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Angst vor dem MRT

Angst vor dem MRT

Hast du Angst vor dem MRT? Der Gedanke an eine MRT Untersuchung löst bei vielen ein unangenehmes Gefühl aus. Die Vorstellung, sich in eine enge Röhre zu legen und keine Sicht nach außen zu haben, löst schnell ein Gefühl von Hilflosigkeit und Isolierung aus. Zusätzlich können Stress und Angst durch die typischen lauten Klopfgeräusche des MRT entstehen. Während die Untersuchung für den einen kein Problem darstellt, kann die Situation für einen anderen der pure Horror sein und ein Gefühl von Angst und Beklemmung auslösen.   

Angst vor dem MRT

Das MRT ist nicht mehr wegzudenken 

Bildgebende Verfahren, wie die Magnetresonanztomographie (MRT), sind in der heutigen Medizin nicht mehr wegzudenken. Sie unterstützen Ärzte dabei, Rückenbeschwerden, Tumore oder Entzündungen z. B. im Gehirn genauer einschätzen zu können. Vor allem aber auch bei der Diagnostik unfallchirurgischer, orthopädischer oder neurologischer Fragestellungen wird das MRT häufig für das weitere Therapievorgehen genutzt. Laut einer Studie der Barmer Krankenkasse unterzieht sich fast jeder zehnte Deutsche einmal pro Jahr einer MRT Untersuchung. 

Ein großer Vorteil des MRT im Gegensatz zum CT oder dem Röntgen liegt klar darin, dass das MRT ohne ionisierende Strahlen arbeitet und ein nicht-invasives Verfahren darstellt, welches bei vielen Fragestellungen helfen kann. Das einzig Negative ist jedoch, dass Patienten möglichst 20-30 Minuten in einer engen Röhre mit lauten Knatter- und Klopfgeräuschen ausharren müssen.  

Das mag für Menschen, die Angst in engen Räumen bekommen, ein großer Kampf werden. Bei manchen schlägt die Angst sogar in Panik um und die Untersuchung muss abgebrochen werden. Ein zweiter Anlauf kann dann häufig von noch mehr Angst geprägt sein oder den Patienten dazu veranlassen, die Situation lieber zu meiden und mit den Schmerzen zu leben. 

Klaustrophobie im MRT  

In einer von Murphy und Brunberg durchgeführten Studie, wurden in einer willkürlich gewählten siebenwöchigen Untersuchungszeit 939 Patienten über 18 Jahren untersucht. Fast 15 Prozent (134 Patienten) benötigten auf Grund ihrer Angstreaktionen eine medikamentöse Sedierung, um die MRT Untersuchung durchführen zu können.  

Doch warum bekommen die einen während der MRT Untersuchung Angst und die anderen nicht? Diese sogenannte Angst vor engen Räumen wird als Klaustrophobie bezeichnet und ist nicht zu verwechseln mit der Agoraphobie, der Platzangst. Hierbei handelt es sich nämlich um eine Angst vor großen, weiten Plätzen.  

Die Angst, die der Patient im Rahmen der MRT Untersuchung spürt, kann begleitet werden von Schweißausbrüchen, Zittern, Hyperventilation oder Herzrasen. Um diese Symptome zu vermeiden, können Patienten mit Klaustrophobie dazu neigen, eine MRT Untersuchung abzubrechen oder sie gar abzulehnen und lieber mit den Schmerzen zu leben. 

Doch ist das wirklich notwendig? 

Im Rahmen einer Studie von Kaufmann im Jahr 2000 wurde der Einfluss von verschiedenen Interventionsarten und individuellen Copingverhalten untersucht. Durch eine randomisierte Zuordnung (d. h. zufällige) wurden je 40 Patienten einer Kontrollgruppe, einer Interventionsgruppe mit Information, Kognition und Entspannung sowie einer Interventionsgruppe mit Ablenkung zugeordnet. Den Ergebnissen zufolge konnte das persönliche Stressempfinden bereits mit einfachen Methoden reduziert werden – ganz unabhängig von der individuellen Art und Weise, mit dem Stress umzugehen.

Die gute Nachricht ist also: Es gibt Möglichkeiten, die Untersuchung angstfrei und gelassen zu bewältigen. Wichtig ist, die eigenen Sorgen ernst zu nehmen.  

Was kann man tun bei Angst vor dem MRT? 

Studien haben gezeigt, dass je informierter Patienten über die bevorstehende Untersuchung sind, umso weniger dazu neigen, Angst zu haben.  

Um die nächste Untersuchung entspannter und gelassener angehen zu können, können folgende Herangehensweisen dabei helfen: 

  • sich über die MRT Untersuchung informieren 
  • die eigenen Ängste ansprechen 
  • bei Unklarheiten nachfragen 
  • Entspannungstechniken anwenden 
  • persönliche Lieblingsmusik zum Entspannen mitbringen 
  • eine Person des Vertrauens als Unterstützung mitnehmen
Angst vor dem MRT

Strategien zur Bewältigung der Angst  

Das Wissen darüber, wie die Untersuchung ablaufen und wie lange sie dauern wird, kann bereits die Angst lindern. Es ist auch hilfreich zu wissen, dass die enge Röhre und die Geräusche eine bestimmte Funktion haben. Das MRT-Gerät ist mit Absicht als Röhre entworfen, um so ein möglichst starkes und gleichmäßiges Magnetfeld zu erzeugen. Ermöglicht werden kann dies durch eine elektrische Spule, die in der Wand dieser Röhre liegt. Die Klopf- und Knattergeräusche, die der Patient bei der Untersuchung im Endeffekt hört, werden durch dieses Magnetfeld erzeugt – sie gehören sozusagen dazu.  

