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MRT Bein

Unsere Beine sind essentiell für die Fortbewegung und setzen sich aus dem Beckengürtel und den freien Knochen der unteren Extremität zusammen. Dazu zählen Oberschenkel, Unterschenkel und Fuß. Insgesamt sind am Aufbau unseres Beins zahlreiche Knochen beteiligt, die unter anderem über das Kniegelenk und das Sprunggelenk miteinander verbunden sind und über das Hüftgelenk Anschluss an den Rest unseres Skeletts haben.

Stabilität und Bewegungsumfang werden außerdem durch die Muskeln, Sehnen und Bänder sowie die versorgenden Nerven und Blutgefäße gewährleistet. Ein komplexes System, das durchaus Potential für verschiedenste Funktionsdefizite birgt.  Kommt es zu Beschwerden am Bein, wird Ihr behandelnder Arzt oftmals bereits klinisch – aufgrund der genauen Lokalisation der Beschwerden und Ihrer Wahrnehmung der 

Schmerzen beispielsweise als stechend, brennend oder drückend – eine erste Vermutung haben, worum es sich handelt. Doch je nach Verdachtsdiagnose können weitere, bildgebende Untersuchungen zielführend sein. Eine davon ist die Magnetresonanztomographie (MRT) des Beins. 

Die Magnetresonanztomographie des Beins 

Bei der Magnetresonanztomographie können Bilder des Körperinneren gänzlich ohne den Einsatz von Röntgenstrahlen angefertigt werden. Damit unterscheidet sie sich wesentlich von klassischen Röntgenaufnahmen und auch von der Computertomographie. Bei der MRT werden die Bilder mittels starker Magnetfelder und Radiowellen aufgenommen.

Der Körper wird bei dieser Untersuchungsmethode schichtweise gescannt, sodass zahlreiche, präzise, zweidimensionale Schnittbilder des Körpers in hoher Auflösung angefertigt werden. Die Schichten werden anschließend am Computer übereinandergelegt, wodurch sich beim Betrachten ein dreidimensionales Bild ergibt. Anhand dieser Bilder lassen sich sehr detailliert verschiedenste Strukturen und Funktionen des Körpers beurteilen.  

Der große Vorteil der MRT liegt im hohen Weichteilkontrast. Daher ist sie insbesondere bei der Beurteilung von Tumoren, Entzündungen und Nekrosen des Knochens und der Weichteile sowie bei Schäden des Kapsel-Band-Apparates der Gelenke und Gelenkbinnenverletzungen den übrigen bildgebenden Verfahren häufig deutlich überlegen. Kleinste, sonst nicht sichtbare Frakturen können ebenfalls oftmals per MRT sichtbar gemacht werden. Ein weiterer Vorteil der MRT ist, dass bei dieser Untersuchung – im Gegensatz zu Röntgen oder CT – durch das Magnetfeld keine Strahlenbelastung entsteht. 

Von Hüfte bis Fuß: Die MRT des Beins 

Zur Magnetresonanztomographie des Beins zählen Aufnahmen von Hüfte, Oberschenkel, Knie und Unterschenkel. Bei der MRT der Sprunggelenke und des Fußes handelt es sich um eine separate Untersuchung. 

Das Hüftgelenk besteht aus zwei knöchernen Gelenkpartnern: Dem Becken mit der Hüftpfanne und dem Oberschenkel mit dem Hüftkopf. Es verbindet die untere Extremität mit dem Rumpf und ermöglicht dem Bein einen großen Bewegungsumfang. Treten Schmerzen in der Hüfte auf, kann dies verschiedenste Ursachen haben: 

  • Degenerativ bedingt Hüftarthrose 
  • Entzündung des Hüftgelenks (Coxitis) 
  • Schleimbeutelentzündung (Bursitis) 
  • Hüftkopfnekrose 
  • Rheuma 
  • Gicht 

Entzündungen und degenerative Prozesse führen meist zu Veränderungen der Knochenstruktur und/oder des Weichteilgewebes. Hier kann eine Magnetresonanztomographie auf dem Weg zur korrekten Diagnose entscheidend weiterhelfen. Sie gibt Aufschluss darüber, ob eine Arthrose, Hüftkopfnekrose oder ein Ödem vorliegen. Zudem lassen sich die umliegenden Sehen- und Bandstrukturen beurteilen und auch feinste Frakturen erkennen.  

