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LWS Syndrom (Lendenwirbelsäulensyndrom)

Unter einem LWS Syndrom versteht die Medizin einen Sammelbegriff für krankheitsbedingte Schmerzen in der Lendenwirbelsäule. Betroffene haben meist akute oder chronische Schmerzen im Bereich des unteren Rückens. Der Grund: Trotz der geringen Größe der Wirbelkörper, trägt die Lendenwirbelsäule das gesamte Gewicht des Rumpfes. Aufgrund dieser hohen Belastung sind Rückenschmerzen im unteren Rücken bzw. die Entstehung eines LWS Syndroms nicht selten.

Ursachen eines LWS Syndroms

Eine Frage der Bewegung: Oftmals gehören allgemeine Fehlbelastungen zu den Gründen, warum ein LWS Syndrom entsteht. Doch auch durch mangelnde Bewegung und ständiges Sitzen können zu Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule führen. Zudem können auch Grunderkrankungen ursächlich für die Beschwerden sein, wie u.a.:

  • Arthrose und allgemeine Verschleißerscheinungen
  • Spinalkanalstenose
  • Hexenschuss
  • Fehlstellungen der Wirbelsäule z.B. bei Skoliose
  • Muskuläres Ungleichgewicht
  • Entzündungen z.B. bei rheumatischen Erkrankungen
  • Osteoporose
  • Knochenbrüche
  • Tumore oder Metastasen in der Wirbelsäule
  • Bandscheibenvorfälle

Zusammenhang zwischen Bandscheibenvorfällen und LWS Syndrom

Die Antwort: Ja, eine der möglichen Ursachen für Schmerzen in der Lendenwirbelsäule sind die sogenannten Bandscheibenvorfälle.

Die Bandscheiben sind Bestandteile der Wirbelsäule, die zwischen den einzelnen Wirbelkörpern liegen und einerseits für die Beweglichkeit jener sorgen, andererseits als Stoßdämpfer wirken. Sie bestehen aus einem äußeren Ring aus festen Fasern und einem inneren Gallertkern, der hauptsächlich aus Wasser besteht.

Aufgrund dieser weichen inneren Komposition sind die Bandscheiben die optimalen Puffer zwischen den einzelnen Wirbeln. Jedoch können Fehlbelastungen des Rückens, übermäßige Belastung durch Übergewicht oder mangelnde Bewegung den Bandscheiben auf lange Sicht schaden und zudem verschleißen.

Insbesondere Bewegungsmangel führt zu einer unzureichenden Versorgung der Bandscheiben mit Nährstoffen, wodurch ihre Puffer-Funktion einschränkt wird. Die Folge: ebenfalls langfristige Verschleißerscheinungen.

Doch was ist ein Bandscheibenvorfall? Hierbei drückt ein Teil der ungepufferten und verschlissenen Bandscheibe auf einen der großen Nervenstränge in der Wirbelsäule. Betroffene spüren meist einen starken Schmerz im Bereich des Rückens, der in vielen Fällen ebenfalls in die Beine ausstrahlt.

Diagnose eines LWS Syndroms

Bei Verdacht auf ein LWS Syndrom erfolgt zunächst eine Anamnese. Hierbei werden Betroffene von dem behandelnden Arzt zu ihrer Krankheitsgeschichte und dem Schmerz befragt. Zu den klassischen Fragen zählen:

  • Wo befindet sich der Schmerz?
  • Wie entwickelt sich der Schmerz?
  • Wie wird der Schmerz empfunden?

Anschließend wird eine körperliche Untersuchung durchgeführt, um die Ursache für die Schmerzen im unteren Rücken einzugrenzen. Gegebenenfalls kann ein bildgebendes Verfahren wie ein Röntgen oder eine MRT veranlasst werden.

Zusätzlich wird auch die Körperhaltung untersucht, um festzustellen, ob eine Fehlhaltung als Auslöser der Schmerzen als Ursache gelten könnte.

Behandlung eines LWS Syndroms

Die Behandlung des LWS Syndroms richtet sich nach der Schmerzursache bzw. der Erkrankung, die für die Beschwerden verantwortlich sind.

Generelle Therapieansätze sind:

  • Physiotherapie
  • Rückenübungen
  • Elektrische Nervenstimulation
  • Medikamentöse Schmerztherapie
  • Wärme- oder Kältebehandlung

Zudem sollten Betroffene ihren Alltag rückengerecht gestalten: aufrechtes Sitzen auf geeigneten Stühlen, Schlafen auf bedarfsgerechten Matratzen und ausreichend Bewegung sind hierbei die Schlüssel zum Erfolg.

 

 

Übungen gegen den Schmerz

Um die Muskeln im Bereich der Lendenwirbelsäule zu entspannen und Schmerzen zu lindern, gibt es verschiedene therapeutische Übungen für Zuhause. Doch Achtung: Betroffene sollten in jedem Fall eine ärztliche Meinung einholen, ob die Übungen im individuellen Kontext hilfreich sind.

Schmerzkiller: Dehnübung für Zuhause

Eine der beliebtesten Übungen ist die sogenannte Engpassdehnung. Hierbei geht es darum, den Hüftbeuger, ein Skelettmuskel der Hüftmuskulatur, zu dehnen. Diese Dehnung kann sich positiv auf Schmerzen im unteren Rücken auswirken, da die Muskeln und Sehnen in der Hüfte eng mit den Muskeln und Sehnen im Rücken verbunden sind.

Und so geht’s:

  • Setzen Sie sich auf eine Matte und strecken Sie beide Beine nach vorne aus.
  • Schieben Sie nun Ihr linkes Bein unter die Kniekehle Ihres ausgestreckten rechten Beines, sodass Ihre Beine einen rechten Winkel bilden.
  • Führen Sie nun Ihr rechtes ausgestrecktes Bein langsam nach hinten. Versuchen Sie es so weit wie möglich zu strecken und nach hinten zu führen.
  • Halten Sie die rechtwinkelige Position Ihres linken Beines und legen Sie Ihre rechte Hand zur Unterstützung unter die linke Ferse. Stützen Sie sich mit dem linken Arm neben Ihrem Körper ab und versuchen Sie sich so weit wie möglich aufzurichten.
  • Halten Sie diese Position zwei bis zweieinhalb Minuten und versuchen Sie sich zu entspannen. Führen Sie die Übung anschließend spiegelverkehrt aus.

Schon gewusst? Auch die Selbstmassage des unteren Rückens mithilfe einer Faszienrolle kann sich positiv auf die Linderung der Beschwerden auswirken.

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