Meningitis

Bei einer Meningitis handelt es sich um eine Entzündung der Hirnhäute, das heißt eine Entzündung der Häute, die das Gehirn umhüllen. Oftmals sind Viren die Auslöser. In seltenen Fällen kann die Entzündung bakterieller Herkunft sein, dann heißt es sofortiges Handeln! Lesen Sie hier mehr zu den Symptomen, Ursachen, Diagnose, Behandlung und Prognose einer Meningitis. 

Meningitis

Ursachen von Meningitis

Bei einer Meningitis kommt es zu einer Entzündung der Hirnhäute, der so genannten Meningen. Es lassen sich drei Meningen unterscheiden: die äußere, mittlere und innere Hirnhaut. 

Als Ursache können verschiedene Erreger in Betracht kommen:

  • Viren
  • Bakterien
  • Pilze (Candidose, Aspergillose)
  • Parasiten (Bandwurm)

Achtung: Da sich diese Erreger leicht auf andere Menschen übertragen können, ist eine Meningitis ansteckend!

Krebserkrankungen und entzündliche Erkrankungen, wie z. B. die Sarkoidose, sollten bei der Meningitis ebenfalls nicht aus dem Auge gelassen werden.

Virale Meningitis

Die wichtigsten Viren, die eine Meningitis auslösen können, sind:

  • Herpes Simplex Virus Typ 1 und 2
  • FSME Virus
  • Varizella Zoster Virus
  • Mumps Virus
  • Masern Virus
  • Epstein Barr Virus

Eine virale Meningitis tritt häufiger als eine bakterielle Meningitis auf. Die Inkubationszeit liegt bei 2-14 Tagen und zeichnet sich durch einen akuten Verlauf über wenige Stunden bis Tage aus. 

Bakterielle Meningitis

Die Ursache einer bakteriellen Hirnhautentzündung sind oftmals:

  • Pneumokokken
  • Meningokokken

Im Unterschied zur viralen Meningitis tritt eine bakterielle Meningitis seltener auf, der Verlauf ist jedoch oftmals viel schwerer. Die Inkubationszeit liegt bei 2-4 Tagen. Auf Grund der erhöhten Lebensgefahr für den Betroffenen ist es daher sehr wichtig, schnell zu handeln! 

Symptome von Meningitis

Die Symptome einer Meningitis sind einer Grippe zu Beginn sehr ähnlich. Zum Verwechseln ähnliche Symptome können sein:

  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Gliederschmerzen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Eventuell erhöhte Lichtempfindlichkeit
  • Eventuell erhöhte Geräuschempfindlichkeit
  • Eventuell Schwindel
  • Eventuell Krämpfe

Erst im weiteren Verlauf entwickelt sich das typische Symptom einer Meningitis: Die Nackensteifigkeit! Die Hirnhäute besitzen Schmerzrezeptoren. Kopfbewegungen sind daher oftmals mit starken Schmerzen verbunden. Grund hierfür ist, dass die Hirn- und Rückenmarkshäute bei der Bewegung leicht gedehnt werden. Wird das Kinn zur Brust geführt, sind die Schmerzen am stärksten. Die Muskulatur im Nacken reagiert mit einer Verspannung. Die Nackensteifigkeit verstärkt sich.

Diagnose von Meningitis

Besteht der Verdacht auf eine Meningitis, kann der Knie-Kuss-Test erste Hinweise liefern. Bei diesem Test sitzt der Betroffene mit angewinkelten Beinen z. B. auf einem Bett und soll versuchen, seine Knie „zu küssen“. Ist die Bewegung auf Grund von Schmerzen und einer Nacken-Rücken-Steifigkeit nicht möglich, ist das ein Zeichen für eine Meningitis.

Brudzinski-Zeichen

Ist der Patient selbst nicht in der Lage (z. B. auf Grund einer Bewusstseinsstörung), den Test durchzuführen, kann der Test auch passiv durch einen Arzt durchgeführt werden. Hierbei liegt der Patient auf dem Rücken und der Arzt versucht, das Kinn in Richtung Brust zu drücken.

Es kommt zu Dehnung der gereizten Nervenwurzeln und somit zum Schmerz. Leidet der Betroffene unter einer Meningitis wird sich ein erhöhter Widerstand gegen die Beugung zeigen oder eine Beugung nicht mehr möglich sein. Es kommt zudem zu einem reflektorischen Anziehen der Füße. In diesem Falle heißt das: Das Brudzinski Zeichen ist positiv.

