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MRT Hals

Untersuchung am Hals: Indikation, Ablauf und Kosten der Magnetresonanztomographie 

Viele Erkrankungen im Halsbereich verlaufen lange schmerzfrei und ohne spezifische Symptome. Mit der MRT des Halses können Beschwerden wie Schluckbeschwerden, Heiserkeit und Husten näher untersucht werden. 

MRT Hals

Tatsächlich betreffen auch rund 4–5% aller malignen Tumoren die Kopf-Hals-Region und können dort ähnliche Beschwerden hervorrufen. Halten die Beschwerden länger an, ist die erste Anlaufstelle in der Regel der Hausarzt oder der HNO-Arzt. Dieser wird je nach Verdachtsdiagnose weitere Untersuchungen anfordern. Eine davon ist die Magnetresonanztomographie des Halses 

Dreidimensionaler Blick ins Körperinnere – die MRT des Halses 

In der MRT werden mit einem starken Magnetfeld durch die elektromagnetische Anregung und Relaxation von Wasserprotonen im Gewebe Bilder erzeugt. So kann das Innere des menschlichen Körpers sehr detailliert und – im Gegensatz zur CT – ganz ohne Röntgenstrahlung abgebildet werden.

Dafür wird unser Körper Schicht für Schicht gescannt, sodass zunächst zahlreiche zweidimensionale Schnittbilder in hoher Auflösung angefertigt werden. Diese können anschließend am Computer übereinandergelegt werden, wodurch ein dreidimensionales Bild entsteht. 

Dabei besticht die MRT durch einen hohen Weichteilkontrast – insbesondere Bindegewebe inklusive Nerven und Gefäßen, Muskeln und Fettgewebe lassen sich optimal beurteilen. So lassen sich sowohl entzündliche Prozesse als auch tumoröse Veränderungen der Halsweichteile, der Speicheldrüsen, des Rachens und des Kehlkopfes hervorragend darstellen und sicher befunden.  

Diese Beschwerden können eine MRT des Halses notwendig machen 

Eine MRT des Halses kann bei anhaltenden Beschwerden als diagnostisches Verfahren zum Einsatz kommen, kann aber auch zur Vor- und Nachsorge von Nutzen sein. Folgende Symptome können erste Anzeichen für eine Erkrankung im Halsbereich bzw. Rachen sein:  

  • Schluckstörungen 
  • Atemnot 
  • Heiserkeit 
  • geschwollene Lymphknoten 
  • Hustenreiz 
  • starke Schmerzen im Halsbereich 
  • Probleme mit den oberen Atemwegen 
  • Schmerzen und Bewegungseinschränkungen der Halswirbelsäule (HWS) 
  • ausstrahlende Schmerzen 

Neben diesen für den Halsbereich typischen Symptomen kann aber auch eine Reihe weiterer, eher unspezifischer Beschwerden auftreten. Dazu zählen hohes Fieber, generelle Schmerzen, trockene Schleimhäute oder Schnupfen. Im Zweifelsfall können diese – spezifischen wie unspezifischen – Symptome durch eine MRT-Untersuchung des Halses genau beurteilt und gegebenenfalls einem Krankheitsbild zugeordnet werden.  

Vom Mund bis zur Wirbelsäule: Die Strukturen des Halses in der MRT 

Mit der MRT können die Strukturen des Halsbereichs detailliert dargestellt werden und so optimal in Hinblick auf mögliche Krankheiten beurteilt werden. Insbesondere folgende Bereiche sind dabei am Hals von Interesse:  

  • Rachen & Mundhöhle 
  • Kehlkopf 
  • Stimmlippen 
  • Speicheldrüsen 
  • Speise- und Luftröhre 
  • Lymphknoten 
  • Schilddrüse 
  • Gefäße 

Auch die Halswirbelsäule und Teile des Rückenmarks sind auf einer MRT des Halses in der Regel dargestellt, sodass auch hier mögliche Pathologien diagnostiziert oder ausgeschlossen werden können.  

