors zu bewerten. Das zusätzliche Abtasten kann Auskunft darüber geben, ob bereits Lymphknoten mitbefallen sind. Final lässt sich dies nach einer Biopsie oder einer Operation klären. Ist der Tumor bereits größer oder aggressiv wachsend, kann die Computertomographie oder Knochenszintigraphie aufzeigen, ob der Tumor bereits Metastasen ausgebildet hat.

Anhand der Befunde und mittels folgender Fragen kann die Einteilung des Tumors erfolgen:

  • Wie groß ist der Tumor?
  • Wie weit hat sich der Tumor ausgebreitet?
  • Hat sich der Tumor auf die Lymphknoten ausgebreitet?
  • Sind Metastasen zu sehen?

Bestehen trotz klinischer Untersuchung, Mammographie und Ultraschall Zweifel an der Diagnose, kann die Magnetresonanztomographie (MRT) Aufschluss geben. Erfahren Sie hier mehr!

Stadien von Brustkrebs

Die Einteilung des Tumors erfolgt anhand der Stadien der internationalen Vereinigung gegen Krebs (UICC). Es erfolgt hierbei eine Einteilung in die Stadien 0 bis 4. Die sogenannten UICC Stadien basieren auf der Bestimmung der TNM Klassifikation:

  • T = Tumorgröße
  • N = Lymphknoten
  • M = Metastasen

Dieses international einheitliche System ermöglicht es dem Arzt, den aktuell vorliegenden Erkrankungsgrad zu erkennen, die Ausbreitung der Erkrankung einzuschätzen, die weitere Therapie zu planen und Aussagen über die Heilungschancen zu treffen.

Anhand der TNM Klassifikation lassen sich folgende Stadien von Brustkrebs unterscheiden:

  • Stadium 0: in-situ Tumor (am Ursprungsort) ohne Befall von Lymphknoten und Metastasen
  • Stadium IA: <2cm großer Tumor ohne Befall von Lymphknoten oder Metastasen
  • Stadium IB:  kein oder <2cm großer Tumor mit Mikrobefall der Lymphknoten, keine Fernmetastasten
  • Stadium IIA: kein oder <2cm großer Tumor mit wenig Befall der Lymphknoten, keine Fernmetastasen
  • Stadium IIB: größerer, aber <5cm großer Tumor mit wenig Befall der Lymphknoten, keine
  • Fernmetastasen ODER Tumor >5 cm, aber ohne Befall von Lymphknoten oder Fernmetastasen
  • Stadium: IIIA: kein oder <5cm großer Tumor mit mittlerem Befall der Lymphknoten, keine
  • Fernmetastasen ODER Tumor >5 cm, mit Befall der Lymphknoten, ohne Fernmetastasen
  • Stadium IIIB: Tumor ohne Größenbeschränkung, Ausdehnung auf Brustwand oder Haut, unabhängig vom Befall der Lymphknoten, ohne Fernmetastasen
  • Stadium IIIC: Tumor ohne Größenbeschränkung, ausgedehnter Lymphknotenbefall, ohne Fernmetastasen
  • Stadium IV: Fernmetastasen vorhanden, unabhängig von Tumorgröße und Lymphknoten

Wie lange dauert die Heilung von Brustkrebs?

Dies lässt sich nicht pauschal beantworten. Ob Brustkrebs geheilt werden kann, hängt davon ab, wie groß der Tumor ist, wie stark er sich bereits ausgebreitet hat, ob Lymphknoten mitbefallen sind oder es bereits Metastasen gibt.

Um dauerhaft vom Brustkrebs geheilt zu werden, muss der Tumor vollständig zerstört werden. Kann der Tumor in einem frühen Stadium entdeckt werden und hat noch keine Metastasen in andere Regionen des Körpers gestreut, ist die Aussicht auf Heilung ziemlich hoch. Hat der Brustkrebs jedoch bereits gestreut, d. h. metastasiert er in anderen Körperregionen, ist keine Aussicht auf eine vollständige Heilung gegeben.5

Es lässt sich daher nie vollständig ausschließen, dass der Brustkrebs nicht doch wiederkehrt. Anschließende konsequente Nachsorgeuntersuchungen können aber dabei helfen, im Falle dessen, einen möglichen Rückfall (ein Rezidiv) rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln.

 

Quellen

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