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Bluthochdruck (Hypertonie)

Es ist klar: im menschlichen Körper herrscht überall Druck. Die mechanische Kraft des Blutes versorgt alle Gewebe des Körpers mit Sauerstoff sowie Nährstoffen. Der sogenannte Blutdruck in den Gefäßen ist hierbei ein essentieller Bestandteil für vielfältige Funktionen im Herz-Kreislauf-System.

Doch kann Bluthochdruck auch zu einer Gefahr für die kardiovaskuläre Gesundheit werden? Und falls ja, welche Ursachen und Risikofaktoren liegen dem zugrunde?

Bluthochdruck bleibt lange unbemerkt

Aufgrund der zumeist fehlenden Symptomatik gilt die arterielle Hypertonie bzw. der Bluthochdruck als besonders gefährlich für die Gesundheit. Betroffene bemerken die Beeinträchtigung anfänglich kaum, sodass die Diagnose meist erst im späten Krankheitsverlauf oder im Zusammenhang mit Folgeerkrankungen gestellt werden kann. Ausnahmen bilden extrem hohe Blutdruckwerte, häufig auch als hypertensive Entgleisung oder sogar hypertensive Krise, dann kann es zu Schwindel und Sehstörungen kommen.

Hoher Handlungsbedarf

Sollte der Blutdruck rasch ansteigen, können spezifischere Symptome auftreten. Hierbei gilt: sollte sich eines oder mehrere dieser Symptome im Zusammenhang mit dem Blutdruckbemerkbar machen, sollte sicherheitshalber der Notarzt informiert werden. Zu den typischen Beschwerden eines starken Blutdruckanstiegs zählen u.a.:

  • Schmerzen bzw. ein Brennen in der Brust
  • Atemnot
  • Schwindel und Kopfschmerzen
  • Seh -und Sprechstörungen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Nasenbluten
  • Benommenheit
  • Krampfanfälle
  • Lähmungserscheinungen

Folgen von Bluthochdruck sind nicht zu unterschätzen

Der Bluthochdruck sollte nicht unterschätzt werden: Insbesondere arterielle Gefäßschädigungen sowie gefährliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie zum Beispiel der akute Herzinfarkt können durch eine unbehandelte Hypertonie begünstigt werden. Weitere Organschäden und Folgeerkrankungen, wie pAVK (periphere arterielle Verschlusskrankheiten), HerzinsuffizienzSchlaganfälle, Augenerkrankungen und Nierenschäden (bis hin zur Dialyse), können ebenfalls nicht ausgeschlossen werden.

Bluthochdruck ist eine Volkskrankheit

Es steht fest: Hypertonie ist keine Seltenheit. Laut Stiftung Gesundheitswissen leiden durchschnittlich 35 von 100 Menschen an Bluthochdruck – und das bereits ab einem Alter von 45 Jahren. Dabei scheinen die Zahlen der Betroffenen mit dem Alter in Zusammenhang zu stehen, sodass sich eine Faustregel etablierte: Je höher das Alter, desto höher das Risiko von Bluthochdruck.¹

Diagnose per Messung

Die Diagnose von Bluthochdruck gestaltet sich recht simpel und kann auch Zuhause als Laie durchgeführt werden: In regelmäßigen Abständen sollten der Blutdruck über einen längeren Zeitraum gemessen werden – am besten an beiden Armen nacheinander. Hierbei sollte unbedingt ein ruhiger Moment abgepasst werden, damit die Werte unverfälscht und vergleichbar sind. Im ärztlichen Kontext wird die Diagnose noch detaillierter: Mittels eines Gerätes, welches man am Körper trägt, kann eine Langzeitmessung von 24 Stunden vorgenommen werden. Diese Messmethode wird normalerweise eingesetzt, wenn die Werte in der Eigenmessung Auffälligkeiten oder Unregelmäßigkeiten aufweisen.

 

Was können Betroffene tun?

Wie bei vielen Erkrankungen und Beeinträchtigungen des Herz-Kreislauf-Systems können Betroffene durch eine Umstellung der Lebensgewohnheiten positive Veränderungen erwirken. Im Falle des Bluthochdrucks gelten Nikotinstopp, Gewichtsabnahme und Steigerung der Bewegung zu den wichtigsten Faktoren, um die arterielle Gesundheit zu fördern. Auch genügend Schlaf sowie ein geregelter Schlafrhyhtmus sind wichtige Säulen in der Prävention der arteriellen Hypertonie.

Experten raten zudem zusätzlich zu einer möglichst salzarmen und gesunden (mediteranen) Ernährungsweise. Sollten diese Änderungen nicht ausreichen, ist eine differenzierte medikamentöse Therapie vonnöten.

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Die verschiedenen Formen von Blutdruck

Grundsätzlich kann der arterielle Blutdruck in drei Kategorien aufgeteilt werden:

  • Systolischer Blutdruck
  • Diastolischer Blutdruck
  • Mittlerer arterieller Blutdruck

Der systolische Blutdruck gibt den Druck in den Gefäßen während der Herzauswurfphase an, d.h. wenn sich das Herz zusammenzieht (Systole des Herzens) und dauert recht stabil nur ca. 15% des gesamten Herzzyklus.

Der diastolische Blutdruck hingegen ist der Gefäßdruck, der während der Entspannungsphasen herrscht – also wenn das Herz nach der Herzauswurfphase wieder erschlafft, etwa 85% einer Herzphase.

Der mittlere arterielle Blutdruck wiederrum ist der Mittelwert aus beiden Druckarten.

Wichtig zu wissen und als grobe Regel: Der Blutdruck gilt als erhöht, wenn der systolische Wert über 140 und der diastolische Wert über 90 liegt. Wenn jedoch weitere Herzkreislaufrisikofaktoren wie Zuckererkrankung, Rauchen, Übergewicht oder erhöhte Blutfettwerte hinzukommen, werden die Blutdruckobergrenzen sogar noch strenger festgelegt (z. B. 130/80mmHG etc).

Das Risiko im Blick

Es gibt eine große Bandbreite von Faktoren, die als Auslöser von Bluthochdruck angesehen werden. Während einige dieser Risikofaktoren unvermeidbar sind, wie z.B. genetische Veranlagung und steigendes Alter, können andere über einen Wechsel des Lebensstils reduziert werden. Dazu zählen u.a.:

  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Salzreiche und ungesunde Ernährung
  • Bestimmte Medikamente
  • Anhaltender Stress
  • Angst
  • Zu geringer und oder nicht erholsamer Schlaf
  • Zuviel Kaffee oder Genußmitteleinnahme

Priv.-Doz. Dr. med. Henning Steen
Facharzt für Kardiologie und Head of Cardiac Imaging medneo

In den letzten vier Jahren war Herr Priv.-Doz. Dr. Steen als Leiter des Zentrums für Kardiale Bildgebung (ZKB) am Marienkrankenhaus in Hamburg prägend tätig. Er baute das Institut zu einem der größten Kardio-MRT-Zentren Deutschlands aus.

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