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Prostatakrebs

Jährlich erkranken etwa 60.000 Männer an Prostatakrebs. Diese Krebsform zählt bei den Männern zu den häufigsten Todesursachen.1 Für die meisten Männer und Angehörigen ist die Diagnose Prostatakrebs im ersten Moment ein großer Schock. Im Gegensatz zu anderen Krebsarten gehört der Prostatakrebs jedoch zu den Krebsarten, die eine gute Chance auf Heilung haben.

Da der Krebs oft sehr langsam wächst, gibt es meist sehr gute Möglichkeiten, den Prostatakrebs zu behandeln. Wichtig ist es daher, den Krebs so früh wie möglich zu entdecken und so schnell wie möglich zu behandeln.

Ursachen für Prostatakrebs

Warum Prostatakrebs entsteht, ist nach wie vor nicht zu erklären. Es gibt jedoch bestimmte Indikatoren, die das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken, erhöhen. Das Alter und die familiäre Veranlagung zählen hierbei zu den wichtigsten Faktoren. Aber auch die Ernährung und Lebensumstände können einen Einfluss haben.

Wie bei vielen anderen Erkrankungen steigt mit dem Alter auch das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken. Das Durchschnittsalter der an Prostatakrebs erkrankten Männer liegt bei 72 Jahren.4 Das heißt, bei jungen Männern wird seltener Prostatakrebs diagnostiziert, die Häufigkeit nimmt eher im fortgeschrittenen Alter zu. Dies liegt zum einen daran, dass sich im Laufe der Zeit immer neuere Diagnosemöglichkeiten entwickelt haben, aber auch daran, dass die zunehmende Lebenserwartung von Männern steigt. Es werden demzufolge mehr Prostatakarzinome entdeckt, als dies früher der Fall war.

Neben dem Risikofaktor Alter stellt auch der familiäre genetische Hintergrund ein mögliches Problem dar. Hat so beispielsweise schon der Großvater, Vater, Onkel oder gar Bruder die Diagnose Prostatakrebs erhalten, besteht ein erhöhtes Risiko, ebenfalls an Prostatakrebs zu erkranken. Das Risiko erhöht sich ebenfalls, wenn weibliche Vorfahren wiederholt an Brustkrebs erkrankt sind.

Neueren Studien zufolge konnte zudem gezeigt werden, dass auch der persönliche Lebensstil einen Einfluss auf die Entwicklung von Prostatakrebs haben kann. Zur Vorbeugung, d. h. Prävention von Prostatakrebs können ein gesunderes Körpergewicht, die regelmäßige körperliche Bewegung und eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse und wenig tierischen Fetten aus Fleisch und Wurst einen positiven Einfluss haben.4

Neben diesen Faktoren konnten in Untersuchungen außerdem Gene gefunden werden, die zum einen bei Prostatakrebs vermehrt aktiv sind, aber auch bei Entzündungsprozessen. Inwiefern hier ein Zusammenhang besteht, wird derzeit weiter untersucht.4

Anzeichen für Prostatakrebs

Wie auch beim Brustkrebs ist der Prostatakrebs schwer zu entdecken. Oftmals verursacht der Krebs nämlich erst Schmerzen, wenn der Tumor bereits so groß geworden ist, dass er auf die Harnröhre drückt oder sich außerhalb der Prostata in benachbartes Gewebe vermehrt hat.

Typische Symptome, die auf Prostatakrebs hinweisen, gibt es also nicht. Es lassen sich aber Anzeichen nennen, bei denen man lieber frühzeitig einen Arzt aufsuchen sollte, um diese abzuklären:3

  • Gehäufter Harndrang, besonders in der Nacht
  • Probleme beim Beginn des Harnlassens
  • Unfähigkeit des Harnlassens
  • Schwacher oder unterbrochener Harnfluss
  • Schmerzen bei der Ejakulation
  • Schmerzen in der Prostata
  • Blutiger Urin oder blutige Samenflüssigkeit
  • Verringerter Samenerguss
  • Ischias Schmerzen

Diagnostisches Vorgehen bei Verdacht auf Prostatakrebs

Bei jeder Form von Krebs ist die rechtzeitige und vor allem frühe Diagnose wichtig. Auch bei Prostatakrebs gilt: Je eher diese bösartige Erkrankung entdeckt wird, umso besser sind die Aussichten auf Heilung und Überleben.

Was jedoch bei vielen Menschen das Problem hierbei ist, ist die Angst, wirklich an Krebs erkrankt zu sein. Nicht selten wird der Arztbesuch lieber vermieden. Dabei ist es gerade wichtig, bei bestimmten Anzeichen und Symptomen zum Arzt zu gehen und diese abklären zu lassen. Nur eine Untersuchung beim Arzt kann abklären, ob der Verdacht, an Prostatakrebs erkrankt zu sein, wirklich stimmt oder nicht.

Um die Diagnose zu sichern, sind verschiedene Untersuchungen notwendig. Wenn alle Ergebnisse vorliegen, wird mit dem Arzt das weitere Vorgehen geplant.

