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Bänderriss am Knie

Schmerzen im Knie? Beim Sport das Knie verdreht? Unser Knie wird durch verschiedene Bänder stabilisiert. Falsche Bewegungen oder eine zu starke Krafteinwirkung können die Bänder am Knie überreizen. Ist die Krafteinwirkung auf Dauer zu stark, können die Bänder am Knie teilweise oder vollständig reißen.  Nicht selten kommt es so bei verschiedenen ruckartigen Ballsportarten, wie z. B. Fußball, Volleyball oder Tennis, zu Bänderrissen am Knie.  

Reißt ein Band am Knie, ist die Stabilität und Funktionalität des Kniegelenks deutlich eingeschränkt. Erfahren Sie im folgenden Artikel, welche Bänder und Arten von Bänderrissen es am Knie gibt. 

Ursachen für einen Bänderriss am Knie 

Die Bänder am Knie haben nur einen gewissen Spielraum der Elastizität. Werden die Bänder zu oft strapaziert, kann es zu Bänderdehnung oder Bänderzerrung kommen. Ist die Kraft, die auf die Bänder wirkt, dauerhaft zu hoch, können die Bänder teilweise oder komplett reißen. Als Ursache kommen z. B. zu starke Drehbewegungen oder ein zu starkes Überstrecken des Kniegelenks in Frage. 

Oftmals entstehen Bänderrisse bei Sportarten mit schnellen, ruckartigen Richtungswechseln. Die typischen „Verdächtigen“ stellen z. B. Handball, Fußball, Basketball dar.  

Bereits im Artikel „Meniskusschaden“ erläutert, kann es auch beim Skifahren zum sogenannten „Unhappy Triad“ kommen. Hierbei werden das vordere Kreuzband, das innere Seitenband und der Innenmeniskus beschädigt. Bei einem Sturz wirken die Skier wie ein Hebel auf das Kniegelenk. Da die Füße auf den Skiern fixiert sind, kann ein Sturz eine zu starke Drehbewegung hervorrufen. Ergebnis: 3x Schaden.  

Verschiedene Formen von Bänderrissen am Knie 

Als das größte Gelenk im menschlichen Körper hat das Kniegelenk viele Aufgaben. Um sich im Alltag zu bewähren, sorgt ein komplexer Bandapparat für Stabilität und Funktionalität. Am Knie gibt es vier verschiedene Bänder, die beschädigt werden können: 

  • Innenbandriss 
  • Außenbandriss 
  • Vorderer Kreuzbandriss 
  • Hinterer Kreuzbandriss  

Innenbandriss 

Ein Innenbandriss zählt zu den häufigsten Sportunfällen. Häufig sind auch noch weitere Strukturen am Knie, wie das vordere Kreuzband und/oder der Innenmeniskus, mit betroffen. In diesem Falle spricht man vom so genannten „Unhappy Triad“. 

Außenbandriss 

Ein Außenbandriss kommt im Vergleich zu einem Innenbandriss sehr selten vor und tritt zudem selten isoliert auf. Zu einem Außenbandriss kommt es eher im Rahmen einer komplexen Verletzung des Kapsel-Band-Apparates.  

Vorderer Kreuzbandriss 

Ein Riss des vorderen Kreuzbandes ist eine häufige Sportverletzung. Die Verletzung kann einzeln oder in Kombination mit einem Innenbandriss auftreten.  

Hinterer Kreuzbandriss 

Ein Riss des hinteren Kreuzbandes ist im Gegenzug sehr selten. Verkehrsunfälle oder Zusammenstöße beim Sport können die Ursache sein.  

Der folgende Artikel soll sich im Verlauf mehr mit dem Innen- und Außenbandriss beschäftigen. Haben Sie an dieser Stelle noch weitere Fragen zum Thema Knieschmerzen im Allgemeinen oder Kreuzbandriss und Meniskusschaden im Speziellen, belesen Sie sich gern im Rahmen folgender vertiefender Artikel: 

  • Knieschmerzen 
  • Kreuzbandriss 
  • Meniskusschaden 

Symptome bei Bänderriss am Knie 

Ein Bänderriss am Knie äußert sich in der Regel mit sofortigen starken Schmerzen. Reißen Bänder oder Sehnen ist ein Geräusch zudem nicht selten. Ein Bänderriss im Knie äußert sich durch folgende Symptome: 

  • Starke Schmerzen 
  • Knackendes oder knallendes Geräusch 
  • Schwellung 
  • Bluterguss 
  • Instabilität  
  • Bewegungseinschränkung 
  • Erwärmung im Kniebereich 

Im Idealfall kann der Betroffene den Ort der Schmerzen zeigen oder beschreiben. Anhand der Lokalisation der Schmerzen kann der Arzt einen Hinweis bekommen, welches Band betroffen ist.  