Um eine störungsfreie Untersuchung zu gewährleisten, tragen die Patienten während der Untersuchung Kopfhörer, die es ihnen ermöglichen, im Bedarfsfall mit dem Praxispersonal zu reden. Diese Kopfhörer dämpfen zudem die Klopfgeräusche. Zusätzlich zu den Kopfhörern, bekommen die Patienten außerdem einen Notknopf in die Hand gelegt. Wenn dieser gedrückt wird, meldet sich sofort jemand vom Praxispersonal über die Kopfhörer und kann die Untersuchung abbrechen, wenn es notwendig wird. Ein zusätzliches Spiegelsystem kann häufig auch dafür sorgen, dass der Patient aus der MRT-Röhre herausschauen kann. Das kann Sicherheit und Vertrauen schaffen. 

Ist die Furcht vor der Untersuchung trotzdem zu stark, sollte sich der Patient nicht scheuen und vorab Bescheid sagen, so dass ein Beruhigungsmittel vorbereitet werden kann. Das Team wird den Patienten vor Ort mit einer einfühlsamen Beratung und Aufklärung unterstützen und somit dabei helfen, ganz entspannt in die Untersuchung zu gehen. Bei Bedarf kann der Patient während der Untersuchung zusätzlich über die Kopfhörer erklärt bekommen, was das MRT gerade macht und was als Nächstes passieren wird.  

Das Mitbringen von eigener Musik, die über die Kopfhörer abgespielt werden kann, kann dem Patienten ebenfalls helfen. Auch das Wissen, dass eine Person des Vertrauens dabei ist und auf einen wartet, kann die Angst vermindern. Diese Person kann sogar mit in den Untersuchungsraum und z. B. die Hand des Patienten halten, wenn diese nicht gerade mit untersucht wird. Manchen Patienten beruhigen sich zudem mit Meditationsübungen oder autogenem Training, atmen bewusst oder gehen auf eine Art Fantasiereise.  

Diese vielen Möglichkeiten zur Selbstberuhigung können dabei helfen, ganz gelassen durch die Untersuchung zu gehen. Viele Informationen rund um das Prozedere und persönliche Hilfsmittel können dabei helfen, die Sorgen und Ängste zu mindern. Es besteht im Grunde kein Anlass dazu, Angst vor der MRT-Untersuchung zu haben. 

Weitere Hilfsmittel gegen die Angst im MRT 

Wenn all diese genannten Methoden nicht helfen und der Patient trotz dessen noch zu verängstigt ist, können Beruhigungsmittel die Untersuchung für den Patienten angenehmer gestalten. Hierfür kommen Benzodiazepine wie Valium, Tavor oder Dormicum zum Einsatz kommen. Die Einnahme erfolgt entweder oral mit einer Tablette oder intravenös per Spritze in die Vene, wobei die intravenöse Variante auf Grund ihrer Genauigkeit zu bevorzugen ist. Bei dem Einsatz von Beruhigungsmitteln muss zusätzlich die Atmung des Patienten während der Untersuchung überwacht werden. Wichtig zu wissen ist außerdem, dass der Patient im Anschluss an die Untersuchung nicht fahrtüchtig und nicht arbeitstüchtig ist. In einem ausführlichen Vorabgespräch kann die Gabe eines Beruhigungsmittels besprochen und mögliche Allergien oder Kontraindikationen mit dem behandelnden Radiologen ausgeschlossen werden.  

Reichen die Beruhigungsmittel nicht aus oder ist der Patient zu schwer erkrankt, kann auch eine Narkose für die MRT-Untersuchung herangezogen werden.  

Um das Beruhigungsmittel oder die Narkose für die Untersuchung vorzubereiten, sollte dies vorab bei der Anmeldung angegeben werden. 

Ist das „offene MRT“ eine Alternative? 

Im Laufe der Zeit wird das MRT immer weiterentwickelt, seit geraumer Zeit gibt es sogar ein offenes MRT, welches auf Grund seiner Bauweise häufig als „Sandwich-MRT“ bezeichnet wird. Im Gegensatz zum normalen MRT besteht das offene MRT nicht aus der klassischen Röhre, sondern aus zwei dicken Platten mit einer zweigeteilten Magnetspule. Der Patient wird von diesen beiden Platten umgeben und kann seitlich hinausschauen. Gerade für Menschen mit Klaustrophobie kann das von Vorteil sein.  

Das Problem ist jedoch: die Bildqualität ist schlechter und die Untersuchungen dauern länger. Durch diese genannten Nachteile konnte sich das offene MRT bis heute nicht wirklich durchsetzen und wird auch von vielen Krankenkassen nicht bezahlt.  

Neben dem „Sandwich-MRT“ gibt es mittlerweile auch vereinzelt das sogenannte „Upright-MRT“, bei dem der Patient sogar aufrecht sitzen oder stehen kann. Allerdings steht dieses meist nur in Privatpraxen und Selbstzahlern zur Verfügung. 

Quellen

Referenzen

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