Untersuchungen bei Verdacht auf Prostatakrebs

Zu Beginn der Diagnostik steht die Anamnese im Vordergrund. Dieses ausführliche Gespräch zwischen Arzt und Patient ist notwendig, um aktuelle Beschwerden und deren Dauer abzuklären, frühere und aktuelle Krankheiten aufzudecken, etwaige Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen durch Medikamente, sowie das Prostatakrebsrisiko abzuschätzen.

Lassen sich typische Symptome für Prostatakrebs erkennen und steht zusätzlich der Verdacht einer Diagnose daran im Raum, sind weitere Untersuchungen von Nöten.

Neben der Tastuntersuchung, bei der der Arzt vom Mastdarm ausgehend die Prostata auf Veränderungen abtastet, kann eine Blutuntersuchung weiteren Aufschluss bei Verdacht auf Prostatakrebs geben. Die Blutprobe dient hierbei als wichtige Informationsquelle und kann herangezogen werden, um den allgemeinen Zustand und die Funktion der Organe abzuklären. Sie kann aber auch dafür dienen, das prostataspezifische Antigen, kurz PSA, zu bestimmen.

Dieser sogenannte PSA-Test kann bei der Früherkennung von Prostatakrebs helfen. Er dient dazu, ein bestimmtes Eiweiß nachzuweisen, welches nur im Prostatagewebe vorkommt und bereits in sehr geringen Mengen im Blut nachweisbar ist. Ist der PSA-Wert erhöht, kann dies bereits der erste Hinweis für Prostatakrebs sein.

Problematisch ist jedoch, dass ein erhöhter PSA-Wert auch ein Hinweis auf gutartige Erkrankungen der Prostata sein kann, so zum Beispiel bei Vergrößerungen oder Entzündungen der Prostata. Ein leicht erhöhter PSA-Wert heißt also nicht immer, dass auch wirklich ein Prostatakarzinom vorliegt.

Ist der PSA-Wert einmalig erhöht, sollte vor Einleitung weiterer Untersuchungen der Wert erneut kontrolliert werden. Da der Test auch zu Überdiagnose und Überbehandlungen führen kann, sollte der Arzt vorab die Vor- und Nachteile des Tests erläutern.

Ist der PSA-Wert erhöht, kann eine Untersuchung mittels Kernspintomographen (Magnetresonanztomograph, MRT) veranlasst werden. Die Untersuchung kann dabei helfen, den Verdacht auf Prostatakrebs zu erhärten.

Modernste Kernspintomographen mit multiparametrischen MRT Techniken der Prostata können so nicht nur wichtige Informationen hinsichtlich der Diagnose liefern, sondern auch dabei helfen, eine Operation oder eine notwendige Bestrahlung zu planen.

Konnten die Tastuntersuchungen, der PSA-Test und die Untersuchung mittels MRT die Diagnose noch nicht ausreichend sichern, wird zusätzlich empfohlen, eine Biopsie durchzuführen. Das heißt, es wird Gewebe aus der Prostata entnommen. Nur mit Hilfe der Gewebeentnahme lässt sich abschließend klären, ob sich der Verdacht auf ein Karzinom der Prostata bestätigt.

Eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie), Skelettszintigraphie, Positronenemissionstomographie (PET) sowie die Computertomographie (CT) können bei bestimmten Fragestellungen zusätzlich helfen.

Früherkennung bei Prostatakrebs

Im Kampf gegen den Krebs spielt die Früherkennung eine entscheidende Rolle. Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen Männern ab 45 Jahren die Prostatakrebsfrüherkennungsuntersuchung. Diese kann dabei helfen, die Krankheit rechtzeitig zu entdecken und zu behandeln, bevor sie so weit fortgeschritten ist, dass sie Beschwerden verursacht.

Von den oben genannten Untersuchungen kann im Rahmen der Früherkennung die jährliche Tastuntersuchung durch den Arzt Anwendung finden. Zudem ist es auch möglich, in einer Blutuntersuchung den PSA-Wert zu untersuchen.

Der PSA-Test zählt jedoch nicht zu den Untersuchungen, die von der Krankenkasse übernommen werden. Die Kosten hierfür müssen selbst getragen werden. Wie oben bereits erwähnt, sollte hierbei das Risiko einer Überdiagnose abgewogen werden.

Prostatakrebs muss kein Todesurteil sein

Wie hoch die Lebenserwartung bei der Diagnose eines Prostatakarzinoms ist, hängt davon ab, in welchem Stadium der Tumor entdeckt wurde. Konnte der Prostatakrebs in einem noch frühen Stadium erkannt werden, d. h. noch innerhalb der Prostata befindend, ist die Erkrankung heilbar.

Wird der Krebs erst spät entdeckt, breitet sich bereits in benachbartes Gewebe aus oder entwickelt sogar Metastasen (streut zum Beispiel in die Lymphknotenregion des Beckens), genügen eine Operation oder Bestrahlung nicht mehr aus. Eine Heilung ist ausgeschlossen. Die Behandlung dient dann primär dazu, das Fortschreiten der Krebserkrankung so lange wie möglich aufzuhalten und das Leben des Patienten so weit es geht zu erleichtern.

Wie hoch die Lebenserwartung bei Prostatakrebs ist, lässt sich also nicht pauschal sagen, sondern ist individuell verschieden und hängt von der Bösartigkeit des Tumors und von der Art der Metastasierung ab.5

Quellen

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