  • Innenbandrisse äußern sich durch Schmerzen an der Knieinnenseite 
  • Außenbandrisse äußern sich durch Schmerzen an der Knieaußenseite 

Neben diesen offensichtlichen Symptomen kann ein Bänderriss am Knie aber auch ohne Schmerzen vorkommen. Liegt die Verletzung des Seitenbandes schon eine Weile zurück und/oder wurde nicht behandelt, kann es im Laufe der Zeit zu einer chronischen Instabilität kommen. Schwellung, Schmerzen und Bluterguss fehlen. Ein Schmerz fällt oftmals nur bei Belastung des Knies auf.  

Diagnose: Bänderriss am Knie 

Wird ein Bänderriss am Knie nicht rechtzeitig behandelt, kann es zu einem Verschleiß des Kniegelenks kommen. Der Verschleiß kann dann wiederum langfristig zu einer Kniearthrose führen. Es gilt daher die Devise: Bei Knieverletzungen lieber schneller als später einen Arzt konsultieren! Orthopäden, Unfallchirurgen und Sportmediziner sind in diesem Fall die richtigen Ansprechpartner. 

Anamnesegespräch 

Der Arzt wird zu Beginn mit einem Anamnesegespräch starten und gezielte Fragen in folgenden Bereichen stellen: 

  • Ablauf des Unfalls 
  • Lokalisation des Schmerzes 
  • Bewegungseinschränkungen 
  • Frühere Knieverletzungen 
  • Vorerkrankungen  

Klinische Untersuchung 

Nachdem der Arzt sich einen ersten Eindruck verschaffen konnte, wird er das verletzte Knie untersuchen. Schwellungen, Blutergüsse, Druckschmerzen und Fehlstellungen können einen ersten Anhalt geben. Auch der Schmerz in einem bestimmten Bereich kann dabei helfen, das beschädigte Band zu identifizieren.  

Verschiedene Tests, wie der Lachmann- und Schubladentest, ermöglichen es, zwischen einem Kreuzband- und einem Innen-/Außenbandriss zu differenzieren.  

Bildgebung 

Ist sich der Arzt nicht sicher oder könnten auch weitere Bereiche des Knies mit verletzt sein, kann die Bildgebung Aufschluss geben. Das klassische Röntgen eignet sich bei der Diagnosestellung nur zu Beurteilung knöcherner Verletzungen. Um einen Bänderriss direkt darzustellen, ist eine Untersuchung mittels Magnetresonanztomographie notwendig. Eine Computertomographie kommt selten zur Anwendung.  

Therapie bei Bänderriss am Knie 

Liegt der Verdacht auf einen Bänderriss am Knie vor, sollte sofort eine Akutbehandlung eingeleitet werden. Diese folgt dem Prinzip der PECH-Regel, das heißt: 

  • P wie Pause 
  • E wie Eis 
  • C wie Compression 
  • H wie Hochlagern 

Anschließend sollte schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden.  

Konnte die Diagnose eines Bänderrisses bestätigt werden, wird im Einzelfall entschieden, ob eine konservative Therapie ausreicht oder eine operative Behandlung durchgeführt werden muss.  

Konservative Behandlung 

Kann der Bänderriss am Knie konservativ behandelt werden, wird für einige Zeit das Knie ruhiggestellt. Als Hilfsmittel dient hierfür eine Schiene (Orthese). Zudem wird geraten, sich zeitnah einer Physiotherapie zu unterziehen. Ziel dessen ist die Kräftigung der Muskulatur des Knies. 

Operative Behandlung 

Eine operative Behandlung wird dann notwendig, wenn eine konservative Behandlung nicht mehr ausreichend ist. Dies ist der Fall, wenn das/die Band/Bänder zu stark beschädigt sind oder noch weitere Strukturen im Knie betroffen sind.  

Prognose bei Bänderriss am Knie 

Nach welchem Zeitraum ein Betroffener einen Bänderriss am Knie wieder komplett belasten kann, hängt vom Therapieverlauf des Betroffenen ab.  

Bei einem leichten Außenbandriss oder Innenbandriss ist ca. nach einem Monat bzw. wenigen Wochen eine sportliche Belastung wieder möglich. Ist die Verletzung jedoch stärker, dauert es auch, bis die Belastbarkeit wieder gegeben ist. Bei einem Kreuzbandriss sollte im Vergleich länger pausiert werden. 

Wichtig ist stets, dass ein Bänderriss behandelt wird und das im Idealfall so schnell wie möglich. Andernfalls kann es zu unnötigen Langzeitschäden, wie einer Gelenkinstabilität und andauernden Schmerzen, kommen.  

Wird die Behandlung rechtzeitig begonnen, ist die Prognose in der Regel gut.  

Quellen

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