Per MRT zur Diagnose: Mögliche Krankheitsbilder im Halsbereich 

Es gibt eine Vielzahl von Erkrankungen, die den Hals betreffen können. Die MRT dient dabei insbesondere der Untersuchung von gutartigen und bösartigen Tumoren der Mundhöhle einschließlich des Mundbodens, der Speicheldrüsen und des Kehlkopfes. Erste Schleimhautveränderungen, die durch einen Mundbodenkrebs hervorgerufen werden lassen sich im MRT darstellen, sowie deren Ausdehnung in Bezug auf die Mundschleimhaut und die Mundbodenmuskulatur beurteilen.

Auch erste Anzeichen von unterschiedlichsten Speicheldrüsentumoren können meist im MRT nachgewiesen werden, da sich diese häufig gutartig, langsam wachsend und schmerzlos entwickeln – und so weitestgehend unbemerkt bleiben. Werden solche Läsionen im MRT detektiert, kann Ihr HNO-Arzt bereits frühzeitige eine geeignete Therapie einleiten. Einen besonderen Stellenwert hat die MRT des Halses zudem bei der Diagnostik gut- oder bösartiger Formen der Kehlkopf-Tumoren.

Im Rahmen der MRT-Vorsorgeuntersuchung lassen sich früheste Stadien der Strukturveränderungen, die durch eine gut- oder bösartige Läsion hervorgerufen werden, bereits sehr gut abbilden. Insbesondere bei Rauchern ist das Risiko für Karzinome im Mund- und Rachenbereich erhöht, weshalb eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung zu empfehlen ist.  

Darüber hinaus können mit der MRT mögliche Zysten beurteilt werden. Prinzipiell lassen sich mediane und laterale Halszysten unterscheiden. Dabei handelt es sich um mittig oder seitlich angeordnete flüssigkeitsgefüllte Hohlräume, die meist gutartig sind. Im MRT stellen sie sich als glatt begrenzte Raumforderungen ohne Gewebeinfiltration dar.  

Auch Lipome, gutartige Tumore, die sich aus Fettgewebe zusammensetzen, lassen sich mit der MRT-Untersuchung des Halses abbilden. Sie rufen meist keine Symptome hervor, können aber mit zunehmender Größe auf umliegende Strukturen drücken und so beispielsweise Nerven reizen. Mittels MRT lassen sich die Ausdehnung und Lagebeziehungen des Lipoms optimal beurteilen. 

Im Halsbereich ist rund ein Drittel aller Lymphknoten des Menschen angesiedelt. Diese können sowohl durch Infektionen bakterieller oder viraler Genese, aber auch durch gut- oder bösartige Tumoren verändert sein. Diese Veränderungen lassen sich ebenfalls bereits frühzeitig in der MRT-Vorsorgeuntersuchung des Halses feststellen.  

Aufgrund ihrer Lage unterhalb des Kehlkopfes und vor der Luftröhre ist die schmetterlingsförmige Schilddrüse ebenfalls auf MRT-Aufnahmen des Halses zu sehen. Dabei können krankhafte Veränderungen, die beispielsweise durch Jodmangel, Entzündungen, Autoimmunerkrankungen (z.B. Morbus Basedow), gut- oder bösartige Tumoren verursacht werden, detektiert werden. Anschließend können weitere diagnostische oder therapeutische Maßnahmen ergriffen werden.  

Eine einfache Mandelentzündung (Tonsillitis) ist in der Regel keine Indikation für eine bildgebende Diagnostik. Kommt es in der Folge jedoch zu einem retrotonsillären Abszess, muss die Ausdehnung mittels MRT abgeklärt werden. Auch bei anderen Abszessen kann diese Untersuchung indiziert sein.  

Darüber hinaus können auch Flüssigkeitseinlagerungen in den Stimmbändern sowie Auffälligkeiten der Halsmuskulatur, die beispielsweise Schluckbeschwerden oder Fehlhaltungen im Sinne eines Schiefhalses hervorrufen können, und mögliche Bandscheibenvorfälle im Bereich der Halswirbelsäule mittels MRT festgestellt werden.  