Kernig-Zeichen

Neben dem Brudzinski-Zeichen können auch andere Bewegungen durch einen Arzt durchgeführt werden. Das Kernig-Zeichen ist z. B. positiv, wenn der Betroffene das Bein im Sitzen nicht mehr gerade strecken kann, weil dies zu schmerzhaft ist.

Lasèque-Zeichen

Bei der Untersuchung nach Lasèque liegt der Betroffene auf dem Rücken und der Arzt versucht das gestreckte Bein langsam nach oben zu führen. Beide Beine werden abwechselnd untersucht. Verspürt der Betroffene hierbei vom Rücken in das Bein einschießende Schmerzen, ist auch das Lasèque-Zeichen positiv. 

Achtung: Das Lasèque-Zeichen fällt auch bei einem Bandscheibenvorfall positiv aus und sollte daher nicht als einzige Testung auf Meningitis herangezogen werden! 

Führen die verschiedenen Tests zu einem positiven Befund, muss schnellstmöglich gehandelt werden und der Betroffene ins Krankenhaus! Eine bakterielle Meningitis mit Meningokokken kann z. B. innerhalb weniger Stunden zum Tode führen. 

Liquorpunktion 

Um die Diagnose klinisch zu sichern, erfolgt im Krankenhaus eine Punktion des Liquors. Herbei wird aus dem Rückenmarkskanal Hirnwasser entnommen. Verschiedene Parameter werden im Anschluss überprüft und zur Differentialdiagnose herangezogen. 

  • Bei der bakteriellen Meningitis zeigt sich z. B. eine trübe, eitrige Flüssigkeit mit vielen Granulozyten. 
  • Die virale Meningitis im Gegenzug zeichnet sich durch eine klare Flüssigkeit (Standard), aber auch eine vermehrte Bildung von Lymphozyten aus. 

Das heißt: Nicht nur die Farbe des Liquors ist wichtig, sondern auch, welche Zellarten z. B. vermehrt vorliegen.

Blutuntersuchung

Eine zusätzliche Blutabnahme soll dabei helfen, den genauen Erreger der Hirnhautentzündung aufzudecken und diesen mit dem richtigen Antibiotikum zu behandeln. Wichtig hierfür ist ein Differenzialblutbild. Mit Hilfe dessen kann man zwischen den verschiedenen Leukozyten, wie z. B. den bei der Liquorpunktion erwähnten den Granulozyten und Lymphozyten differenzieren. Diese Differenzierung hilft bei der Unterscheidung einer bakteriellen von einer viralen Meningitis. 

Bildgebung

Um die Diagnose einer Meningitis abschließend zu klären, eignet sich zudem eine Untersuchung mittels CT und MRT. Anhand dessen lassen sich weitere Informationen über den Zustand des Gehirns gewinnen. 

Therapie der Meningitis

Besteht der Verdacht, an einer Meningitis erkrankt zu sein, muss der Betroffene schnellstmöglich ins Krankenhaus und intensivmedizinisch behandelt werden. Da sich eine bakterielle Entzündung der Hirnhäute zu einem Waterhouse-Friderichsen-Syndrom entwickeln kann, zählt jede Minute. 

Um keine Zeit zu verlieren, wird zu Beginn ein Breitspektrum Antibiotikum gegeben und Flüssigkeit verabreicht. Konnte mittels Blutentnahme in den Blutkulturen der Erreger aufgedeckt werden, kann das Antibiotikum umgestellt werden und so den Erreger gezielt bekämpfen. 

Prognose der Meningitis

Der Verlauf einer Meningitis ist davon abhängig, welche Form vorliegt, wie der aktuelle Gesundheitszustand des Betroffenen ist und wann die Therapie begonnen wurde.  

Bei der bakteriellen Meningitis ist es wichtig, diese schnellstmöglich mit Antibiotika zu behandeln. Wird keine Therapie eingeleitet, endet die Erkrankung fast immer tödlich. Wird die Behandlung rechtzeitig begonnen, sind die Aussichten jedoch gut. 

Bei der viralen Meningitis sind insbesondere die ersten Tage kritisch. Wurden diese Tage überstanden, stehen die Chancen auf Heilung meist gut. Die Erkrankung heilt meist innerhalb einiger Wochen ohne Folgeschäden aus. 

Quellen