Der Oberschenkel wird vom Femur, dem Oberschenkelknochen, gebildet, welcher von zahlreichen Muskeln umgeben ist. Sie ermöglichen eine Streckung und Beugung des Knie- und Hüftgelenks, sowie das Heranführen des Beins zur gedachten Körpermitte. Aufgrund der guten Darstellung von Weichteilgeweben eignet sich das MRT im Bereich des Oberschenkels insbesondere zur Diagnose von Muskelfaserrissen, da diese in der Regel sehr gut als Kontinuitätsunterbrechung sichtbar sind.  

Die größte Rolle dürfte die Magnetresonanztomographie allerdings bei der Diagnose von Erkrankungen des Knies spielen. Im Kniegelenk artikuliert der Oberschenkelknochen mit dem Schienbein und der Kniescheibe. Das Kniegelenk ist eines der größten Gelenke des menschlichen Körpers und ermöglicht die Beugung und Streckung des Knies sowie eine geringfügige Drehung. Zusätzlich gewähren die Kreuz- und Seitenbänder eine gewisse Stabilität und die Menisken sorgen dafür, dass die Gelenkflächen perfekt aufeinanderpassen.

Doch dieses komplexe System ist anfällig für Verletzungen – häufig in Form eines Kreuzband- oder Meniskusrisses. Daher möchte der Arzt bei der MRT-Untersuchung des Knies insbesondere folgende Bestandteile beurteilen:  

  • Menisken 
  • Bänder (vorderes und hinteres Kreuzband, Innen- und Außenband) 
  • Knorpel  
  • Sehnen und Muskulatur 
  • Knochen  

Mittels MRT lassen sich hier Entzündungen, degenerative Prozesse und Verletzungen darstellen.  

Der Unterschenkel besteht aus Tibia und Fibula und verbindet das Knie mit dem Fuß. Die Knochen sind ebenfalls von zahlreichen Muskeln umgeben, die unter anderem auch die äußerliche Form der Wade bilden. Durch die MRT des Unterschenkels lassen sich insbesondere Verletzungen der Muskulatur, der Blutgefäße und der Nerven feststellen.  

So läuft ein MRT des Beins ab 

Bei einer MRT-Untersuchung des Beins liegen Sie auf dem Rücken auf einer Liege. Der zu untersuchende Bereich – also Hüfte, Oberschenkel, Knie oder Unterschenkel – wird anschließend fixiert. Ihre Arme sollte verschränkt auf der Brust liegen. Sie werden dann mit den Füßen voraus in die Röhre des MRT-Scanners gefahren. Der zu untersuchende Abschnitt sollte sich dabei immer in der Mitte des Gerätes befinden, Ihr Kopf bleibt aber in der Regel außerhalb der Röhre. Während der Untersuchung müssen sie versuchen sich nicht zu bewegen.   

Je nach Körperregion dauert der Scan unterschiedlich lange:  

  • Hüfte: 25 Minuten 
  • Oberschenkel: 18 Minuten 
  • Knie: 18 Minuten 
  • Unterschenkel: 18 Minuten 

Die MRT-Untersuchung ist schmerzfrei, jedoch kommt es durch die starken Magnetfelder während der Untersuchung zu lauten Klopfgeräuschen. Damit die Geräuschkulisse für Sie so gering wie möglich bleibt, bekommen Sie während der Untersuchung Ohrstöpsel und Kopfhörer. Je nach Fragestellung kann außerdem gadoliniumhaltiges Kontrastmittel notwendig sein, hierüber wird Sie ihr Arzt aber im Einzelfall aufklären.  

Allerdings gibt es einige Faktoren, die eine MRT-Untersuchung unmöglich machen können. Hierzu zählen metallische Implantate, die nicht MRT-​tauglich sind, wie beispielsweise: 

  • Herzschrittmacher und Defibrillatoren  
  • Cochlea-​Implantate 
  • Neurostimulatoren 
  • implantierte Insulinpumpen  
  • Blasenschrittmacher 
  • diverse Gelenkprothesen bzw. Metallimplantate zur Knochenstabilisierung 
  • Zahnimplantate 
  • kupferne Verhütungsspiralen 

Auch größere Tätowierungen und Permanent-Make-up können zum Problem werden:  Falls die Farbstoffe metallhaltig sind, können sich die betroffenen Stellen bei der MRT-Untersuchung stark erwärmen. Sonstiges Metall wie Brillen, Uhren, Schmuck, Haarnadeln, Piercings, Kleidung mit Gürtelschnallen, BHs mit Bügeln muss ebenfalls vor der Untersuchung abgelegt werden. 

Quellen

Referenzen: 

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