So läuft eine MRT des Halses ab 

Für die MRT-Untersuchung des Halses liegen Sie auf dem Rücken auf einer Liege. Der zu untersuchende Bereich wird anschließend mit einer speziellen Kopf-Hals-Spule fixiert. Sie werden dann mit dem Kopf voraus in die Röhre des MRT-Scanners gefahren.

Der zu untersuchende Abschnitt sollte sich dabei immer in der Mitte des Gerätes befinden, was bedeutet, dass sich Ihr Kopf bei dieser Untersuchung in der Röhre befindet. Sollten Sie Angst vor engen Räumen (sog. Klaustrophobie) haben, kann ein offenes MRT-Gerät eine Alternative sein.

Dabei verläuft die Magnetspule nicht kreisförmig um den Patienten herum, sondern besteht aus zwei Blöcken zwischen denen er liegt, was einen freien Blick „nach draußen“ ermöglicht. Die Untersuchung dauert bei den offenen Geräten jedoch oft etwas länger, die Verfügbarkeit ist begrenzt und die Bildqualität etwas schlechter. 

Allerdings gibt es einige Faktoren, die eine MRT-Untersuchung unmöglich machen können. Hierzu zählen metallische Implantate, die nicht MRT-​tauglich sind, wie beispielsweise: 

  • Herzschrittmacher und Defibrillatoren  
  • Cochlea-​Implantate 
  • Neurostimulatoren 
  • implantierte Insulinpumpen  
  • Blasenschrittmacher 
  • diverse Gelenkprothesen bzw. Metallimplantate zur Knochenstabilisierung 
  • Zahnimplantate 
  • kupferne Verhütungsspiralen 

Auch größere Tätowierungen und Permanent-Make-up können zum Problem werden, sofern metallhaltige Farbstoffe verwendet wurden. Hierüber werden Sie aber im Einzelfall gesondert mit Ihrem behandelnden Arzt sprechen. Vor der Untersuchung müssen Sie zudem alle metallischen Gegenstände sowie Schmuck und Handy ablegen. 

Die gesamte MRT-Untersuchung dauert zwischen 20 und 45 Minuten. Während dieser Zeit müssen sie versuchen sich nicht zu bewegen. Die MRT ist gänzlich schmerzfrei, jedoch kommt es durch die starken Magnetfelder während der Untersuchung zu lauten Klopfgeräuschen. Damit die Geräuschkulisse für Sie so gering wie möglich bleibt, bekommen Sie allerdings während der Untersuchung Ohrstöpsel und Kopfhörer.

Die Untersuchung kostet für gesetzlich versicherte Patienten 125 Euro, für Privatpatienten zwischen 250– 615 Euro. Allerdings werden diese Kosten in der Regel bei gegebener Indikation für das Verfahren von den Krankenkassen übernommen.  

Quellen

 

Referenzen: 

  • Widmann, G. (2018). Kopf-Hals-MRT: Was HNO-Ärzte wissen sollten. Laryngo- rhino- otologie, 97(3), pp. 206-214. doi:10.1055/s-0044-101726 
  • GREESS, H., LELL, M., RÖMER, W., & BAUTZ, W. (2002). Indikation und Aussagekraft von CT und MRT im Kopf-Hals-Bereich. HNO, 50(7), pp. 611-625. doi:10.1007/s00106-002-0668-y 
  • (2021). AWMF-Leitlinie zur radiologischen Diagnostik im Kopf-Hals-Bereich. RöFo : Fortschritte auf dem Gebiet der Röntgenstrahlen und der bildgebende Verfahren, 193(8), p. 973. doi:10.1055/a-1526-3574 
  • Reiser, M., Debus, J., & Kuhn, F. (2011). Duale Reihe Radiologie (3. Aufl.). Georg Thieme Verlag KG. 
  • https://vorsorgemedizin.ruhrradiologie.de/mrt-des-halses/ (zuletzt zugegriffen am 11.07.2022) 
  • https://aristra.de/untersuchungen/mrt-hals/ (zuletzt zugegriffen am 11.07.2022) 
  • https://www.praktischarzt.de/untersuchungen/mrt/ (zuletzt zugegriffen am 11.07.2022) 
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