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MRT weibliches Becken

Im Querschnitt gesehen - Die MRT des weiblichen Beckens

Gutartige und bösartige Veränderungen der weiblichen Geschlechtsorgane sind mit dem MRT des weiblichen Beckens einsehbar. Doch was genau alles zu diesen gezählt wird, kann manchmal etwas schwer zu fassen sein. Daher gibt es hier einen Kurzüberblick zur groben Orientierung.

MRT weibliches Becken

Die weiblichen Geschlechtsorgane werden zu den primären Geschlechtsmerkmalen gezählt. Zu diesen gehören die Vulva, Vagina, die Eierstöcke (Ovarien) mit den Eileitern (Tubae uterinae) und der Gebärmutter (Uterus).  Sie sind für die Reproduktion und den weiblichen Hormonhaushalt verantwortlich und befinden sich bis auf die Vulva im Bereich des kleinen Beckens.

Die Vagina ist ein schlauchförmiges Hohlorgan, über die die äußeren und inneren Genitale miteinander in Verbindung stehen. Außen endet sie im Scheidenvorhof, umgeben von den äußeren und inneren Schamlippen. Im Inneren grenzt sie an den Uterus und umgibt den Gebärmutterhals (Cervix uteri).

Der Uterus besteht aus verschiedenen Abschnitten und wird im Inneren von dem Endometrium, einer Schleimhautschicht, ausgekleidet. Dieses verändert sich während dem Menstruationszyklus und der Schwangerschaft.

Das Endometrium ist von einer Muskelschicht (Myometrium) umgeben, das außen vom Bauchfell (Perimetrium) umgeben ist. Die Funktion des Uterus ist die Bildung der Plazenta und Beherbergung des Embryos bzw. Fetus während der Schwangerschaft.

Die beiden Ovarien sind über die Tubae uterinae mit dem Uterus verbunden. Sie sind jeweils etwa 3-5 cm lang und mandelförmig. Hier werden die Eizellen ausgebildet, die während der Geschlechtsreife monatlich ausgestoßen werden.

Strahlenfrei: die MRT des weiblichen Beckens

Zur Darstellung der inneren weiblichen Geschlechtsorgane ist die Ultraschalluntersuchung zunächst die Methode der ersten Wahl. Bei dieser ist aber häufig nicht die gesamte Darstellung möglich und auch die Auflösung ist nur bis zu einem gewissen Grad aussagekräftig.

Für die genaue Beurteilung diverser Krankheitsbilder ist eine Schichtaufnahme im Sinne einer CT oder MRT nötig. Hier hat die MRT Untersuchung jedoch gewisse Vorteile, zu diesen gehören unter anderem:

  • Keine Strahlenbelastung
    • Im Gegensatz zu einer Röntgen- oder CT-Aufnahme kommt die MRT ohne Strahlenbelastung aus. Sie empfiehlt sich daher auch für schwangere Frauen und Frauen im fruchtbaren Alter
  • Hoher Weichteilkontrast
    • Eine MRT liefert einen besonders hohen Weichteilkontrast. Dadurch sind Weichteilstrukturen, wie auch die weiblichen Geschlechtsorgane besonders gut darstellbar und können im Detail besser beurteilt werden

Wann ist eine MRT des weiblichen Beckens nötig?

Die MRT ist die beste Methode um gutartige Veränderungen der Organe im kleinen Becken sowie die Ausbreitung bösartiger Veränderungen zu beurteilen.

Indikationen für eine MRT bei gutartigen Veränderungen, können folgende Krankheitsbilder umfassen:

  • Angeborene Fehlbildungen der Gebärmutter (Uterus)
    • Fehlbildungen des Uterus entstehen durch eine Störung in der Entwicklung beim Ungeboren. Sie können sowohl symptomfrei sein als auch zu Störungen bei der Menstruation, Fruchtbarkeit oder Schwangerschaft führen.

      Beispiele sind der Uterus unicornis (Unterentwicklung), der Uterus didelphus (Doppelanlage der Gebärmutter) oder auch das komplette Fehlen der Gebärmutter

  • Zysten
    • Zysten sind gutartig, mit Flüssigkeit gefüllte Einschlüsse, die keinen Krankheitswert haben. Sie können sowohl am Gebärmutterhals als auch am Eierstock vorkommen
  • Myome
    • Myome sind gutartige Tumoren der Gebärmutter. Sie kommen sehr häufig vor. In der Regel sind sie symptomlos. Selten können sie zu Schmerzen und Problemen bei der Fruchtbarkeit, des Menstruationszyklus und der Schwangerschaft führen
  • Adenomyosis
    • Eine Adenomyosis ist eine häufig auftretende, gutartige Störung, die den Aufbau der muskulären Wand der Gebärmutter betrifft.
  • Endometriose
    • Bei der Endometriose lagern sich Herde von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter ab. Diese können prinzipiell im gesamten Körper vorkommen, befinden sich aber am häufigsten an den Eierstöcken

Bei bösartigen Erkrankungen spielt die MRT eine besondere Rolle bei der Ausbreitungsdiagnostik, da sie hier die höchste Aussagekraft hat. Besonders bei folgenden Erkrankungen ist sie indiziert:

  • Gebärmutterkrebs (auch Corpuskarzinom oder Endometriumkarzinom genannt)
    • Dieser bösartige Tumor geht von der Schleimhaut der Gebärmutter aus. Meist wird diese zunächst beim Ultraschall beim Gynäkologen festgestellt. In der MRT kann dann beurteilt werden, ob der Tumor über die Gebärmutter hinausgewachsen ist
  • Gebärmutterhalskrebs (auch Zervixkarzinom)
    • Dieser Tumor geht ebenfalls von der Schleimhaut der Gebärmutter aus. In der MRT kann die lokale Ausdehnung des Tumors dargestellt werden. Ebenfalls ist sie Mittel der Wahl im Rahmen der Nachsorge.
  • Eierstocktumore
    • Eierstocktumore fallen meist durch Zufall im Ultraschall auf. Da dort häufig keine Unterscheidung zwischen einem bösartigen oder gutartigen Tumor, wie beispielsweise einer Zyste möglich ist, ist die MRT das Mittel der Wahl zur weiteren Untersuchung. Hier kann die Ausdehnung des Tumors und die Art des Wachstums mehr Hinweise über die Entität geben-

Ablauf einer MRT Untersuchung des weiblichen Beckens

Die MRT Untersuchung des weiblichen Beckens erfolgt in Rückenlage. Das heißt, sie werden mit dem Rücken auf der MRT-Liege liegen und mit den Füßen voran in die Röhre gefahren. Der untere Rumpf muss sich in der Mitte des Gerätes befinden. Je nachdem wie groß Sie sind, ist Ihr Kopf außerhalb oder innerhalb der Röhre. Bei Platzangst oder Übergewicht besteht die Möglichkeit ein offenes MRT zu nutzen.

Hierbei sollten Sie sich vorher an die Krankenkasse wenden, ob die Untersuchung in einem offenen MRT unterstützt wird. Als Selbstzahler können die Kosten zwischen 380€ und 800€ liegen. Die Kosten sind abhängig von verschiedenen Faktoren, wie der Art der Praxis, des Geräts und einer ggfs. nötigen Kontrastmittelinjektion.

Die Untersuchung selbst dauert zwischen 20 und 30 Minuten und ist schmerzfrei. Die Gesamtdauer inklusive Vor- und Nachbereitungen kann bis zu einer Stunde in Anspruch nehmen, die Sie einplanen sollten.
Hierbei ist es wichtig, dass sie still liegen bleiben, damit die Bildqualität so gut wie möglich ist. Während der Untersuchung kommt es zu lauten Klopfgeräuschen. Sie bekommen Ohrenstöpsel oder Kopfhörer, damit Sie diese nicht so laut wahrnehmen.

Am Tag der Untersuchung können Sie in der Regel eine leichte Mahlzeit einnehmen. Falls Sie nüchtern bleiben müssen, würden Sie dies im Vorgespräch erfahren. Vor der eigentlichen Untersuchung wird ein Toilettengang empfohlen.
In den meisten Fällen bekommen Sie vor der Untersuchung ein Medikament namens Buscopan, dass die Darmtätigkeit senkt, sodass die Darmbewegungen die Bildqualität nicht negativ beeinflusst. Nach der Untersuchung empfehlen wir, dass Sie nicht selbst mit dem Auto fahren.

Trotz vieler Vorteile: Was gegen eine MRT-Untersuchung des weiblichen Beckens spricht

Da die MRT mit magnetischen Feldern arbeitet, ist eine Untersuchung bei Patienten mit magnetischen Implantaten nicht möglich. Zu diesen können unter anderem gehören:

  • Herzschrittmacher
  • Innenohrprothesen
  • Implantierte Medikamentenpumpen
  • Bestimmte Typen von künstlichen Herzklappen

Ob Ihr Implantat für eine MRT geeignet ist, können Sie vorher mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen.

Mehr Kontraste: Der Hintergrund des Kontrastmitteleinsatzes

Je nach Fragestellung ist der Einsatz von Kontrastmittel notwendig. Hierfür wird Ihnen kurz vor der Untersuchung ein Zugang in Ihre Vene gelegt. Während der Untersuchung wird dann das Kontrastmittel hierüber gespritzt. Kontrastmittel reichern sich in dem darzustellenden Organ an und können so den Kontrast zwischen Organ und umgebenden Gewebe erhöhen. Manche pathologischen Prozesse werden erst durch die Nutzung von Kontrastmittel darstellbar.

Für die Verwendung von Kontrastmittel müssen im Vorhinein die Nierenfunktion mittels einer Laboruntersuchung geprüft werden, da einige Kontrastmittel die Nieren schädigen. Kontrastmittel, die während einer MRT-Untersuchung zum Einsatz kommen weisen potenziell jedoch weniger Nebenwirkungen als Röntgenkontrastmittel auf. Sie lösen kaum Allergien aus und schädigen die Niere weniger. Ob ein Kontrastmittel bei Ihnen benötigt wird, wird der behandelnde Arzt mit Ihnen besprechen.

Quellen

Referenzen:

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